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Wahlen in Malaysia - eine weitere Lektion in Sachen Demut




15.05.18 13:20
Aviva Investors

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Politische Ereignisse vorherzusagen, ist in letzter Zeit zu einem heiklen Thema für Fondsmanager geworden, so Will Ballard, Head of Emerging Markets and Asia Pacific Equities bei Aviva Investors.

Nach einem schlechten Lauf hinsichtlich der Vorhersagen zum Brexit und Trump sollte man meinen, wir würden aus unseren Fehlern lernen, so die Experten von Aviva Investors. Die Wahlen in Malaysia seien eine weitere Lektion in Sachen Demut gewesen. Die Wurzeln der Barisian National Party würden auf ein eng verflochtenes Netz politischer Allianzen zurückgehen. Sie könnten bis zu Tunku Abdul Rahman zurückverfolgt werden, dem ersten Premierminister Malaysias nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1957. Trotz der Vorwahlen, die überraschend spannend waren, schien Najib Razaks Machtergreifung und der Status der Barisian National Party als Regierungskoalition noch kurz vor der Wahl unstreitig, so die Experten von Aviva Investors.

Ihre Niederlage am 9. Mai 2018 und die Wahl von Mahathir bin Mohammad habe die Investoren in der Region daher ziemlich kalt erwischt. Da der Markt nach der Wahl für zwei Tage geschlossen gewesen sei, sei die unmittelbare Reaktion ausländischer Investoren wenig transparent. Devisentermingeschäfte und im Ausland notierte ETFs könnten den Experten aber einen kleinen Einblick geben. Dieser Einblick sei ein Anlass zur Sorge. Die Währung scheine zu schwächeln und die ETFs würden darauf hindeuten, dass Aktien fallen dürften. Im Vergleich zum Rücktritt von Dilma Rousseff in Brasilien, der Wahl Modis in Indien oder Moon Jae-in in Südkorea sei das nicht gerade ein herzliches Antrittsgeschenk der Anleger. Trotz allem sei das der Maßstab mit dem langfristige Investoren das Ergebnis dieser Wahlen in Malaysia messen sollten.

Die Kritiker würden auf das populistische Wahlprogramm des Wahlgewinners verweisen. Hierunter seien 60 Versprechungen, u.a. die Rücknahme der unbeliebten Waren- und Dienstleistungssteuer und die Wiedereinführung einiger Treibstoffsubventionen gefallen. Nicht zu vergessen die Darstellung Mahathirs als Teil des alten Establishments (mit dem Schwerpunkt auf "alt" und "Establishment"). Was die Experten ganz klar vermissen würden, sei eine Art Befreiungsschlag, den der Regimewechsel für das Land auslösen könnte. Im Laufe der Jahre sei in Malaysia immer mehr Druck auf die Presse- und politische Freiheit ausgewirkt worden und die Korruption habe immer mehr zugenommen. Dies habe in Najibs mutmaßliche Veruntreuung von Geldern aus dem staatlichen Investmentfonds 1MDB und der Verurteilung des politischen Gegners Anwhar Ibrahim aufgrund fragwürdiger Anschuldigungen gegipfelt.

Najib und Barisian National könnten noch von Glück sagen, dass der Übergang zur neuen Regierung friedlich zu verlaufen scheine. Sollte Mahathir seinem Wort treu bleiben und seinen Sitz an Anwhar Ibrahim nach seiner Gefängnisentlassung abgeben, werde dies nach Meinung der Experten ein starkes Zeichen dafür sein, dass sich Malaysia in Richtung einer voll funktionsfähigen, rechtsstaatlichen Demokratie bewege. (15.05.2018/ac/a/m)






 
 
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