Erweiterte Funktionen


VDMA: Jetzt ist aktives Krisenmanagement gefragt




30.06.20 16:50
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Nach 13 Jahren übernimmt Deutschland wieder die EU-Ratspräsidentschaft. "Es ist gut, dass mit Deutschland nun eine führende Industrienation die Ratspräsidentschaft übernimmt. Jetzt ist aktives Krisenmanagement gefragt!", kommentiert Thilo Brodtmann, VDMA-Hauptgeschäftsführer. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemitteilung des VDMA:

Denn die Corona-Krise ist auch für die Maschinenbauindustrie eine besonders heftige Belastung. Laut der jüngsten VDMA-Umfrage melden insgesamt 80 Prozent der Unternehmen derzeit gravierende Auftragseinbußen oder Stornierungen. "Die EU hat sich mit nationalen Alleingängen und Abschottungen nicht von ihrer besten Seite gezeigt. Klar ist, dass sich solche Vorgänge nicht wiederholen dürfen. Der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen, muss daher Top-Priorität für die deutsche Ratspräsidentschaft sein", fordert Brodtmann.

Die Krise hat gezeigt, welche immense Bedeutung der Binnenmarkt für eine funktionierende Wirtschaft hat. Deshalb braucht es einen Krisenmechanismus, der unkoordiniertes Handeln in Zukunft verhindert. "Die deutsche Ratspräsidentschaft muss vor allem dafür genutzt werden, um den Binnenmarkt weiter zu vertiefen, Barrieren abzubauen und die Unternehmen zu entlasten", fordert der VDMA-Hauptgeschäftsführer. Für die Maschinenbauindustrie sind offene Grenzen und Freizügigkeit von Maschinen, Anlagen und Personal essenziell. Rund 80 Prozent der deutschen Maschinenproduktion wird exportiert, davon rund 45 Prozent in ein EU-Partnerland. Von den deutschen Maschinenimporten stammen sogar mehr als die Hälfte aus einem EU-Mitgliedsstaat.

Beunruhigend findet Brodtmann die derzeitigen protektionistischen Tendenzen. "Dagegen muss Deutschland in den nächsten sechs Monaten im Rat wirken: Die EU darf sich nicht einigeln", betont Brodtmann. Jetzt werden die Weichen gestellt für eine offene Handelspolitik. Die Maschinenbauindustrie ist mittelständisch strukturiert und deshalb auf offene Absatz¬märkte angewiesen. Europa braucht daher Freihandelsabkommen mit den wichtigsten Handelspartnern. Insbesondere das Investitionsabkommen mit China, einem der wichtigsten Handelspartner für die europäische Maschinenbauindustrie, muss endlich abschließend verhandelt werden.

Die Verhandlungen über den geregelten Austritt Großbritanniens schreiten mühsam und bisher erfolglos voran. Ein harter Brexit rückt immer näher. "Das ist eine schlechte Nachricht für den europäischen Maschinenbau und vor allem für die britische Wirtschaft", sagt Holger Kunze, Leiter European Office des VDMA. "Die deutsche Ratspräsidentschaft sollte genutzt werden, um endlich Lösungen zu finden und fairen, freien Handel zwischen der EU und Großbritannien auch ab 2021 zu ermöglichen. Das ist jetzt wichtiger denn je. Nur so kann auch nach dem Brexit eine gute wirtschaftliche Zusammenarbeit gelingen."

Nachhaltigkeit und Resilienz entstehen nicht durch Intervention, sondern durch die richtigen Standortbedingungen und Marktanreize. Die Industrie wird sich auch nach der Corona-Krise weiterhin in Richtung Nachhaltigkeit wandeln. "Dazu müssen Rahmenbedingungen gesetzt werden, die nicht kleinteilige bürokratische Umsetzung erfordern, sondern den Wandel marktwirtschaftlich und technologieneutral anreizen", sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Brodtmann. Die deutsche Ratspräsidentschaft muss sich deshalb dafür einsetzen, dass Europa mit verlässlichen Energie- und Informationsinfrastrukturen, fairen Wettbewerbsregeln und einer modernen Innovations- und Forschungslandschaft die Grundlagen dafür schafft. (30.06.2020/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...