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Kolumnist: Fincomm Expertenpool

Welche Trader verstärken die Börsenturbulenzen?




24.02.16 15:15
Fincomm Expertenpool

Investoren stehen unter Generalverdacht, Börsenturbulenzen zu verschlimmern. Doch es hängt ganz entscheidend von der einzelnen Handelsphilosophie ab, ob das zutrifft.  Auf einer Skala von null bis drei lassen sich die unterschiedlichen Herangeshensweisen und Philosophien charakterisieren. Von Elmar Peine


0 = Passive Ansätze


Bei den Anhängern prognosefreien Ansätze spielt das reale Börsengeschehen keine oder fast keine Rolle. Weil die Verwalter auf die Erstellung von Prognosen ganz verzichten und nur einen Markt abbilden (passive) oder die Zusammensetzung des Portfolios nach Münzwurf bestimmen, hat das keinen Einfluss. Allerdings sorgen passive Anleger auch nicht für einen Ausgleich, weil sie Werte, die nach einem Kurssturz nur noch einenkleinen Anteil am Index ausmachen eben auch nur noch zu einem kleinen Teil kaufen.


Fazit: Passive Investoren destabilisieren nicht, aber sie stabilisieren auch nicht die Kursentwicklung. 


1 = Regelbasierte Investoren


Auch für regelbasierte Investoren ist das aktuelle Marktgeschehen in aller Regel von untergeordneter Bedeutung. Viele regelbasierte Ansätze handeln nur ein oder zweimal im Jahr zu festgelegten Zeitpunkten und dann nach einzelnen Kriterien. Oftmals sind dabei antizyklische Elemente vorherrschend, etwa beim Kriterium Dividendenrendite (oder beim MOAR-System). Weil die Dividendenrendite insbesondere bei stark in Mitleidenschaft gezogenen Aktien hoch ist, stabilisiert das eher die Kursentwicklung.    


Fazit: Aufgrund der eher Value-orientierten Handelsidee und der Antizyklik vieler Regelansätze stabilisieren solchermaßen orientierte Investoren eher die Börsen.  


2 = Strategische Investoren


Strategische Investoren richten ihre Anlageentscheidungen eher mittel und langfristig aus. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen eher technisch orientierten und eher fundamental orientierten Anlegern. Die technisch orientierten Verwalter beziehen ihre Handelskriterien aus Kursentwicklungen, handeln etwa, wenn bestimmte Trendkanalgrenzen überschritten werden. Fundamental orientierte strategische Verwalter richten sich oft nach unternehmensinternen oder volkswirtschaftlichen Zahlen, die mit der Börse nur insofern zu tun haben, als die aus den Bewertungsmodellen resultierende Einschätzung mit den Realbewertungen der Börse verglichen werden. Gekauft werden eher Unternehmen, die die Börse zu niedrig bewertet und umgekehrt.


Fazit: Strategische fundamentale Investoren dürften die Volatilitäten an der Börse eher senken.  Strategische Techniker wirken dagegen wohl eher prozyklisch. 


3 = Trader


Trendfolger, wie etwa die meisten Algo-Trader shorten fallende und kaufen steigende Aktien. Sie sorgen andererseits aber genau für die Liquidität an den Börsen, die allen Investoren, also auch den eher gegenläufig agierenden nutzt. Außerdem werden immer mehr Maschinen auf die Korrektur überschießender Kurse eingestellt. Sie begrenzen demnach eher die kurzfristige Volatilität. Außerdem: Trader sind sehr kurzfristig unterwegs. Das heißt, sie bauen die Positionen saher schnell wieder ab und konterkarieren sich dementsprechend wieder.


Fazit:  Trading hat wohl nur kurzfristig eine destabilisierende Wirkung an den Börsen.      


Wen interessiert, wie Vermögensverwalter diesen Sachverhalt und die aktuelle Börse einschätzen, kann fünf Experten in der Online-Diskussionsrunde Marktrunde am Mittwoch, dem 24.2. ab 17:30 selbst befragen. Zur Anmeldung:  https://attendee.gotowebinar.com/register/3632454738210797057
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