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Kolumnist: Fincomm Expertenpool

„Untergewichtet in Europa“




13.11.14 13:22
Fincomm Expertenpool

Vermögensverwalter äußern sich in der monatlich stattfindenden Online-Pressekonferenz „Marktrunde“ zur gegenwärtigen Marktsituation. Dabei zeigte sich auch im November, dass die Verwalter für Europa derzeit alles andere als optimistisch sind. Von Elmar Peine.


Dr. Georg Thilenius, GF Thilenius Management GmbH, Stuttgart:


"Wir suchen verstärkt in den USA und dort insbesondere in der zweiten Reihe nach Energielieferanten und Medizinern, insbesondere nach Biotech-Unternehmen. Auch China bleibt ein spannender Markt, auf dem Zukunftsweichen gestellt werden."


"Wir brauchen keine neue Reformagenda. Es reicht, wenn wir auf Verschärfungen und Belastungen für den Markt verzichten, also keine Frauenquote oder so etwas einführen."


"Die Zinsen machen jetzt den Schuldendienst des Bundes erträglich. Wenn die Zinsen aber auf ihre jahrzehntelangen Normalniveaus steigen, wird sich die Zinslast vervielfachen."


 


Michael Timm, TAM Vermögensverwaltung, Rellingen


"Als das große Problem in Deutschland zeichnet sich die Belastung durch das Rentensystem, genauer: die Finanzierung der Renten in zehn, 15 Jahren, ab."


"Für die Schuldenproblematik sehe ich im Moment - vorausgesetzt, Krieg und Währungsschnitte werden ausgeschlossen - gar keine Lösungsmöglichkeit."


"An den niedrigen von der Politik gemachten Zinsen wird sich wohl noch einige Zeit nichts ändern.


"Die Berichtssaison ist durchwachsen verlaufen."



Dr. Marc-Oliver Lux, Dr. Lux [&] Präuner, Grünwald


"Die wirtschaftspolitische Diskussion wird momentan von Extrempositionen beherrscht. Es gilt, einen vernünftigen Ausgleich zwischen der angelsächsischen nur auf Nachfrageregulierung setzenden und der europäischen, eher onsolidierungsorientierten Politik zu finden."  


"Deutschland kann aus verschiedenen Gründen eine Zuchtmeisterrolle nur bis zu einem bestinnten Grade spielen. Da ist nicht mehr viel Luft."


"Die Märkte steuern auf unbekannte Gewässer zu. Das Zinsniveau sinkt seit Jahren immer weiter. Ein 'Weiter so' kann es nicht mehr lange geben. Wie eine Wende aussehen könnte, mag man sich nicht vorstellen. Völlig ungeklärt auch, wie die Schuldenproblematik gelöst werden kann."


"Als eher antizyklische Investoren richten wir den Blick jetzt auf schwächelnde Kandidaten wie etwa Portugal. Da sehe ich großes Erholungspotenzial.



Christian Gritzka, Knapp Voith Vermögensverwaltungs AG, Hamburg


"Wir sind für die Aktienseite eher pessimistisch gestimmt. Wir sehen eine Reihe außergewöhnlich günstiger Faktoren auf der Aktienseite: Volkswirtschaftlich die reichliche Liquiditätsausstattung, betriebswirtschaftlich die ungewöhnlich hohen Margen und finanzmarkttechnisch die hohe Bewertung der Aktien. Die Frage ist nur: Woher soll eine weitere Kurststeigerung kommen?"


"Mit Blick auf die vielen Fragen haben wir den Finger am Auslöser für Aktienverkäufe."


"Statt einer neuen Reformpolitik wird Deutschland zusehen müssen, wie sie die Begehrlichkeiten der europäischen Nachbarn abwehrt und den Reformdruck in den Nachbarländern hochhält."  


Thorsten Bolte, Valexx, Hannover


"Wir sind wenig optimistisch und halten jetzt schon 20 Prozent in Cash. Liquidität ist angesichts der aktuellen Situation die Alternative zur Aktienanlage. Denn Anleiheninvestitionen unterliegen wegen der niedrigen Zinsen einem immer höheren Risiko."


"Wir sind insbesondere in Deutschland und Europa untergewichtet."


"Für nächstes Jahr können wir uns durchaus noch weitere und weitergehende Korrekturen insbesondere am Aktienmarkt vorstellen."  
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