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Kolumnist: Stephan Heibel

Vorweihnachtsrallye versus neutral eingestellte Anleger




14.12.21 09:45
Stephan Heibel

Vorweihnachtsrallye versus neutral eingestellte Anleger




Die Aktienmärkte haben sich letzte Woche deutlich erholt. Die Ängste, die noch vor zwei Wochen für Turbulenzen sorgten, verflüchtigen sich weiter. Gerade die Branchen, die unter Corona leiden, konnten letzte Woche deutliche Gewinne erzielen.


Ich zeige die einzelnen Entwicklungen der abgelaufenen Woche im Detail auf. Das Anlegersentiment hat sich beruhigt, die Angst der Vorwoche ist verflogen und es dominiert eine neutrale, abwartende Haltung. Was das für die Aktienmärkte in den kommenden Tagen bedeutet, bespreche ich ebenfalls.


Nach 16 Jahren haben wir nun einen neuen Kanzler, Aufbruchstimmung macht sich breit. Der DAX konnte letzte Woche um 3% zulegen. Doch die freundliche Aktienmarktstimmung der Politik zuzuschreiben, ist vielleicht ein wenig vorschnell, denn auch in den USA, wo es keinen Regierungswechsel gab, sprang der Dow Jones um 4% an. In Japan und China konnten die Aktienmärkte jeweils um 2% zulegen.

Wichtiger als die Politik ist derzeit die Corona-Pandemie. Die Omikron-Mutation verlor in der vergangenen Woche an Bedrohungspotential. Die Impfung, insbesondere das Boostern, hilft, einen schweren Verlauf im Falle einer Infektion zu verhindern. Und die Vermutung, die Omikron-Mutation könnte sich als nicht so tödlich herausstellen wie die Delta-Variante, hat sich letzte Woche weiter verbreitet.

Statt eines erneuten Corona-Crashs, wie wir ihn im März 2020 erleben mussten, hat sich nunmehr die Zuversicht durchgesetzt, dass Omikron die laufende Erholung der Wirtschaft zwar ein wenig verzögert, aber nicht stoppt oder umkehrt.

Neue Lieferkettenprobleme sind nicht ausgeschlossen. Doch immer mehr Unternehmen zeigen, dass mit weniger Umsatz mehr Gewinn gemacht werden kann. Andere wiederum haben bereits alternative Beschaffungswege implementiert.

Auch die Inflation verliert an Schrecken: Die Rohstoffhausse kann als vorerst beendet bezeichnet werden. Sämtliche Rohstoffpreise haben ihre Hochs aus dem Sommer bereits verlassen und verzeichnen rückläufige Preise. Der zweite Inflationstreiber waren hohe Endproduktpreise aufgrund von Lieferkettenproblemen. Doch, wie im vorangegangenen Absatz beschrieben, auch die Lieferkettenprobleme verlieren zunehmend an Schrecken, da Alternativen gefunden werden.


Details sowie die Übersicht zur Entwicklung der Unternehmen aus der DAX Familie sowie der wichtigen Indizes finden Sie im vollständigen Kapitel 02.


Ein dickes Wochenplus konnte der DAX letzte Woche aufgrund der abnehmenden Angst vor der Omikron-Mutation einfahren. Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da drohte der DAX unter wichtige Unterstützungen zu rutschen, was einen handfesten Crash hätte zur Folge haben können. Doch diese Gefahr scheint vorerst abgewendet, Anleger können erleichtert aufatmen.


In den beiden Vorwochen dominierte Niedergeschlagenheit über die ungewissen Aussichten unter den Anlegern, nun ist die Stimmung wieder neutral. Entsprechend ist auch die starke Verunsicherung (Vorwoche -5,7) fast vollständig verflogen (aktuell -0,6). Zukunftsoptimismus dominiert weiterhin, obwohl der DAX letzte Woche bereits 3% zulegen konnte.


Man ist positiv gestimmt für die Zukunft, doch ob es vor einer Fortsetzung der Rallye nochmals in den Keller geht, das will man nicht ausschließen. So würde ich die Haltung der Anleger derzeit beschreiben. Grundsätzlich wird wahrgenommen, dass sich die Situation in den vergangenen zwei Wochen deutlich verbessert hat. Die Konjunkturerholung wird sich im kommenden Jahr fortsetzen, davon sind die Teilnehmer unserer Umfrage überzeugt.

Doch kurzfristig gibt es viele Unsicherheiten, die an den Aktienmärkten nochmals für einen Rückschlag sorgen könnten: Omikron könnte wider Erwarten doch erneut stärkere Kontaktbeschränkungen erforderlich machen - weltweit. Schwelende Konflikte bezüglich der Ukraine und Taiwan können sich jederzeit zuspitzen. Und wenn die Konjunkturerholung aus irgendeinem Grund nochmals einen Dämpfer erhält, haben die Notenbanken keinen Pfeil mehr im Köcher.


Mut ist also vonnöten, wenn Sie jetzt investieren wollen. Gleichzeitig bedarf es einer guten Absicherung, falls denn wirklich was schief geht.


Meine komplette Auswertung und Interpretation können Sie in Kapitel 03 unserer aktuellen Heibel-Ticker Ausgabe 21/49 finden.


Weiter zur aktuellen Ausgabe: https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1932#ch02


Hinweis: die Ausgabe ist vom vergangenen Freitag. Um die neuen Ausgaben bereits jeweils Freitag Abend in Ihr Mailfach zu erhalten, melden Sie sich bitte zur kostenlosen Standard-Variante des Heibel-Ticker an.




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