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Weiter steigende Corona-Zahlen verunsichern sowohl Unternehmen als auch Konsumenten




10.09.21 14:05
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie ist nur schwer prognostizierbar, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.

Zwar hätten mittlerweile 3,2 Mrd. Menschen, also etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung, zumindest eine Impfdosis erhalten und die Immunität steige zusätzlich durch eine steigende Anzahl an Genesenen. Allerdings werde dadurch auch der Virus unter Druck gesetzt, Varianten zu entwickeln, die Immunitäten überwinden könnten. Aufgrund der nach wie vor dynamischen Verbreitungsgeschwindigkeit der Pandemie bleibe diese ein Kernrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten.

Die weltweit weiter steigenden Corona-Fallzahlen würden sowohl Unternehmen als auch Konsumenten verunsichern. Der GfK-Konsumklimaindex für Deutschland habe entsprechend und zusätzlich aufgrund deutlich steigender Preise nachgegeben, obwohl die Anzahl der Kurzarbeitenden gemäß einer aktuellen Studie des ifo-Instituts im August auf nur noch 688.000 gesunken sei.

Der ifo-Geschäftsklimaindex sei auch durch die zunehmenden Zulieferengpässe gedrückt worden. Das ifo-Institut spreche mittlerweile sogar von einer Beschaffungskrise und einer resultierenden realen Gefahr für den Aufschwung. Knapp 70 Prozent aller Unternehmen in Deutschland würden von maßgeblichen Engpässen berichten. Vom Mangel an Chips und Halbleitern bspw. seien besonders die Automobil-Industrie und die Hersteller von elektronischen Ausrüstungen betroffen. Bisher seien die meisten Unternehmen in der Lage gewesen, die gestiegenen Produktionskosten an die Endverbraucher weiterzureichen. Diese Möglichkeit bestehe jedoch nicht unbegrenzt und dürfte künftig verstärkt die Margen belasten, wie bei vielen Autobauern schon jetzt erkennbar sei.

Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, habe auf der gestrigen Pressekonferenz nochmal betont, dass man den aktuellen Inflationsanstieg nur als temporär betrachte. Entsprechend seien die Projektionen der EZB nur leicht angehoben worden. Erwartet würden nun 2,2 Prozent Preissteigerungsrate für 2021 sowie 1,7 bzw. 1,5 Prozent für 2022 und 2023. Zudem habe Lagarde angekündigt, ab dem vierten Quartal das Volumen der monatlichen Wertpapierkäufe leicht zu reduzieren, was aber keine generelle Abkehr vom ultra-expansiven geldpolitischen Kurs bedeute.

In den USA sei jüngst erneut mit 10,9 Millionen eine neue Rekordanzahl an offenen Stellen vermeldet worden. Gleichzeitig würden ab dem 6. September für viele US-Bürger die zusätzlichen, von der Zentralregierung in Washington finanzierten Unterstützungszahlungen entfallen. Damit müsste die Arbeitslosigkeit im Laufe des Monats deutlich sinken. Falls nicht, wäre der zuletzt stockende Jobaufbau auf andere Gründe zurückzuführen, bspw. fehlende Qualifikationen der Bewerber oder unzureichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten angesichts Corona-bedingt geschlossener Schulen und Kitas.

Die US-Notenbank FED werde daher voraussichtlich die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt abwarten und in der kommenden Sitzung ihres Entscheidungsgremiums am 21. und 22. September noch keine konkrete Ankündigung einer Reduktion der monatlichen Wertpapierkaufvolumina (Tapering) vornehmen. Das Marktumfeld bleibe damit von tief negativen Realzinsen und steigenden Risiken aufgrund der Corona-Pandemie, hohen Inflationsraten und anhaltenden Lieferengpässen geprägt. Aktien würden grundsätzlich durch expansive Geld- und Fiskalpolitik sowie den dynamischen weltweiten Aufschwung unterstützt bleiben. Es sei aber mit verstärkten Gewinnrevisionen und daher auch zwischenzeitlichen Rückschlägen in den kommenden Monaten zu rechnen. (10.09.2021/ac/a/m)







 
 
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