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Kolumnist: Feingold-Research

VW, Toyota oder Tesla - wer gewinne das Rennen?




13.06.19 09:43
Feingold-Research

Rund um den Globus treiben Regierungen mit ihren Umweltvorschriften die Elektrifizierung des Automobilsektors voran. Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass Hybridfahrzeuge zumindest noch ein weiteres Jahrzehnt lang die praktischste und rentabelste Technologie bleiben werden. Wir stellen die ausführliche Analyse vor. Bei Tesla sind Anleger mit dem Turbo-Bull GA740J dabei, wer den breit aufgestellten VW-Konzern bevorzugt greift zum Turbo-Bull GL9LEL. Die Analyse stammt aus dem Know-How-Magazin, das Sie hier abonnieren können. https://www.feingold-research.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif


Nach 2030 dürfte der Anteil reiner Elektrofahrzeuge allerdings stark zunehmen. Goldman Sachs schätzt, dass elektrifizierte Fahrzeuge, zu denen auch Hybridautos zählen, bis 2030 etwa 35 Prozent des weltweiten Autoverkaufs ausmachen dürften. Der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge dürfte allerdings nur bei etwa 10 Prozent liegen, der Anteil an Plug-in-Hybriden bei rund 6 Prozent. Mit 19 Prozent sollten klassische Hybridfahrzeuge mit Elektro und Verbrennungsmotor den größten Anteil der elektrifizierten Automobile aus – machen. Ab 2030 – sofern die Kosten für Batterien die Marke von 100 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh) unterschreiten –, werden rein elektrische Fahrzeuge auf eine größere Akzeptanz stoßen, sodass ihr Anteil zwischen 2030 und 2040 erheblich zunehmen wird.


PRAKTISCHER HYBRIDANTRIEB

Der Hybridantrieb scheint gegenüber dem rein elektrischen Antrieb derzeit noch die praktischere Lösung zu sein. Der von vielen Beobachtern nur als Übergangslösung angesehene Hybridantrieb bleibt daher aus Sicht der Analysten von Goldman Sachs zumindest in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich die wichtigste Antriebsart bei der Elektrifizierung des Automobilsektors. Natürlich wird es bis dahin HighEnd-Elektrofahrzeuge geben, für die einige Verbraucher bereit sind, hohe Preise zu zahlen. Ebenso werden einige Regierungen weiterhin mit Förderungen den Verkauf von Elektrofahrzeugen stützen. Für einen Durchbruch der Technologie ist nach Meinung von Goldman Sachs aber die Wettbewerbsfähigkeit in Schlüsselbereichen wie Batterien, Motoren und Wechselrichtern notwendig. Diese Wettbewerbsfähigkeit dürfte voraussichtlich irgendwann zwischen 2030 und 2040 gegeben sein, sodass dann vermutlich das Zeitalter der Elektrofahrzeuge anbricht. Bis dahin dominieren vermutlich Hybridfahrzeuge. So könnten die Verkaufszahlen von Hybridfahrzeugen im Jahr 2030 bei 22,5 Millionen und 2040 bei 23,7 Millionen liegen.


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AUTOBATTERIEN VORERST ZU TEUER

Innovationen zur Senkung der Kosten für Autobatterien stehen noch aus. Die Kommerzialisierung von leistungsstarken Batterien des Typs NCM 811 wurde jüngst von 2019 auf 2020 verschoben. Selbst wenn bei Lithium-Ionen-Akkus solide Fortschritte erzielt werden, sind diese nach Einschätzung der Analysten von Goldman Sachs auf 30 bis 40 Prozent begrenzt. Das reicht nicht aus, um die Amortisationszeit von Elektrofahrzeugen auf unter drei Jahre zu senken. Es wäre aber die Voraussetzung dafür, dass Verbraucher Elektrofahrzeuge auch ohne staatliche Subventionen nachfragen. Es ist davon auszugehen, dass es noch fünf bis zehn Jahre dauert, bis beim Elektrofahrzeug technologisch der Durchbruch mit einer Feststoffbatterie gelingen wird. Die einst hohen Erwartungen des Markts an Elektrofahrzeuge sind seit Ende 2017 gesunken. Nicht nur die Verkäufe von Flaggschiff-Elektrofahrzeugen wie Tesla Model 3, Nissan Leaf und GM Bolt blieben hinter den allzu optimistischen Marktprognosen zurück. Auch das Geschäftsklima rund um Elektrofahrzeuge litt in den vergangenen Monaten unter der Preisstarrheit aufgrund gestiegener Inputkosten sowie Kürzungen von Kaufsubventionen in China und den USA.


Trotzdem ist die Entwicklung der Fahrzeugelektrifizierung im weiteren Sinne (einschließlich der Plug-in-Hybride und Hybridfahrzeuge) nicht zum Stillstand gekommen. Zuletzt haben vor allem europäische Autohersteller Pläne für aggressive Investitionen in die Fahrzeugelektrifizierung bekannt gegeben, um auf verschärfte Umweltvorschriften zu reagieren. Auch Toyota scheint sein Engagement für die Elektrifizierung von Fahrzeugen verstärkt zu haben, wie auch die Geschäftsallianz mit dem Batteriehersteller Panasonic zeigt.


BATTERIEENTWICKLUNG

In Lithium-Ionen-Batterien sind Kathodenmaterialien aus Nickel, Kobalt und Mangan weit verbreitet. Die Massenproduktion von Batterien des Typs NCM 622 (mit sechs Teilen Nickel, zwei Teilen Kobalt und zwei Teilen Mangan) ist nicht mehr fern. Nach Einschätzung der Analysten von Goldman Sachs dürfte die Massenproduktion von NCM 811-Batterien mit höherem Nickelgehalt von 2019 bis 2020 oder später zurückgehen. Festkörperbatterien werden voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2020 erstmals auf den Markt kommen – diese sind ein potenzieller Wegbereiter für die Branche.


AKTUELLE VERKAUFSZAHLEN

Ungeachtet der schwankenden Markterwartungen steigt das Verkaufsvolumen für Elektrofahrzeuge stetig an. 2017 legte der Absatz von Elektrofahrzeugen gegenüber dem Vorjahr um 63 Prozent auf 750.000 Fahrzeuge zu. Im Jahr 2018 ist die Marke von 1 Million Einheiten vermutlich überschritten worden. Dennoch haben Elektrofahrzeuge Ende 2018 mit 0,8 Prozent nur einen Bruchteil des weltweiten Automobilabsatzes ausgemacht. Die Umsatzgewichtung war im Jahr 2018 mit rund 1,1 Prozent ebenfalls noch recht niedrig. China ist derzeit der größte Markt für Elektrofahrzeuge, auf den 62 Prozent des gesamten Umsatzes mit Elektrofahrzeugen entfallen. Die USA steuern etwa rund 14 Prozent, Westeuropa weitere 15 Prozent (Zahlen für 2017) bei. Nach Ländern ist die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen (Anteil der Elektrofahrzeugverkäufe am gesamten Neuwagenverkauf) außerhalb der nordeuropäischen Staaten Norwegen und Schweden, in denen Elektrofahrzeuge erhebliche Steuervergünstigungen bieten, äußerst begrenzt.


ABSATZPROGNOSEN

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Vorschriften in den einzelnen Schlüsselmärkten und der jeweiligen Strategie der Automobilhersteller haben die Analysten von Goldman Sachs ihre Absatzprognosen für elektrifizierte Fahrzeuge gegenüber vorherigen Einschätzungen erhöht. Wie bereits eingangs erwähnt, könnten bei den Marktanteilen nach Antriebsart 2030 rund 10 Prozent auf reine Elektrofahrzeuge, 6 Prozent auf Plug-in-Hybride und 19 Prozent auf Hybridfahrzeuge entfallen. Die im Vergleich zu anderen Ausblicken eher verhaltenen Prognosen beruhen auf Mindestumsätzen, die Autohersteller erzielen müssen, um die Umweltvorschriften einzuhalten. Sinken die Kosten für Batterien pro kWh auf unter 100 US-Dollar, steigt wohl auch die Nachfrage nach reinen Elektrofahrzeugen deutlich – vermutlich aber erst zwischen 2030 und 2040. Die europäischen Autohersteller stellen sich auf eine erheblich höhere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bis 2040 ein. Volkswagen etwa erwartet in seinem jüngsten Marktausblick, dass bis 2040 85 Prozent aller Neuwagenverkäufe in China (Prognose von Goldman Sachs: 40 Prozent), 60 Prozent in den USA (45 Prozent) und 70 Prozent in Europa (50 Prozent) auf Elektrofahrzeuge entfallen.


Die Einschätzung von VW zum chinesischen Markt ist deutlich optimistischer als die Einschätzung der Analysten von Goldman Sachs. Angesichts der aktuellen Bestrebungen Chinas, Zuschüsse für Elektrofahrzeugkäufe zu kürzen, ist durchaus Skepsis angebracht. Für den Fall, dass staatliche Anreize und sinkende Kosten die Einführung von Elektrofahrzeugen doch schneller als angenommen vorantreiben könnten, sieht ein alternatives Szenario der Analysten von Goldman Sachs den Absatz von Elektrofahrzeugen bis 2030 auf 25,5 Millionen Einheiten ansteigen (22 Prozent des weltweiten Automobilabsatzes, doppelt so viel wie im Basisfall). Bis 2040 könnten Elektrofahrzeuge dann 56 Prozent aller weltweit verkauften Fahrzeuge ausmachen, mit einem Absatz von 77,3 Millionen Einheiten.


GLEICHUNG MIT UNBEKANNTEN

Die breite Einführung von Elektrofahrzeugen bringt noch einige Unwägbarkeiten mit sich. Viel hängt etwa von staatlichen Subventionen ab. Regierungen in Ländern wie China, Indien und in Westeuropa könnten die Einführung von Elektrofahrzeugen stärker als bislang forcieren. In den USA wiederum könnte die Trump-Regierung Effizienzstandards wieder zurücknehmen. Eine große Herausforderung besteht darin, die Batteriekosten zu senken und Elektrofahrzeugen so zum Durchbruch zu verhelfen.


Feststoff-Lithiumbatterien haben im Moment die größten Chancen, die notwendige Energie für größere Reichweiten von reinen Elektrofahrzeugen zur Verfügung zu stellen. Insgesamt könnte eine steigende Nachfrage nach Batterien aber auch die Angebotsbedingungen natürlicher Ressourcen wie Lithium, Kobalt und Nickel verschärfen. Würden sich die Rohstoffpreise zum Beispiel verdoppeln, dürfte das die Batteriepreise um 15 Prozent verteuern. Und schließlich wird es darauf ankommen, Elektrofahrzeuge zu entwickeln, bei denen die Benutzer keine Nachteile hinnehmen müssen. Bereits heute bieten Elektrofahrzeuge hervorragende Fahrleistungen und sind sehr leise. Um konkurrenzfähig zu sein, müssten Elektrofahrzeuge aber einerseits günstiger werden und andererseits hinsichtlich Reichweite und Ladezeiten mit zufriedenstellenden Ergebnissen aufwarten. Die Festkörperbatterie, die Toyota derzeit entwickelt, könnte eine wesentlich höhere Energiedichte (theoretisch möglicherweise eine Verdoppelung der Reichweite) und kürzere Ladezeiten aufweisen. Im Allgemeinen sinken die Preise für Autobatterien aufgrund von Verbesserungen der Energiedichte und Fixkostenreduzierungen, die durch Massenproduktionseffekte erzielt werden.


Die Analysten von Goldman Sachs schätzen, dass die Umstellung auf NCM 811-Kathoden in Kombination mit der Einführung von Silizium – anoden die Batteriekosten jährlich um 5 bis 10 Prozent senken könnte. Dann dürften die Batteriekosten spätestens bis 2028 oder 2029 unter 100 US-Dollar pro kWh fallen – Innovationen bei Festkörperbatterien und andere mögliche Kostensenkungsfaktoren sind in diesem Szenario noch nicht berücksichtigt. Toyota, führend in der Entwicklung von Festkörperbatterien, plant die Einführung einer Festkörperbatterie für das Jahr 2022. Ihre erfolgreiche Einführung könnte Elektrofahrzeugen zum Durchbruch verhelfen. Einige Marktteilnehmer betrachten die Hybridtechnologie als Übergangstechnologie und sind der Ansicht, dass sie daher keine wesentlichen Investitionen rechtfertigt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Motoren und Wechselrichter, die in Hybridantrieben verwendet werden, Technologien sind, die in Zukunft auch auf Elektrofahrzeuge angewendet werden können. Die Verbreitung von Hybridfahrzeugen treibt daher die Elektrifizierung im Automobilsektor entscheidend mit voran.


Quelle: Goldman Sachs


 



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