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US-Wahlen: GRIDLOCK scheint sich durchgesetzt zu haben




07.11.18 12:45
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Keine großen Überraschungen - GRIDLOCK scheint sich durchgesetzt zu haben, Mona Mahajan, US-Strategist bei Allianz Global Investors Kommentar zu den US-Wahlen.

Im Senat hätten die Republikaner nun offiziell die Mehrheit: Per Auszählungsstand 7:00 Uhr morgens europäischer Zeit würden sie 50 Sitze halten, die Demokraten 38. 13 Rennen seien noch offen. Bislang hätten die Republikaner 51 Sitze gehabt - im neuen Senat werde ihre Mehrheit also zunehmen.

Im Abgeordnetenhaus würden die Demokraten die Oberhand gewinnen. Sie würden den Republikanern voraussichtlich 35 Sitze abnehmen, während sie lediglich 23 Sitze benötigt hätten, um die Mehrheit zu stellen. Diese Wende sei im historischen Vergleich nicht unüblich: Im Schnitt verliere die Partei des Präsidenten ungefähr 33 Sitze, wenn sie das Abgeordnetenhaus verliere.

Per saldo sei der Senat damit etwas roter geworden (also stärker in Hand der Republikaner), und das Abgeordnetenhaus etwas blauer (stärker in Hand der Demokraten) als erwartet.

Die Märkte werden dieses Ergebnis mögen, so die Analysten von Allianz Global Investors.

Die Wachstums-Agenda des Präsidenten werde wahrscheinlich weiterhin bestehen bleiben: Steuerreform und Deregulierung. Die Chancen für weitere Steuerreform-Maßnahmen und Deregulierung seien jedoch gering.

Die Handelsstreitigkeiten des Präsidenten würden weiterhin via Exekutiv-Order fortgesetzt. Zwar dürften aus einem von den Demokraten dominierten Abgeordnetenhaus stärkere Gegenstimmen bei Übertreibungen zu hören sein, ohne Unterstützung beider Kongressparteien werde aber wenig auszurichten sein.

Auswirkungen des Wahlergebnisses auf ausgewählte Sektoren:

1. Infrastruktur: Beide Parteien hätten angekündigt, dass sie ein Infrastrukturpaket wünschen. Dies werde aber voraussichtlich weniger umfangreich sein als das von den Demokraten vorgeschlagene Paket in Höhe von einer Billion US-Dollar, da die Republikaner zögern würden, einer dafür notwendigen Defiziterhöhung zuzustimmen.

2. Medizinische Versorgung: Die Kampagnen vieler Demokraten hätten das Thema Gesundheitswesen/Healthcare hervorgehoben. Sowohl Präsident Trump als auch Demokraten möchten die Preise für Medikamente senken. Dies wäre positiv für den privaten Konsum und einen Teil der Wählerschicht Trumps aus der Mittelklasse, jedoch ein Nachteil für die Pharmabranche.

3. Staatsausgaben: Unter einem gemischten Kongress sehen die Analysten von Allianz Global Investors möglicherweise weniger Verteidigungsausgaben, denn Präsident Trump wird Kompromisse eingehen müssen, um Zustimmung für die geplanten Ausgaben zu erhalten.

Fazit: In einem Gridlock-Szenario sei für 2019 einiges an politischem Stillstand zu erwarten. Einigungsmöglichkeiten bestünden jedoch bei den Themen Infrastruktur und Medikamentenpreise. Für die Finanzmärkte bedeute dies einen gewissen Abwärtsdruck auf den US-Dollar, wovon wiederum Schwellenländer profitieren könnten, und tendenziell etwas niedrigere Zinsen als im bisherigen Szenario. Die Aktienmärkte dürften weiterhin vom Fiskalstimulus profitieren und die feste Konjunktur und anhaltend guten Unternehmensergebnisse reflektieren. (07.11.2018/ac/a/m)






 
 
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