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Die Wachstumssorgen haben sich weiter verstärkt




24.06.22 18:25
BlueBay Asset Management

London (www.aktiencheck.de) - Die Wachstumssorgen haben sich zuletzt weiter verstärkt, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

Das gelte insbesondere für Europa, wo sich die Unternehmen in Umfragen pessimistischer zeigen würden als erwartet. Zusätzlich würden Unsicherheiten bezüglich der Gasversorgung aus Russland die Stimmung belasten: Der Pipelinedurchsatz von russischem Gas liege derzeit bei etwa 40 Prozent der Kapazität. Die Aussage des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der Westen dürfe nicht versuchen, ‚Russland zu demütigen‘, scheine Moskau zu einem selbstbewussteren Auftreten ermutigt zu haben, um die Solidarität unter den Verbündeten der Ukraine zu brechen.

Jüngst habe die Europäische Union beschlossen, den Transit sanktionierter Waren in die russische Enklave Kaliningrad zu blockieren. Das führe zu weiteren Spannungen. In Moskau hoffe man nun offenbar auch darauf, dass eine weltweite Hungersnot die westlichen Staats- und Regierungschefs dazu veranlasse, die Sanktionen im Gegenzug für eine Wiederaufnahme der Lebensmittelexporte aufzuheben.

Es werde jetzt interessant sein zu sehen, ob Russland mit seiner Einschätzung Recht habe und die Solidarität im Westen gebrochen werden könne - oder ob Europa angesichts der Aggression eines kriegerischen Tyrannen standhaft bleiben werde.

Das Rezessionsrisiko in der Eurozone sei wesentlich höher als in den USA, das Inflationsrisiko ebenfalls. BlueBay Asset Management gehe davon aus, dass die Teuerung in den Vereinigten Staaten in den kommenden Monaten zu sinken beginne. In der Eurozone hingegen dürfte der Verbraucherpreisindex nicht vor September fallen.

BlueBay Asset Management sei der Meinung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bis Ende 2023 weniger Zinserhöhungen vornehmen werde als die Futures-Märkte erwarten würden. Die Renditen dürften jedoch erst entscheidend sinken, wenn die Marktteilnehmer weitere Hinweise darauf erhalten würden, dass die Inflation ihren Höhepunkt erreicht habe und sich auf dem Weg zurück in Richtung Zielwert befinde.

Derweil habe es einen ziemlichen Hype um das Anti-Fragmentierungsinstrument zur Begrenzung der Staatsanleihe-Spreads gegeben, das die EZB auf ihrer Juli-Sitzung ankündigen möchte. Papiere der Peripherieländer hätten sich im Zuge dessen erholt. Die Marktteilnehmer würden befürchten, dass die Bekanntgabe der EZB am Ende zu wenig Details enthalte. Sollte dies der Fall sein, könnte es sein, dass die Märkte die Gerüchte kaufen würden - nach der Ankündigung aber die Fakten verkaufen würden.

BlueBay Asset Management habe den Eindruck, dass die EZB hoffe, die von ihr angekündigten Instrumente müssten in der Praxis nie zum Einsatz kommen. Vielmehr solle die Drohung damit ausreichen, um die Märkte zu beruhigen. Vor diesem Hintergrund werde das Instrument nach Meinung von BlueBay Asset Management eher darauf abzielen, eine wesentliche Ausweitung gegenüber dem derzeitigen Niveau einzudämmen als explizit auf eine Verengung der Spreads hinzuwirken. (24.06.2022/ac/a/m)







 
 
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