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Verknappung des ukrainischen Neongases könnte globale Halbleiterprobleme verschärfen




06.05.22 11:30
Aegon Asset Management

Baltimore (www.aktiencheck.de) - Eine durch den Krieg in der Ukraine verursachte Neongas-Knappheit könnte die ohnehin schon angespannte globale Halbleiter-Lieferkette weiter unter Druck setzen, wobei kleinere Abnehmer am meisten gefährdet sein dürften, so Mike Heenan, Senior Research Analyst bei Aegon Asset Management.

Viele Rohstoffe seien in das Fadenkreuz des Krieges zwischen Russland und der Ukraine geraten, was Preissteigerungen unvermeidlich mache, und es würden die Bedenken hinsichtlich der Beschaffung dieser Rohstoffe von außerhalb der Ukraine und Russlands wachsen. Es gebe viele Auswirkungen des Krieges auf bestimmte Sektoren und die möglichen Nebeneffekte, die in anderen Branchen zu spüren sein könnten. Ein solcher Rohstoff, der negativ beeinflusst werde, sei Neongas, ein wichtiger Rohstoff für die Halbleiterindustrie. Schätzungen würden zeigen, dass 80% der derzeit hergestellten Halbleiter mit Neongas hergestellt würden.

Die Halbleiterhersteller würden zögern, Neongas durch neue Quellen zu ersetzen, da der Herstellungsprozess in der Regel sechs Monate lang angepasst werden müsse, um die Produktion wieder auf ein optimales Niveau zu bringen. Eine genaue Schätzung des Anteils des Neongases, das in der Halbleiterfertigung verwendet werde und aus der Ukraine und Russland stamme, sei schwierig, aber Branchenexperten würden von bis zu 70% und nicht weniger als 25% ausgehen.

Mehrere Chiphersteller hätten öffentlich erklärt, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine kurzfristig keine Auswirkungen auf die Produktion haben werde, da die Managementteams Neongasvorräte von drei bis sechs Monaten angelegt hätten.

Wenn der Krieg allerdings weitergehe und Anlagen zerstört würden, werde dies in den nächsten sechs bis neun Monaten wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen auf die Lieferkette haben. In der Zwischenzeit hätten die bestehenden Unterbrechungen in der Neongasproduktion neuen Anbietern die Möglichkeit gegeben, in den Markt einzutreten, wobei der größte Produzent China sei.

Der Großteil der chinesischen Lieferungen unterstütze die asiatischen Chiphersteller, aber mögliche Neongas-Engpässe in Verbindung mit den zunehmenden Covid-19-bedingten Schließungen in China würden es weniger wahrscheinlich machen, dass die Halbleiter-Lieferkette in absehbarer Zeit in der Lage sein werde, die erhöhte Nachfrage zu decken. Infolgedessen würden einige Experten glauben, dass die Chiphersteller in den USA und Europa in naher Zukunft stärker von Neon-Knappheit bedroht seien, da schätzungsweise 70% des Neon-Gases immer noch aus Osteuropa bezogen würden.

Sollte es zu einer Verknappung von Neongas kommen, würden große, bekannte Unternehmen wahrscheinlich kaum betroffen sein. Kleinere Abnehmer (weniger häufige Produktionsläufe/kleinere Mengen) würden jedoch wahrscheinlich zur Unterstützung der größeren Unternehmen gezwungen sein.

Aus der Sicht des Verbrauchers zum Beispiel würden die Verknappung von Neongas und der darauf folgende Preisanstieg wahrscheinlich nur minimale Auswirkungen auf die Gesamtpreise auf dem Endmarkt für Produkte wie Laptops und Smartphones haben.

Die meisten Unterhaltungselektronikgeräte würden von den größten Technologieunternehmen der Welt hergestellt, die aufgrund langfristiger Beziehungen und erwarteter künftiger Mengen als erste mit Chips beliefert würden. Außerdem würden in High-End-Geräten wahrscheinlich die modernsten Halbleiterchips verwendet, die mit EUV-Anlagen (Extreme Ultraviolet) hergestellt würden, die kein Neongas benötigen würden.

Dennoch könnte die Produktion bestimmter Chips für Kunden mit kleineren Stückzahlen, z. B. in der Automobilindustrie, deutlich zurückgehen, was die Lieferkette in den kommenden Wochen und Monaten vor noch größere Herausforderungen stellen werde. (06.05.2022/ac/a/m)







 
 
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