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VDMA: Zahl der Ingenieurinnen und Ingenieure im Maschinenbau auf Rekordniveau




03.12.19 14:35
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Der Maschinen- und Anlagenbau ist weiter auf Rekordkurs bei der Ingenieurbeschäftigung. Das zeigt die neue VDMA-Ingenieurerhebung, die alle drei Jahre durchgeführt wird. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung des VDMA:

Danach ist die Zahl der Ingenieurinnen und Ingenieure im Maschinenbau weiter gestiegen, auf aktuell 199.800. Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung im Jahr 2016 ist dies ein absoluter Zuwachs von 9.200 Stellen. Auch der Ingenieuranteil, gemessen an der Zahl der Beschäftigten, hat erneut zugenommen und beträgt jetzt 17,1 Prozent. Dies ist der höchste absolute und anteilige Wert seit Beginn der Erhebung. Jeder zweite Ingenieur ist im Bereich der Forschung, Entwicklung und Konstruktion beschäftigt. "Wir sind die Nummer eins als wichtigster Ingenieurarbeitgeber und damit die "Innovationsmaschine" in Deutschland", kommentiert VDMA-Präsident Carl Martin Welcker die Ergebnisse.

Unternehmen rechnen mit steigendem Bedarf an Ingenieuren

Trotz der derzeitigen konjunkturellen Eintrübung ist der Bedarf der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus an qualifizierten Fachkräften und Ingenieurinnen und Ingenieuren weiter auf einem hohen Niveau. "Junge Menschen haben im Maschinenbau exzellente Karriereperspektiven", betont Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. Die Ingenieurerhebung zeigt, dass 54 Prozent der befragten Unternehmen bis 2024 von einer weiteren Zunahme an Ingenieurinnen und Ingenieuren in ihrem Unternehmen ausgehen. Dieser Bedarf ist nicht nur auf den altersbedingten Ersatz von Stellen (45 Prozent), sondern auch auf Neueinstellungen (40 Prozent) zurückzuführen.

"Aber zugleich hat sich auch der Bewerbermangel weiter verschärft, was sich zu einer deutlichen Innovationsbremse auswachsen kann", warnt Rauen. Im Durchschnitt über alle Tätigkeitsbereiche erwarten 64 Prozent der Unternehmen einen künftigen Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern, 2016 waren es erst 51 Prozent. Die VDMA-Erhebung zeigt zudem, dass die Unternehmen schon heute Schwierigkeiten haben, offene Stellen adäquat und zeitnah zu besetzen. Jede dritte Stelle wurde nur zeitverzögert besetzt, und dies teilweise mit Vakanzzeiten von mehr als einem Jahr.

Für Industrie 4.0 verstärkt IT-Zusatzqualifikationen gesucht

Die Zahl der Unternehmen, die geeignete Fachkräfte zum Thema Industrie 4.0 suchen, hat sich seit 2016 auf 30 Prozent verdoppelt. "Mehr denn je brauchen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus virtuellen reale Welten machen", erläutert Rauen. Dieser Trend wird sich nach Erkenntnissen des VDMA fortsetzen. In Zukunft werden verstärkt Ingenieurinnen und Ingenieure mit Zusatzqualifikationen aus angrenzenden Fachgebieten gesucht, wie etwa Maschinenbau- und Elektroingenieure mit IT-Zusatzqualifikationen. 66 Prozent der Unternehmen suchen in Zusammenhang mit Industrie 4.0 vor allem Informatiker.

Auch beruflich ausgebildete Fachkräfte dringend gesucht

Jedes zweite befragte Unternehmen hatte offene Stellen auch für Facharbeiter und Techniker. Das waren deutlich mehr als bei der vorangegangenen Ingenieurerhebung. "Die Stärke des Maschinenbaus beruht auf dem einzigartigen Miteinander von Ingenieuren und Facharbeitern", erläutert VDMA-Präsident Welcker. "Wir brauchen Master und Meister - und vor allem junge Menschen, die sich für unsere faszinierende Welt der Technik im Maschinenbau begeistern". Der VDMA leistet hier seinen Beitrag: Mit der Nachwuchsstiftung Maschinenbau im Bereich der beruflichen Bildung und der Maschinenhaus-Initiative des VDMA, die sich auf die Weiterentwicklung der Lehre in den Ingenieurwissenschaften und eine Verminderung des Studienabbruchs fokussiert.

Zu den Ergebnissen im Ostdeutschen Maschinenbau

In den Belegschaften des ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus arbeiten anteilig doppelt so viele Ingenieure wie bundesweit. Auch die Frauenquote ist in der Region höher. Die Unternehmen erwarten zudem in den kommenden Jahren einen steigenden Bedarf an Ingenieuren. Das ergab die Ingenieur-Erhebung 2019 des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Diese Mitgliederbefragung führt der VDMA alle drei Jahre durch.

Demnach geht durchschnittlich jeder dritte Mitarbeiter in den Firmen zwischen Ostseeküste und Erzgebirge einem Ingenieursberuf nach (33,6 Prozent) – im gesamtdeutschen Maschinenbau ist es etwa jeder sechste (17,1 Prozent). Der Grund für diese Differenz liegt vor allem in der ungleichen Unternehmens­landschaft. "In Ostdeutschland überwiegt die kleinteilige Wirtschaft. Die Betriebe müssen jedoch genauso innovationsstark und wettbewerbsfähig sein wie große Mittelständler oder Konzerne. In den kleineren ostdeutschen Belegschaften ist daher der Anteil der Ingenieure höher, dafür werden die vielfältigsten Verwaltungsaufgaben bei wenigen Mitarbeitern gebündelt", erklärt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Als weiteren historischen Effekt nennt er den hohen technischen Ausbildungsgrad der älteren Generationen, der noch immer nachwirke.

Anteil der Frauen geht leicht nach oben

Darüber hinaus lässt sich nach wie vor ein höherer Frauenanteil unter den Ingenieuren beobachten. Im ostdeutschen Maschinenbau beträgt die Quote 13 Prozent, bundesweit 9,2 Prozent. "Nachdem in Ostdeutschland zwischen 2010 und 2016 die Ingenieurinnenquote von 17 Prozent auf 12,6 Prozent fiel, wurde der Abwärtstrend nun wieder leicht umgekehrt", sagt Pätz.

In der ehemaligen DDR hatten deutlich mehr Frauen eine technische Ausbildung durchlaufen und in diesen Berufen gearbeitet als im alten Bundesgebiet. In den vergangenen Jahren ist der Frauenanteil jedoch stetig gesunken, da sich immer mehr Ingenieurinnen in den Ruhestand verabschiedeten. "Die aktuelle Entwicklung lässt sich hoffentlich darauf zurückzuführen, dass wieder mehr Frauen den Weg in Ingenieurberufe finden. Doch vielleicht sind auch einfach nur mehr Männer als Frauen aus dem Beruf ausgeschieden. Für eine seriöse Einschätzung müssen wir die kommenden Jahre abwarten", erklärt der Geschäftsführer. Im gesamten Bundesgebiet erhöhte sich der Anteil seit 2016 von 8,5 Prozent auf 9,2 Prozent.

Altersstruktur passt sich bundesweitem Trend an

Die ostdeutschen Unternehmen haben den demografischen Wandel in den vergangenen Jahren besonders stark zu spüren bekommen. Mittlerweile konnten die Maschinenbauer die Überalterung ihrer Belegschaften stoppen und den Mittelbau wieder stabilisieren: Drei Viertel aller Ingenieure ist zwischen 31 und 55 Jahre alt. Unterdurchschnittlich vertreten sind indes die Nachwuchskräfte. 8 Prozent der Ingenieure sind höchstens 30 Jahre, im gesamtdeutschen Maschinenbau sind es 13 Prozent.

"Das verdeutlicht die Schwierigkeiten, junge Menschen sowohl für technische Berufsfelder als auch für Jobs in Unternehmen der Region zu begeistern. Schule, Politik und Wirtschaft müssen deshalb an einem Strang ziehen", plädiert Pätz. Hilfreich sei zum Beispiel, Schülern mehr technische, berufspraktische Inhalte zu vermitteln sowie die Lebensbedingungen im ländlichen Raum attraktiver zu gestalten. Außerdem müssten die Betriebe noch offensiver für sich und die vielfältigen beruflichen Perspektiven werben. "Der Maschinenbau hat längst sein Image der schmutzigen, lauten Werkhallen abgelegt", betont Pätz. Der Verband zeigt das regelmäßig in Fortbildungen für Lehrer, Berufs- und Studienberater auf.

In Zukunft noch mehr Ingenieure gefragt

Wie wichtig die Nachwuchs- und Mitarbeiterwerbung ist, zeigt auch der Blick in die Zukunft. 31 Prozent der ostdeutschen Maschinenbauer glauben, dass in den kommenden fünf Jahren der Bedarf an Ingenieuren steigen wird. Gefragt sein werden vor allem Ingenieure für die Konstruktion, den Vertrieb sowie die Forschung und Entwicklung. (Pressemitteilung vom 02.12.2019) (03.12.2019/ac/a/m)







 
 
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