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Kolumnist: HypoVereinsbank onemarkets

„Wir sehen einen starken Anstieg der Nachfrage nach nachhaltigen Finanzprodukten“




22.10.20 07:55
HypoVereinsbank onemarkets

Das Thema „Nachhaltigkeit“ spielt für die Finanzbranche wie für die gesamte Wirtschaft eine immer wichtigere Rolle. Im Gespräch mit dem onemarkets Magazin erklärt der Vorstandssprecher der HypoVereinsbank, Dr. Michael Diederich, wie sich seine Bank hier positioniert.


onemarkets: Herr Dr. Diederich, welche Bedeutung hat das Thema „Nachhaltigkeit“ für Sie persönlich?


Michael Diederich: Nachhaltigkeit ist für mich einfach eines der wichtigsten Themen – und es wird immer wichtiger.


onemarkets: Wie sind Sie denn heute ins Büro gekommen – mit dem Auto oder mit dem Fahrrad?


Diederich: Mit einem Hybrid-Auto – also im Stadtverkehr überwiegend mit Strom. Ich fahre ja viel Rad, meine Familie und ich sind begeisterte Mountainbiker. Das Nachhaltigkeitsthema spielt inzwischen nicht nur in meinem Job, sondern auch im Privaten eine wichtige Rolle. Ich versuche, überall meinen Beitrag für eine nachhaltigere Welt zu leisten.


onemarkets: Es sind sich ja alle einig, dass sich Wirtschaft und Gesellschaft mehr in Richtung Nachhaltigkeit ausrichten müssen. Welche Rolle spielt dabei der Finanzsektor?


Diederich: Bereits vor COVID-19 war der Umbau der Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität und Nachhaltigkeit die große globale Herausforderung. Durch die aktuelle Pandemie erhält diese Entwicklung einen zusätzlichen Schub. Dem Finanzsektor kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. So unterstützen die Banken einerseits den öffentlichen Sektor – beispielsweise haben wir gerade die erste grüne Bundesanleihe am Markt begleitet. Anderseits steht die Wirtschaft vor einem massiven Umbruch, Geschäftsmodelle werden in Richtung Nachhaltigkeit ausgerichtet, viele entstehen völlig neu. Zur Finanzierung benötigen die Unternehmen Banken, die – so wie wir – in diesem Bereich eine langjährige Erfahrung und große Expertise haben.


onemarkets: Was bedeutet das für unsere Kunden?


Diederich: Wir sehen einen starken Anstieg der Nachfrage nach nachhaltigen Finanzprodukten. So fordern zum Beispiel institutionelle Anleger immer stärker, dass die ESG-Kriterien, also die Faktoren Ökologie, Soziales und gute Unternehmensführung, bei ihren Investitionen berücksichtigt werden. Aber auch bei den privaten Anlegern spielt das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Dies ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass die Assetklasse Nachhaltigkeit sehr gut performt.


„Unser eigener ökologischer Fußabdruck soll weiter massiv reduziert werden“
Michael Diederich, Vorstandssprecher der HypoVereinsbank.


onemarkets: Wie positioniert sich denn die UniCredit hier? Wie sehen die Nachhaltigkeitsziele und die -strategie der Bank aus?


Diederich: Für die UniCredit, zu der die HypoVereinsbank gehört, ist Nachhaltigkeit unverzichtbarer Teil ihrer DNA und zentrales Element der Geschäftsstrategie – und das nicht erst seit heute. Um ihr Engagement für Nachhaltigkeit zu bekräftigen, hat die Gruppe im vergangenen Jahr konkrete ESG-Ziele angekündigt und jüngst ihre Kohle-Policy noch einmal angepasst. So verpflichten wir uns, uns bis 2028 vollständig aus der Finanzierung des Kohlesektors zurückzuziehen. Wir wollen zudem gruppenweit bis 2023 unsere Unterstützung für erneuerbare Energien und das Kreditvolumen zur Steigerung der Energieeffizienz deutlich erhöhen. Und unser eigener ökologischer Fußabdruck soll ebenfalls weiter massiv reduziert werden – beispielsweise der CO2-Verbrauch bis 2030 um 80 Prozent gegenüber 2008.


onemarkets: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) verlangt von Finanzinstituten einen bewussten Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken. Was heißt das konkret?


Diederich:


Klima- und Umweltrisiken gehören ohne Zweifel zu den größten Gefahren für die Wirtschaft. Darauf regieren Politik und Regulatoren. Europäische Aufsichtsbehörden, auch die Bafin, drängen Banken zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken sowie der Einbeziehung solcher Risiken in das Risikomanagement und die Risikosteuerung. Die Berücksichtigung solcher Risikokosten in unseren Kalkulationen kann den Verzicht auf einzelne Geschäftsfelder sowie Produkt- oder Kundengruppen zur Folge haben. Über diesen Weg steigt der Druck, beispielsweise keine umwelt- und klimafeindlichen Produktionsweisen mehr zu finanzieren.


onemarkets: Die HypoVereinsbank hat ja kürzlich auch eine Klima-Selbstverpflichtung unterzeichnet. Was verbirgt sich konkret dahinter?


Diederich:


Ziel der 16 Erstunterzeichner aus dem deutschen Finanzsektor ist es, die eigenen Kredit- und Investmentportfolien im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen auszurichten. Unter anderem werden die beteiligten Unternehmen künftig offenlegen, welche Emissionen mit ihren Kredit- und Investmentportfolios verbunden sind.


onemarkets: Ex-Skirennläufer Felix Neureuther erklärte im letzten onemarkets Magazin, er erwarte von einer guten Bank, dass sie nachhaltig operiere, der Kundenberater ihn gut berate und entsprechende Wertpapiere anbiete. Wie ist die HypoVereinsbank da aufgestellt?


Diederich: Sehr gut. Wir spüren auch, dass immer mehr unserer Kunden – genauso wie Felix – aktiv nachhaltige Finanzprodukte nachfragen und eine umfassende, kompetente Beratung dazu erwarten. Die Menschen suchen einen Partner, der sich mit dem Thema auskennt. Wir haben das Thema „Nachhaltigkeit“ in unsere Beratungstools integriert. So können wir unsere Kunden nach ihren Wünschen beraten, um gemeinsam mit ihnen die bestmögliche Lösung zu finden. Wir werden dies noch weiter vertiefen, indem wir derzeit alle Mitarbeiter im Privatkundengeschäft zum Thema nachhaltige Geldanlage intensiv weiterbilden. Unsere Produktpalette reicht dabei von der klassischen Geldanlage über die Vermögensverwaltung bis hin zur Altersvorsorge.


onemarkets: Geben Sie uns doch mal ein konkretes Beispiel.


Diederich: Zum einen bieten wir klassische Vermögensverwaltungen mit Einzeltitelauswahl oder Portfoliolösungen an, die jeweils Nachhaltigkeitsvarianten haben. Im Private Banking sind mittlerweile mehr als die Hälfte der von uns verwalteten Vermögen in solchen Varianten investiert mit klar zunehmender Tendenz. Zum anderen haben wir seit diesem Jahr neu im Angebot eine mit unserem Partner Amundi entwickelte modulare Vermögensverwaltung für Anlagevolumina ab 25.000 Euro namens HVB Premium Invest. Dort sind schon kurz nach dem Marktstart mehr als 60 Prozent der Anlegergelder in Nachhaltigkeitsthemen investiert. Zudem bieten wir natürlich weitere nachhaltige aktive Fonds sowie ETFs und eigene nachhaltige Anlageprodukte an. Bei der Konzeption dieser Produkte arbeiten wir unter anderem mit der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG zusammen.


„Für die UniCredit, zu der die HypoVereinsbank gehört, ist Nachhaltigkeit unverzichtbarer Teil ihrer DNA und zentrales Element der Geschäftsstrategie – und das nicht erst seit heute.“


onemarkets: Für einige dieser Anlageprodukte hat die UniCredit ja den UC ESG Goods for Life Index geschaffen. Was zeichnet diesen Index aus?


Diederich: In dem Index sind 30 europäische Aktiengesellschaften enthalten, die stabile Wachstumschancen mit der Erfüllung strenger Nachhaltigkeitskriterien kombinieren. Die Unternehmen stellen Güter des täglichen Bedarfs her, wie beispielsweise Medikamente, Nahrungsmittel oder Körperpflegeprodukte. Sie kommen also aus Branchen, die im Vergleich zum Gesamtmarkt durch eine stabile Nachfrage und stabiles Gewinnwachstum gekennzeichnet sind. Mithilfe eines Bewertungsverfahrens von ISS ESG werden aus den größten Aktiengesellschaften dieser Sektoren die 30 mit der höchsten Nachhaltigkeitsbewertung für den Index ausgewählt. Auf Basis dieses Index bieten wir unseren Kunden verschiedene Anlageprodukte an, die an der Wertentwicklung des Index in unterschiedlichem Umfang partizipieren und teilweise auch einen Kapitalschutz vorsehen.


onemarkets: Herr Dr. Diederich, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.


Bildnachweis:


  • UniCredit Bank

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Diese Informationen stellen keine Anlageberatung, sondern eine Werbung dar. Das öffentliche Angebot erfolgt ausschließlich auf Grundlage eines Wertpapierprospekts, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin") gebilligt wurde. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Empfehlung zu verstehen, diese Wertpapiere der UniCredit Bank AG zu erwerben. Allein maßgeblich sind der Prospekt einschließlich etwaiger Nachträge und die Endgültigen Bedingungen. Es wird empfohlen, diese Dokumente vor jeder Anlageentscheidung aufmerksam zu lesen, um die potenziellen Risiken und Chancen bei der Entscheidung für eine Anlage vollends zu verstehen. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.


Funktionsweisen der HVB Produkte


Der Beitrag „Wir sehen einen starken Anstieg der Nachfrage nach nachhaltigen Finanzprodukten.“ erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).



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