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Weltwirtschaft wächst solide - Zenit aber überschritten




14.05.18 08:38
Merck Finck Privatbankiers

München (www.aktiencheck.de) - Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen haben die meisten Konjunkturdaten vor allem in exportorientierten Regionen in den vergangenen Wochen enttäuscht, so Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, im aktuellen "Marktkompass" Mai 2018.

"Der Trend bleibt zwar solide, aber die Spitze der wirtschaftlichen Wachstumsdynamik liegt hinter uns", habe Greil gesagt. Dieses Umfeld bestätige zusammen mit der geldpolitischen Normalisierung durch die Zentralbanken das neutrale Fundamentalbild der Bank. Auch die Einschätzung der Marktrisiken bleibe angesichts des weiterhin bestehenden Risikos geopolitischer Eskalationen, struktureller Ungleichgewichte und möglicher geldpolitischer Fehlentscheidungen seitens der Zentralbanken neutral.

Mit dem Krieg in Syrien, der Aufkündigung des Nuklear-Deals mit dem Iran und den anhaltenden Handelsdifferenzen hätten die Anleger ihr Hauptaugenmerk weiter auf die Geopolitik und vor allem auf die Politik von Donald Trump gerichtet. Viele Konjunkturdaten hätten sich zuletzt eingetrübt, Unternehmensdaten seien zumeist schwächer ausgefallen als Konsumindikatoren.

"Der Konjunkturzyklus hat seinen Zenit überschritten", kommentiere Greil. Europa müsse sich nach wie vor mit der Umsetzung des Brexits auseinandersetzen, und in Italien herrsche - noch - politischer Stillstand. Wenngleich die USA weiter von der Steuerreform des letzten Jahres profitieren würden, hätten viele Aktienkurse an der Wall Street trotz eindrucksvoller Gewinnzahlen partout nicht steigen wollen. Beiderseits des Atlantiks seien dagegen zumindest zwischenzeitlich die Inflationserwartungen gestiegen, was steigenden Lohntrends und den Rohstoffpreisen zuzuschreiben gewesen sei.

Angesichts der jüngsten Konjunkturschwäche habe es zuletzt nicht nur in Europa weniger Anhebungen von Gewinnschätzungen auf Analystenseite gegeben. Höhere Rohstoffpreise insbesondere für Öl und steigende Löhne könnten die Gewinnmargen der Unternehmen schmälern, während das Wirtschaftsklima die Aussichten auf Umsatzwachstum trübe. "An der Wall Street zeichnen sich kurzfristig keine entscheidenden Faktoren ab, die den Aktienmarkt von seinem Seitwärtstrend abbringen", so Greil. Dies bestätige die neutrale Haltung der Bank und ihre vor allem bewertungsbedingte Präferenz für Japan und die Schwellenländer gegenüber den USA und Europa.

Im April habe die Suche nach sicheren Häfen vorübergehend sowohl die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe als auch die der US-Staatsanleihe gedrückt; beide seien aufgrund von Anzeichen eines Anstiegs der Inflation in den USA sowie bei Löhnen und Rohstoffpreisen danach jedoch wieder angestiegen. Sollte die US-Notenbank 2018 wie von Merck Finck erwartet drei weitere Zinsanhebungen beschließen, dürfte die US-Renditekurve flacher werden, während die für Bundesanleihen angesichts vorerst wohl ausbleibender Leitzinsanhebungen durch die EZB steiler werden dürfte. Merck Finck bleibe bei Anleihen untergewichtet.

"Kurzfristig halten wir einen noch etwas festeren Dollar für möglich. Mit den steigenden Defiziten in den USA dürfte der Euro auf Sicht von sechs Monaten aber wieder an Wert gewinnen", meine Greil. Daher bestätige die Bank ihre Prognose von 1,25 US-Dollar je Euro.

Der Preis für Brent-Rohöl sei in weniger als zwölf Monaten von 45 auf über 75 US-Dollar pro Barrel gestiegen, das höchste Niveau seit 2014. Produktionskürzungen durch die OPEC-Mitglieder und Russland bei anhaltend hoher Nachfrage, Pipeline-Engpässe in den USA und mögliche weitere politische Komplikationen in der Golfregion - all das könnte die Preise vorübergehend noch weiter nach oben treiben. "Daher heben wir unsere Sechs-Monats-Prognose für das Fass Brent-Öl von bislang 65 auf 75 Dollar an, bleiben aber bei unserer Prognose von 1.400 Dollar je Unze Feingold", so Greil. (Ausgabe vom 12.05.2018) (14.05.2018/ac/a/m)







 
 
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