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Das Wachstum hat seinen Höhepunkt erreicht, was kommt als nächstes?




22.07.21 09:30
Nuveen

Chicago (www.aktiencheck.de) - Zu Jahresbeginn haben wir unseren Ausblick für 2021 als Licht am Ende des Tunnels beschrieben, so Brian Nick, Chief Investment Strategist bei Nuveen.

Ein halbes Jahr später habe man diesen Tunnel fast durchquert und das Licht sei bereits heller, als man erwartet habe. Die Finanzmärkte hätten eine Erholung von Covid-19 (überwiegend) ordnungsgemäß eingepreist, zum Vorteil für diversifizierte Investoren. Aber während die globale Konjunkturerholung immer noch vor dem Zeitplan liege, seien die Erwartungen, insbesondere für die USA, von der Realität eingeholt worden. Was passiert nun, wo die größte Volkswirtschaft der Welt ihre Fähigkeit verloren hat, uns zu überraschen, fragen sich die Experten von Nuveen.

Dies bestätige die Einschätzung der Experten, dass wir uns bereits auf Höhepunkt des Wirtschaftswachstums befänden oder kurz davorstünden. Das Produktionsniveau bleibe zwar hoch, doch die Wachstumsrate habe bereits begonnen zu fallen, was eine Herausforderung für politische Entscheidungsträger und Investoren darstelle.

Die Aktien- und Kreditmärkte seien im vergangenen Jahr durch einen besser als erwarteten Aufschwung gestützt worden - noch bevor die Impfungen angelaufen seien. Da die Konsenserwartungen inzwischen von der Realität eingeholt worden seien, könnte der Überraschungsmoment als Schlüsselfaktor fehlen. Die ersten Auswirkungen bekämen wir bereits zu spüren: Die Zinssätze weltweit hätten im ersten Quartal bereits wieder einen Teil ihres Anstiegs abgegeben und auch die Bewertungen an den Aktienmärkten hätten begonnen, von ihren sehr hohen Niveaus abzunehmen.

Die Inflationssorgen der Investoren würden sich natürlich nicht nur auf die Inflation selbst, sondern auch auf die Reaktionen der Politik darauf beziehen. Jede Ankündigung des Tapering würde wahrscheinlich einen Anstieg der Realzinsen nach sich ziehen. Die Geschichte lehre uns jedoch, dass eine Vielzahl von Anlageklassen in diesem Umfeld, über alle bis auf den kürzesten Zeithorizonten, gut abschneiden könnten - darunter auch der Aktienmarkt. Neben Aktien könnten auch Teilbereiche des Anleihenmarktes, wie erstrangige Darlehen, die weniger anfällig für steigende Zinssätze seien, eine attraktive Anlagechance darstellen. Sachwerte könnten in Zeiten steigender Zinsen ebenfalls oft herausgefordert werden, aber im Kontext einer erhöhten Inflation und einer boomenden Wirtschaft würden sie die Experten weiterhin als wichtige Bestandteile diversifizierter Portfolios betrachten.

Wenngleich das Impftempo in den USA seinen Höhepunkt erreicht habe, schreite es in den restlichen Ländern der Welt mit beträchtlicher Geschwindigkeit voran. Dies deute darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Dynamik von den USA auf den Rest der Welt verlagern werde. Welche Auswirkungen habe dies auf die Finanzmärkte?

Erstens halten die Experten von Nuveen eine weitere Abschwächung des US-Dollars für wahrscheinlich. Da sich das Zentrum des globalen Wachstums von den USA hin zu anderen großen Volkswirtschaften verschiebe, könnte der US-Dollar weiter an Bedeutung verlieren, insbesondere wenn es den Schwellenländern gelinge, ihre Bevölkerungen zu impfen.

Die Experten von Nuveen sehen außerdem, dass die schrittweise Erholung zu einer geringeren Marktvolatilität beiträgt, insbesondere im Vergleich zu einem hypothetischen synchronen Boom. Angesichts der steigenden Nachfrage in den unterschiedlichen Teilen der Welt könnte sich der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise als anhaltend erweisen, ebenso wie der Rückgang der Finanzmarktvolatilität seit Anfang dieses Jahres.

Investoren mit einer Market-Timing-Strategie hätten es in diesem Jahr schwer gehabt. Growth und Value hätten die Marktführung wie eine heiße Kartoffel behandelt. Und während zyklische Aktien allgemein von der Beschleunigung der Weltwirtschaft profitiert hätten, sei die Streuung der Renditen zwischen den einzelnen Ländern recht gering gewesen.

Die Experten von Nuveen bevorzugen nach wie vor einen Bottom-up-Ansatz bei der Portfoliokonstruktion gegenüber einem, der Top-down-Faktoren nutzt, bei dem auf der Jagd nach Gewinnern und Renditen von einem Land zum nächsten gesprungen wird. Tatsächlich könnte die jüngste Outperformance europäischer Aktien den allgemeinen Glauben widerspiegeln, dass der europäische Kontinent der nächste Nutznießer von Impfungen und der Wiedereröffnung sein werde. Die beste Chance für Europa, auch weiterhin eine Outperformance zu erzielen, wäre, wenn die Weltwirtschaft die Erwartungen übertreffen würde und zyklische Aktien eine längere Zeitspanne hätten, um sich zu entwickeln. (22.07.2021/ac/a/m)






 
 
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