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Wie Infrastrukturunternehmen die Welt wiederaufbauen könnten




12.03.18 11:47
Franklin Templeton

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Bedarf an der Entwicklung von Infrastruktur ist ein weltweites Phänomen, so Wilson Magee, Director of Global Real Estate and Infrastructure Securities bei Franklin Real Asset Advisors.

Viele Schwellenländer müssten neue Infrastruktur entwickeln, um den Bedürfnissen ihrer wachsenden Bevölkerung, Wirtschaft und Städte gerecht zu werden. Und viele Industrieländer, darunter die USA, müssten alternde Infrastruktur instand setzen, modernisieren oder vollständig ersetzen.

Der Anteil der Schwellenländer an der weltweiten Nachfrage nach Ressourcen steige - und die Experten würden mit einer Fortsetzung dieses Trends rechnen. Die beiden größten Schwellenländer, China und Indien, hätten ehrgeizige Infrastrukturpläne.

China verfolge im Infrastrukturbereich bereits eine Politik, die die Experten als sehr günstig ansehen würden. Die Initiative "Neue Seidenstraße" des chinesischen Premierministers Xi Jinping könnte in Anlehnung an die alte Seidenstraße zum Aufbau und zur Ausbesserung von Transportinfrastruktur führen.

In Indien plane das Verkehrsministerium Berichten zufolge den Ausbau des Autobahnnetzes von 30.000 auf 50.000 Kilometer in den kommenden Jahren. Diese geplante Steigerung entspreche in etwa der vierfachen Strecke von New York nach San Francisco. Danach werde das Autobahnnetz des Landes eine Länge von rund 50.000 Kilometern haben.

In Mexiko würden die Experten die langfristigen Wachstumsaussichten des dortigen Flughafensystems für spannend halten. Basierend auf ihrer Auswertung von Regierungsdaten kämen in Mexiko im Jahresdurchschnitt 0,4 Flugreisen auf eine Person. In den USA betrage dieser Wert rund 2,4. Dies zeige einem das enorme Wachstumspotenzial, denn Mexiko verzeichne bei seinen Fluglinien und Flughäfen ein steigendes Passagieraufkommen.

Im US-Kongress scheine es für die Ausbesserung der maroden, alternden Infrastruktur des Landes parteiübergreifende Unterstützung zu geben. Dies sei eines der Hauptthemen im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 gewesen. In demselben Jahr habe die US-Infrastruktur vom US-Bauingenieurverband (American Society of Civil Engineers) gerade noch die Gesamtnote "befriedigend" erhalten.

Im Februar dieses Jahres habe US-Präsident Donald Trump einen 1,5 Billionen US-Dollar schweren Plan zur Sanierung von Straßen, Brücken, Flughäfen und Wasseraufbereitungsanlagen in den USA vorgestellt. Der Plan sehe Ausgaben des Bundes in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar in den nächsten zehn Jahren und eine Finanzierung der restlichen 1,3 Billionen US-Dollar durch die Bundesstaaten, Kommunen und den Privatsektor vor.

Es bestehe jedoch Uneinigkeit, wer den Großteil der Zeche für die vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen zahlen solle. Für viele Demokraten würden Trumps Pläne die Haushalte der Bundesstaaten und Kommunen zu stark belasten, und sie würden Investitionen des Bundes von 1 Billion US-Dollar fordern. Die haushaltspolitischen Hardliner der Republikaner würden sich jedoch nach der jüngsten Verabschiedung der Steuerreform und des Haushalts für 2019 gegen steigende Bundesausgaben sperren.

In Anbetracht der Haushaltszwänge auf Ebene von Kommunen, Staaten und Bund dürfte dem Privatsektor beim Trump'schen Infrastrukturplan eine entscheidende Rolle zufallen. Aus Sicht der Experten von Franklin Templeton dürften börsennotierte Infrastrukturunternehmen wie z. B. Betreiber von Flughäfen, Mautstraßen und Wasseraufbereitungsanlagen sowohl ihr Kapital als auch ihr operatives Know-how einbringen.

Allerdings würden die Experten auf kurze Sicht nicht mit der raschen Verabschiedung eines Infrastrukturgesetzes im US-Kongress rechnen. Repräsentantenhaus und Senat scheinen sich derzeit auf eine Reform der Einwanderungsgesetze zu konzentrieren, so die Experten von Franklin Templeton.

Gleich ob ein US-Infrastrukturgesetz komme oder nicht, die Infrastrukturausgaben würden nicht enden. So würden bspw. US-Stromversorger weiter in Wachstumsprogramme investieren, die den Umstieg auf sauberere Energieformen wie Erdgas und Erneuerbare fördern würden. Nach Ansicht der Experten werde der steigende Anteil erneuerbarer Energien die Investitionen in Stromübertragungsnetze in den USA und rund um den Globus weiter ankurbeln.

Nach Einschätzung der Experten dürfte die Finanzierung von Infrastrukturprojekten in aller Welt in zunehmendem Maße private Mittel erfordern. Börsennotierte Infrastrukturunternehmen könnten diese Mittel und die Dienstleistungen bereitstellen, damit Länder wirtschaften, gedeihen und wachse würden.

Für besonders spannend halten die Experten von Franklin Templeton die Wachstumsaussichten von globalen Mautstraßenbetreibern, US-Flüssiggas-Exportanlagen und Wasserversorgern. Ihr Team lege den Fokus auf das Ausmaß der Änderung bei den prognostizierten Gesamttrends in diesen Bereichen und blicke über die aktuelle Performance hinaus, um zielgerichtet mögliche Chancen und Herausforderungen zu erkennen.

Im Transportsektor dürfte ein australischer Marktführer für Mauttechnologie, der auch in den USA tätig sei, von einem US-Infrastrukturgesetz profitieren. Ein weiteres Beispiel sei ein französischen Konzessions- und Bauunternehmen, das weltweit Mautstraßen und Flughäfen betreibe. Den französischen Mautstraßen des Unternehmens kämen derzeit die positiven, zulegenden Wachstumstrends beim Bruttoinlandsprodukt Frankreichs zugute.

Im Energiesektor dürften aus Sicht der Experten Unternehmen, die Gaspipelines und Flüssiggas-Exportanlagen in den USA bauen und betreiben, von den vereinfachten US-Genehmigungen profitieren würden. Ein Beispiel sei ein US-Energieunternehmen, das die erste Flüssiggas-Exportanlage in den USA entwickle und betreibe und seine Kapazität weiter ausbaue.

Im Versorgungssektor sei ein US-Versorgungsunternehmen, das in den USA und Kanada tätig sei, gut aufgestellt, um die US-Wassersysteme zu sanieren. Nach Erachten der Experten von Franklin Templeton verdeutlicht der Skandal um bleihaltiges Wasser in Flint, Michigan, den Bedarf an Investitionen in eine sichere kommunale US-Wasserversorgung.

Insgesamt würden die Experten den Ausblick für börsennotierte Infrastrukturunternehmen basierend auf ihrer Analyse der Wachstumsraten bei Umsätzen und Dividenden für robust halten. Aus ihrer Sicht seien die Wachstumsraten für diese Unternehmen recht vorhersehbar. Sie würden in der Regel im Rahmen langfristiger Verträge und regulierter Renditemodelle arbeiten oder hätten monopolistische Strukturen. (Ausgabe vom 09.03.2018) (12.03.2018/ac/a/m)






 
 
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