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Wie performen "WM-Aktien" wirklich?




29.06.18 12:27
Ginmon GmbH

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Das Achtelfinale der Fußball Weltmeisterschaft steht bevor und es häufen sich Artikel über "Fußball-Aktien", "WM-Aktien" oder "Aktien, die vom großen Turnier profitieren werden", so Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Ginmon, in einem aktuellen Marktkommentar.

Die Theorie dahinter sei recht einfach: Während der Weltmeisterschaft würden Menschen mehr Bier, Chips konsumieren und sich das passende Fußball-Trikot kaufen. Der Umsatz dieser Unternehmen müsste also stark steigen. Der gefuchste Anleger denke sich deshalb: Solche Aktien sollte man vor der WM kaufen, da sie durch die WM beflügelt würden, und nach der WM wieder verkaufen. Rein, raus und Kasse machen. Doch wie sehe die Realität aus?

Sorge ein steigender Umsatz wirklich für einen Kursanstieg? Als einer der WM-Sponsoren sollte adidas (ISIN: DE000A1EWWW0, WKN: A1EWWW, Ticker-Symbol: ADS, NASDAQ OTC-Symbol: ADDDF) mit am stärksten von der Fußball-Weltmeisterschaft profitieren. Das adidas-Logo sei gefühlt jede Sekunde auf dem Fernseher zu sehen. Während der WM 2014 in Brasilien habe adidas mehr als drei Millionen Trikots verkauft.

adidas stand im Finale - Doch Anleger verloren

Schauen wir uns den Aktienkurs von adidas vom 1. Mai 2014 bis zum 31. Juli 2014 an. Zur Erinnerung: Im WM-Finale habe Deutschland gegen Argentinien gespielt. Beides Mannschaften, die von adidas gesponsert worden seien. Ein doppelter Sieg für adidas? Aus Anlegersicht nicht wirklich. Die Aktie habe im genannten Zeitraum 23 Prozent verloren. Der Umsatz bei Coca-Cola (ISIN: US1912161007, WKN: 850663, NYSE Ticker-Symbol: KO) sei im Jahr 2014 sogar gesunken, genau wie die Aktie. Für die Coca-Cola-Aktie sei es vom 1. Mai 2014 bis zum 31. Juli 2014 um 4,3 Prozent abwärts gegangen, während Anheuser-Busch Inbev (ISIN: BE0974293251, WKN: A2ASUV, Ticker-Symbol: 1NBA, EN Brüssels: ABI, Nasdaq OTC-Symbol: BUDFF), einer der größten Bierbrauer der Welt, gerade mal 0,7 Prozent zugelegt habe. Und zu guter letzt: Die McDonald’s-Aktie (ISIN: US5801351017, WKN: 856958, Ticker-Symbol: MDO, NYSE-Symbol: MCD) sei um rund sieben Prozent abgesackt. Nur die Nike-Aktie (ISIN: US6541061031, WKN: 866993, Ticker-Symbol: NKE, NYSE-Euronext-Symbol: NKE) habe in diesen drei Monaten mit einem Plus von 5,2 Prozent überzeugen können.

Die langfristige Entwicklung schlägt die WM-Wette

Doch schauen wir mal auf die langfristige Entwicklung der oben genannten Aktien. Vom 1. Mai 2014 bis zum 30. April 2018 habe die Inbev-Aktie 12,8 Prozent verloren, Coca-Cola habe 3,1 Prozent gewonnen, McDonald’s sei um 60,7 Prozent gestiegen und Nike habe um 86,3 Prozent zugelegt. Und der krönende Abschluss: Die adidas-Aktie sei in diesem Zeitraum um 149,4 Prozent gestiegen.

Natürlich seien die Zeiträume willkürlich und jeder könnte durch das ändern des Zeitraumes das Ergebnis des Vergleiches beeinflussen. Und dennoch zeige dieser Vergleich, wie schwierig es sei, den "richtigen Zeitpunkt" für ein Investment zu erwischen. Der Vergleich zeige auch, dass kurzfristige Events wie die Fußball-WM deutlich überbewertet würden. Was viele Anleger auch immer wieder vergessen würden: Solche Sportevents seien schon lange im Vorhinein bekannt. Alle möglichen Preissteigerungen wären damit in einem effizienten Markt bereits mit eingepreist.

Sportinvestments sind keine Sportwetten

Reiner halte deshalb nichts davon, sogenannte ""WM-Aktien" kurzfristig zu kaufen und wieder zu verkaufen. Denn zu erraten, welche Aktie am stärksten profitieren werde, sei nahezu unmöglich. Man wäre viel besser aufgestellt, wenn man durch ein global gestreutes ETF-Portfolio in diese Unternehmen investieren würde. Wer unbedingt seine Gewichtung in diese Unternehmen erhöhen möchte, könnte 10 Prozent seines Investments in Einzeltitel investieren. Eine bessere Performance sollte man sich hiervon jedoch nicht erwarten. Im Schnitt wäre dies aber sicherlich eine günstigere Wette als bei Sportwetten oder im Casino. So könne man sein Geld so lange für sich arbeiten lassen, wie Menschen Fußball lieben würden. Dann sei es auch egal, dass Deutschland die WM - wie dieses Jahr - so früh verlassen habe. (29.06.2018/ac/a/m)






 
 
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