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Was würde Bidens Steuererhöhung für die US-Börse bedeuten?




16.10.20 11:40
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Umfragen deuten momentan auf einen Machtwechsel im Weißen Haus hin, so die Experten von LYNX Broker.

Herausforderer Joe Biden liege nicht nur in einigen der wichtigen Swing States vor Donald Trump. Doch die Meinungen, ob sich ein Wahlsieg Bidens positiv oder negativ auf die Wall Street auswirken würde, würden derzeit noch auseinandergehen. "Auf der einen Seite verspricht ein Präsident Biden mehr Stabilität als Donald Trump, insbesondere auch in der Außenpolitik. Auf der anderen Seite wären da seine Pläne, die Steuern zu erhöhen, was die Stimmung an der Börse durchaus trüben könnte", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX. Allerdings sollte man seiner Einschätzung nach nicht zu pessimistisch auf dieses Vorhaben blicken. "2017 hat Donald Trump die Unternehmenssteuern von 35 Prozent auf 21 Prozent gesenkt. Joe Biden will sie auf 28 Prozent erhöhen. Analysen zufolge dürfte dieser Schritt den S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) rund 3,6 Prozent kosten. Für den Dow Jones (ISIN: US2605661048, WKN: 969420) würde das ein Minus von etwa 1.000 Punkten bedeuten. Klar ist das ein Verlust, aber es ist bei weitem kein Weltuntergang."

Ebenfalls bedenken sollte man laut Sadowski, dass die Besteuerung von Unternehmen keine so einfache Sache sei. "Bei den Auswirkungen der Steuererhöhung muss man zwischen dem Steuersatz auf dem Papier und den real gezahlten Unternehmenssteuern unterscheiden. Real Estate-Unternehmen haben ohnehin andere Steuersätze und Versorgungsunternehmen können Änderungen bei der Steuer an ihre Kunden durchreichen, sodass Bidens Pläne auf deren Aktien kaum Auswirkungen haben dürften. Und Banken und Finanzunternehmen sind sowieso eine Nummer für sich, diese kann man bei der Analyse der Auswirkungen einer Unternehmenssteuererhöhung ebenfalls ausklammern." Laut Sadowski bleibe die folgende Rechnung: "Schon vor Trumps Steuersenkung zahlten die Unternehmen im S&P 500 durchschnittlich 26 Prozent, mittlerweile sind es sogar nur noch 18 Prozent. Aktuellen Berechnungen zufolge würden sie unter einem Präsident Joe Biden etwa 21 Prozent zahlen. Das heißt, in der Realität würden die Steuern gerade einmal um drei Prozent steigen. Für den S&P 500 bedeutet das, dass die Gewinne nach Steuern um etwa 4,3 Prozent fallen würden. Bezieht man noch den Faktor Wachstum der Unternehmen mit ein, würde man bei einem Rückgang von 3,6 Prozent liegen. Bei einem Index, der langfristig fast 10 Prozent pro Jahr gestiegen ist, wäre ein Kurssturz von 3,6 Prozent zu verschmerzen."

Ein Wahlsieg Bidens stelle daher für Sadowski keinen Grund dar, sich größere Sorgen, um die US-Aktienkurse zu machen. "Natürlich haben Steuererhöhungen Auswirkungen auf die Börse und natürlich sollten wir uns darauf vorbereiten. Aber die Angst, dass der Markt deswegen zusammenbricht ist aller Wahrscheinlichkeit nach unbegründet. Hier sollte man vielmehr auf andere Faktoren achten, wie eine mögliche Anfechtung der Wahl und eine längere Ungewissheit oder die weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie." (16.10.2020/ac/a/m)


 
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