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Weltwirtschaft bleibt standhaft




12.09.18 16:10
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der jüngste ifo Geschäftsklimaindex in Deutschland ist gestiegen, und der ISM-Index in den USA erreichte zuletzt ein 14-Jahreshoch, so die Analysten der DekaBank.

Unglaublich, aber wahr! Würden die befragten Unternehmen etwa die omnipräsenten Nachrichten von den Krisenherden der Welt und die von ihnen ausgehenden Risiken für die Wirtschaft ignorieren? Wohl kaum. Vielmehr überwiege die Einschätzung, dass der globale Wirtschaftsmotor trotz all des Sandes im Getriebe weiterlaufe. Damit bleibt unser Bild eines anhaltenden Aufschwungs mit nur langsamer Wachstumsabschwächung erhalten, so die Analysten der DekaBank. Die globale Konjunktur halte sich also weiterhin standhaft gegenüber den Anfeindungen in Form von politischen Risiken.

Die Weltwirtschaft sei verwoben, und dies lenke das Augenmerk auf die von den USA ausgehenden Handelskonflikte. Vor allem gegenüber China würden die Zollerhöhungen weiter gehen. Das schaffe generelle Unsicherheit bezüglich neuerlicher Eskalationsschritte in der Protektionismusspirale im Allgemeinen und auch bezüglich preissteigernder Effekte in den USA sowie exportdämpfender Effekte in China im Speziellen. Noch würden sich die Auswirkungen in Grenzen halten, vor allem, weil außerhalb der USA die politischen Bestrebungen sowie die täglichen Geschäfte nach wie vor im Geiste einer liberalen Welthandelsordnung stattfinden würden. Nach Überzeugung der Analysten werde dies auch so bleiben, sodass weitere Strafzölle der USA die globale Konjunktur nur belasten und nicht umwerfen würden.

Dass die Weltwirtschaft verwoben sei, zeige sich indes nicht nur im Warenaustausch, sondern auch über die monetären Wirkungskanäle. Dies treffe aktuell vor allem die Emerging Markets. Die Krisenkandidaten dieser Tage hätten unterschiedliche Geschichten zu erzählen. Aber ein Risikokomplex verbinde sie alle: Ein hohes Leistungsbilanzdefizit verbunden mit nennenswerter Auslandsverschuldung. Zu den üblichen Verdächtigen würden abermals Argentinien, Südafrika und die Türkei zählen. Rasche Entwarnung könne hier kaum gegeben werden, von einer handfesten und ausufernden Emerging Markets-Krise dürfe jedoch ebenso wenig die Rede sein.

Hilfreich sei dabei, dass die US-Rentenmärkte mit Renditeniveaus nahe drei Prozent bei Rückkehr zur Normalität schon weit fortgeschritten seien. Von dieser Seite seien also keine allzu großen Belastungen mehr zu erwarten.

Entsprechend bleibe in der standhaften Weltwirtschaft das konstruktive Umfeld für risikobehaftete Anlageklassen erhalten, wenngleich diese ihrem Ruf einer höheren Schwankungsanfälligkeit wieder verstärkt gerecht würden. (Ausgabe September/Oktober 2018) (12.09.2018/ac/a/m)






 
 
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