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Wer beim DAX-Rekord jubelt, macht etwas falsch




06.04.21 14:55
INVIOS GmbH

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Rekordstände bei Indices wie jetzt gerade beim DAX verleiten gerne zum Jubeln, so die Experten der INVIOS GmbH.

Dabei sei klar: Wer bei neuen Rekorden jubele, mache etwas falsch. "Denn dann scheint ein Portfolio sehr stark auf den deutschen Markt ausgerichtet zu sein", sage Nikolas Kreuz, Geschäftsführer der INVIOS GmbH. "Eine solch geringe Streuung rächt sich bei den nächsten Abwärtsbewegungen."

Dazu komme: Rekordhochs würden Indices in Aufwärtsbewegungen fast jeden Tag neu erzielen, allein 2021 seien es bisher an Schlusskursen gemessen bereits 15 gewesen. "Wer also 15 Mal jubelte, hat 15 Mal über seinen eigenen Fehler gejubelt", sage Kreuz. Und das gleich aus mehreren Gründen: Zum einen seien ganz grundsätzlich die Gewinner von gestern und heute nicht unbedingt die Gewinner von morgen. "Gerade der DAX ist noch sehr eng in seiner Auswahl, hier kann eine Änderung der Favoriten an der Börse den Index schon als Ganzes ins Rutschen bringen", so Kreuz.

Dazu komme der Home-Bias-Effekt, bei dem vor allem die Werte gekauft würden, die vor der Haustüre arbeiten würden. "Es ist eine Illusion für Privatanleger anzunehmen, dass sie eine Daimler-Aktie besser einschätzen könnten als General Motors", sage Kreuz. "Letztlich sind Informationen mittlerweile weltweit und in passender Form verfügbar, ein Informationsvorsprung also so gut wie ausgeschlossen." Weiterhin würden die Erkenntnisse der Neuro-Finance zeigen, dass die Jagd nach Rekorden, das Hetzen von High zu High die ohnehin vorhandene Gier weiter anstachele. "Dann aber werden Entscheidungen immer weniger rational und damit weniger erfolgreich", so Kreuz. Vor allem würden dadurch prozyklische Käufe gefördert, die eigentlich nie sonderlich erfolgreich seien.

Wer also nach Rekordhochs schiele, sollte nie aus den Augen verlieren, dass mit jedem Anstieg auch das Korrekturpotenzial steige. "Es gilt nach den Gesetzen der Mean Reversion, dass es immer wieder Rücksetzer zum inneren Wert geben wird - und die fallen umso höher aus, je weiter die Kurse gelaufen sind", sage Kreuz. Potenziert würden diese Gefahren, wenn tatsächlich ein zu großer Anteil des Portfolios nur in einem Index wie dem DAX stecke.

"Um an der Börse langfristig erfolgreich zu sein, ist ein flexibler Multi-Asset-Ansatz das Beste", so Kreuz. Damit lasse sich auf Marktveränderungen aktiv reagieren, Wachstums-und Renditechancen würden sich breiter nutzen lassen. "Auch die Risiken werden durch eine Streuung über Branchen, Regionen, Small-Cap- und Bluechip-, Growth- und Value- Aktien deutlich reduziert", sage Kreuz. Um stabile Renditen unabhängig von den starken Schwankungen der Märkte zu erzielen, für die Rekordhochs ja nur ein Zeichen seien, sei darüber hinaus Disziplin erforderlich. "Diversifikation, der Blick auf ein solides Management und der Mut, antizyklisch zu kaufen und zu verkaufen, sind immer noch die Regeln, aus denen der Börsenerfolg gemacht ist", sage Kreuz. "Wer etwas anders behauptet, soll erst einmal zeigen, dass er auch unter Verzicht darauf Werte schafft und erhält." (06.04.2021/ac/a/m)







 
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