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Kolumnist: Geldanlage-Report

Wie gut Mischfonds wirklich sind! Der richtige Mix macht´s...




29.07.13 14:31
Geldanlage-Report

http://www.geldanlage-report.de


 


Lieber Geldanleger,


haben Sie auch einen sogenannten Mischfonds - im englischen: Multi-Asset-Fonds - im Depot? Verwunderlich wäre das nicht. Deutsche Investoren stecken jährlich Milliarden in Mischfonds. 2013 sogar noch mehr als sonst. Nur Rentenfonds sind noch beliebter.


Was Mischfonds so interessant macht: Sie versprechen in Zeiten von Unsicherheit an den Kapitalmärkten die ultimative Flexibilität durch Investments in alle Regionen und Anlageklassen, gelten zudem als risikoärmer als beispielsweise Aktienfonds. Doch nicht alle können die in sie gesetzten Erwartungen auch erfüllen.


Die Kapitalmärkte befinden sich in unruhigem Fahrwasser. Ein Marktumfeld wie gemalt für flexible Anlagen, denn fast täglich wechseln die Markttrends. Mal laufen Aktien, mal laufen Anleihen, mal laufen sogar beide. Da kommen Mischfonds ins Spiel. Sie setzen nicht alles auf eine Karte, nehmen von allem etwas - Pfandbriefe, Immobilien und Staatsanleihen. Das soll das Risiko verringern helfen.


Aber die Auswahl ist groß. Und welcher Mischfonds ist da der richtige?


Glaubt man der Statistik des BVI, des deutschen Fondsverbandes, haben Mischfonds inzwischen einen festen Platz im Anlagespektrum. Allein im Mai investierten Anleger per Saldo 1,6 Milliarden Euro in Mischfonds.


Das ist eigentlich auch kein Wunder: Mischfonds haben nämlich per se einige Vorteile und das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Sie können idealerweise schneller auf sich ändernde Rahmenbedingungen an den Märkten reagieren und die Anlageklassen im Fondsvermögen verändern.


Zudem sind sie in der Regel gekennzeichnet durch eine hohe Diversifikation, was Risiken in der Regel entgegenwirkt. Mischfonds sind somit grundsätzlich gut geeignet für Investoren, die sich nicht jeden Tag selbst mit ihren Anlagen beschäftigen können (oder wollen).


Mischfonds ist aber nicht gleich Mischfonds. Es gibt welche, die die flexible Strategie besonders frei auslegen, das bedeutet: Die Anlagerichtlinien räumen dem Fondsmanager sehr große Freiheiten in seinen Entscheidungen zwischen Aktien, Anleihen oder anderen Vermögensklassen ein.


Andere defensivere Mischfonds sind in der Hinsicht restriktiver und zwingen den Manager beispielsweise, mindestens 70 Prozent des Fondsvolumens in Anleihen zu halten. Überraschend: Oftmals sind die defensiven Fonds erfolgreicher.


Blick zurück nach vorn


Daten der Vergangenheit sollten nie das einzige Kriterium sein, um einen Fonds zu beurteilen. Wer allein die Performance der vergangenen Jahre heranzieht, unterstellt indirekt, dass sich die Zukunft genauso wie die Vergangenheit entwickeln wird oder dass der Fondsmanager wohl künftig ein genauso glückliches Händchen hat. So einfach ist das Geschäft mit den Mischfonds leider nicht.


Darum sollten Sie sich fragen: Setzt der Fonds auf Schwellenländer oder entwickelte Volkswirtschaften? Welche Währungen können im Fondsvermögen enthalten sein und wie rechtzeitig reagieren die Fondsmanager auf Veränderungen?


Seit Ende Mai sind die Schwellenländermärkte stärker unter Druck geraten. Hier reichte bereits die Angst vor weniger Liquidität der US-Notenbank, um viele Währungen zweistellig ins Trudeln zu bringen. Fondsmanager, die hier nicht umgeschichtet hatten, sitzen nun auf den Verlusten.


Ein Tipp: Eine Abwägung zwischen Chance und Risiko erlaubt eine typische Fondskennzahl wie die Sharpe Ratio, also die Kennziffer, die die Überschussrendite des eingegangenen Risikos illustriert.


Anlagehorizont und Kostenstruktur


Idealerweise sind Mischfonds etwas für mittel- bis langfristig orientierte Anleger (fünf bis sieben Jahre). Wollen Sie nur kurzfristig investieren, machen Sie mit einem Mischfonds vermutlich nur Verluste. Dafür sind die Fonds auch einfach zu teuer. Auch das sollten Sie im Übrigen immer im Blick haben: Wie viel kostet mich das Fondsmanagement eigentlich?


Wer als Sparer über 30 Jahre lang monatlich 100 Euro anlegt, verfügt am Ende bei einem kostengünstigen Fonds über 88.800 Euro. Bei einem teuren Fonds reduziert sich das Kapital jedoch auf rund 52.600 Euro, will „Ökotest“ herausgefunden haben. „Die Ökotest“-Experten sehen, was die Kosten angeht, Indexfonds vorn. Die seien bis zu 80 Prozent günstiger im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds.


Grund: Da die Indexfonds allein den Index von Rohstoff-, Bond- und Aktienmärkten nachbilden, entstehen auch keine Kosten für teures Management. Es muss dann ja auch nichts umgeschichtet werden. Was die Ökotester nicht sagen: Mischfonds haben in den vergangenen drei Jahren deutlich höhere Renditen erzielt!


Erfolgreiche Mischfonds


Wenn Sie sich für Mischfonds interessieren, sollten Sie sich die „Marktführer“ ins Depot legen: Ein Beispiel ist der Invesco Continental European. Der Fonds legt hauptsächlich in hochrentierlichen europäischen Schuldtiteln an, in geringerem Umfang kann aber auch in Aktien investiert werden.


Negativ: Einmalanlagen müssen mindestens 50.000 Euro betragen. Eine lukrative Alternative ist der Kapital Plus A. Der Mischfonds der Allianz-Tochter AGI konzentriert sich auf europäische festverzinsliche Papiere mindestens guter bis sehr guter Bonität.


Anleihen aus Schwellenländern oder nicht in Euro ausgegebene Papiere können maximal mit zehn Prozent gewichtet werden. 20 bis 40 Prozent des Fondsvermögens können dabei auch in Aktien investiert werden. Die Mindestanlagesumme liegt bei „nur“ 250 Euro, der Ausgabeaufschlag bei drei Prozent.


Ebenfalls interessant ist der in Schweizer Franken aufgelegte Fonds der UBS Global Asset Management UBS Global Allocation EU. Der Schwerpunkt liegt auf Europa. Investiert wird in verschiedene Aktien- und Anleiheklassen.


Der DJE Cosmopolitan ist der aggressivste Fonds von allen hier genannten. Er setzt auf Japan, China und neue Anlagechancen in Europa. Die Fondsmanager gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik noch einmal lockern muss, was Europa noch interessanter machen würde.


MEIN FAZIT:


- Mischfonds sind durchaus attraktiv, aber auch nicht ohne Risiko. Nicht alle Fondsmanager können den Markt immer exakt so timen, dass der Fonds in turbulenten Marktphasen rechtzeitig aus Risiko-Assets aussteigt. Defensive Fonds, die beispielsweise starre Aktien-Renten-Quoten fahren, haben in der jüngeren Vergangenheit den flexibleren Mischfonds den Schneid abgekauft.


- Behalten Sie die Kostenstruktur im Blick. Wen die (noch immer viel zu hohen!) Fondsmanagement-Gebühren abschrecken, sollte sich beispielsweise Indexfonds näher ansehen.



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