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Weitblick mit Winkler: Gleich zum Jahresstart viel Veränderungspotenzial für die globalen Kapitalmärkte




11.01.21 17:02
St.Galler Kantonalbank Dtld.

FrankfurtMünchen (www.aktiencheck.de) - Der Jahresstart hatte es gleich in sich: Mit dem Doppelsieg der beiden demokratischen Kandidaten im Bundesstaat Georgia wird der designierte US-Präsident Joe Biden voraussichtlich größere Handlungsspielräume besitzen als bisher angenommen. Denn im Kongress sichert ihm im Zweifelsfall die entscheidende Stimme seiner Vizepräsidentin Kamala Harris die Mehrheit, so Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG.

Die Kapitalmärkte hätten auf diese Entwicklung unverzüglich und deutlich reagiert. Dieses Muster einer schnellen und heftigen Reaktion habe sich übrigens schon im Corona-Jahr 2020 sehr gut beobachten lassen und scheine sich nun fortzusetzen. Worin bestünden nun die Reaktionen, und wer seien die Gewinner und Verlierer?

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen seien am vergangenen Mittwoch auf mehr als ein Prozent, den höchsten Stand seit dem Beginn der Corona-Pandemie gestiegen. Sie würden damit die Vermutung transportieren, dass die ohnehin bereits beschlossenen US-Konjunkturprogramme noch einmal deutlich ausgeweitet werden könnten. Ein solches Konjunkturpaket würde die Inflation stärken, also für Preisauftrieb sorgen. Und auch die Erwartung einer "grünen" Energiewende in den USA habe einen deutlichen Schub bekommen.

Einzelwerte von Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf Erneuerbaren Energien basieren würden, hätten daher in den vergangenen Tagen den bereits seit Dezember 2020 zu beobachtenden deutlichen Anstieg ihrer Aktienkurse sogar noch einmal steigern können. Auch US-Banken und Versicherer würden die Märkte zu den potenziellen Gewinnern zählen. Ihre Aktienkurse seien am Mittwoch häufig um sieben bis acht Prozent gestiegen. Darin drücke sich die klare Erwartungshaltung aus, dass sie von einem steigenden Zinsniveau und einer steileren Zinskurve profitieren würden.

Gold hingegen zähle erst einmal zu den Verlierern höherer Zinsen. Am Dienstag vergangener Woche habe der Preis für eine Feinunze noch bei 1.950 US-Dollar gelegen und sei seitdem um rund 100 US-Dollar gefallen. Auch der Höhenflug der Technologiewerte dürfte erst einmal enden.

Der Start ins Jahr sei an den globalen Aktienmärkten zwar nicht überschwänglich, aber durchaus freundlich gewesen. Insgesamt sei an den globalen Kapitalmärkten gleich nach der ersten vollen Handelswoche ziemlich viel Bewegung festzustellen. Anleger sollten sich darauf einstellen, dass sich diese Entwicklung bis auf Weiteres fortsetze und das weitere Geschehen intensiv beobachten. Dabei gebe es hinsichtlich der Aktienmärkte Grund zu vorsichtigem Optimismus: Die historische Erfahrung zeige, dass der DAX und der S&P 500 nach einer positiven Wertentwicklung nach den ersten fünf Handelstagen im Jahr im Durchschnitt auch am Ende des betreffenden Jahres eine deutlich bessere mittlere Jahresrendite erzielt hätten als bei einer negativen Wertentwicklung in den ersten fünf Tagen. (11.01.2021/ac/a/m)







 
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