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Wird Europa endgültig von den USA abgehängt?




12.09.18 09:10
ChainBerry Asset Management

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Die US-Börsen haben sich vom Rest der Welt entkoppelt, vor allem US-Tech-Werte dominieren weltweit, an den Börsen wie an den Märkten, so die Experten von ChainBerry Asset Management.

"Die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, diese Entwicklung zu stoppen, doch Europa verschläft die Chancen", meine ChainBerry-Gründer Karsten Müller.

Die US-Börsen, allen voran die Technologietitel, hätten in den vergangenen Monaten kontinuierlich neue Höchststände erreicht. Die europäischen Börsen hätten bei Weitem nicht mithalten können und hätten vor sich hin gedümpelt. Dafür gebe es vor allem zwei Gründe:

Zum einen scheine die Steuerreform in den USA zu greifen. "Schon im ersten Quartal 2018 haben amerikanische Unternehmen etwa 300 Milliarden US-Dollar ins Land zurückgeholt", sage Karsten Müller. Wesentliche Teile davon sollten auch den Weg an die Aktienmärkte gefunden und die Kurse beflügelt haben. Und jetzt, im heißen Wahlkampf vor den Zwischenwahlen im November, wollten Trumps Republikaner mit einer weiteren Steuerreform punkten.

Dieses Mal stehe vor allem die Steuerentlastung von Privatpersonen im Mittelpunkt. Gehe es nach den Republikanern, würde die seit Jahresanfang gültige Einkommensteuersenkung, die zunächst nur für acht Jahre ausgelegt worden sei, auf Dauer festgeschrieben. Es sei zwar wenig wahrscheinlich, dass die Gesetzespakete noch vor den Zwischenwahlen durchgewunken würden. "Allein die Aussicht auf langfristig verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen könnte den Börsenoptimismus aber weiter befördern - und die US-Börsen gegenüber den europäischen noch weiter nach vorne bringen", so Müller.

Es seien vor allem die Tech-Unternehmen, die nicht nur dank der steuerlichen Rahmenbedingungen weltweit fast uneinholbare Marktpositionen hätten aufbauen können. Amazon, Alphabet, Apple & Co. lägen in fast allen Bereichen vorne. Sie häten ausgehend von einer enormen Kundenorientierung Imperien aufgebaut, die sie jetzt auch in vielen anderen Bereichen vom Start weg zu großen Mitspielern werden lasse. Karsten Müller: "Auch wenn es in Europa immer wieder ein Unwohlsein mit der US-amerikanischen Dominanz gibt: Passiert ist wenig."

Dabei wäre das auf einem Feld möglich, das gerade erst erschlossen werde. Das noch relativ junge Technologiefeld Blockchain sei noch nicht verteilt und die Marktpositionen würden gerade erst aufgebaut. "Obwohl die Blockchain-Technologie das Zeug dazu hat, die US-Monopolstellungen aufzubrechen, scheinen die Europäer hier wieder den Anschluss zu verpassen", sage Müller. "Wieder spielen bei der disruptivsten Technologie seit dem Siegeszug des Internets US-Unternehmen die erste Geige."

Dass das nicht so bleiben muss, zeigen viele Unternehmen, die abseits der großen Namen die Infrastruktur der Blockchains aufbauen, die Technologie entwickeln oder Anwendungen in Industrie, Handel und Dienstleistung tragen. Viele davon stammen aus Europa. Um diese jungen, zumeist noch nicht börsennotierten Unternehmen zu finden, genüge aber ein oberflächlicher Blick nicht, weiß Müller. Sie tragen anders als die US-Riesen keine großen Namen, aber haben oft ein Pfund: Patente. "Wer sich hier den zweiten Blick zutraut und in die Tiefenrecherche einsteigt, findet viele neue Spieler. Und manch einer davon wird es in Zukunft mit den ganz Großen aufnehmen können", ist sich Karsten Müller sicher. (12.09.2018/ac/a/m)






 
 
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