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US-Wahlen: Die Blockchain könnte Manipulationen verhindern




05.11.18 14:57
ChainBerry Asset Management

Hamburg (www.aktiencheck.de) - In den USA tobt wieder der Wahlkampf, am 6. November stehen Zwischenwahlen an, so Karsten Müller, Geschäftsführer ChainBerry Asset Management GmbH.

Wie bei der Präsidentschaftswahl werde über Einflussnahme und Manipulation diskutiert. Möglichkeiten dazu gebe es, Sicherheit könnte der Schritt auf die Blockchain bringen.

Nach der Trump-Wahl sei viel über Stimmungsmache in den sozialen Netzwerken diskutiert worden. Intelligente Bots sollten auf Twitter & Co. unterwegs gewesen sein und Meinungsmache betrieben haben. Deshalb hätten die meisten Social-Media-Plattformen mittlerweile Vorkehrungen getroffen, um es den Stimmungs-Bots deutlich schwerer zu machen. Trotzdem gebe es Lücken.

In den USA seien die Aktienmärkte als Mittel der Stimmungsmache bei Wahlen geeignet. So sei die Stimmung in den USA deutlich abhängiger von der Entwicklung am Aktienmarkt als etwa in Deutschland. Starke Kursrückgänge würden direkt auf die Altersvorsorge durchschlagen. Hätte jemand die Absicht, massiven Einfluss auf Wahlen zu nehmen, dann müsste er versuchen, an der Kursschraube der Aktienmärkte zu drehen. Allerdings sei es höchst fraglich, ob eine einzelne Institution in der Lage wäre, am riesigen US-Aktienmarkt zu zündeln. Dazu wären bestenfalls große Staaten mit unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten in der Lage. Aber auch die würden sich im Zweifel ins eigene Fleisch schneiden. Es sei denn, es stünde für solche Staaten noch viel mehr auf dem Spiel. So sei es zumindest nicht völlig von der Hand zu weisen, dass die aktuelle Korrektur am Aktienmarkt den Chinesen in die Karten spiele. Mit einem geschwächten US-Präsidenten wäre im Handelsstreit sicher deutlich einfacher zu verhandeln.

Neben einer möglichen Beeinflussung durch Stimmungsmache bleibe auch noch die unmittelbare Wahlmanipulation, echte Eingriffe in die "Stimmzettel" der Wähler. Hier gebe es in den USA große Schwachpunkte. Man denke an die überalterte IT, die in den USA bei Wahlen zum Einsatz komme. Dass es hier erneut Versuche geben werde, das System zu attackieren, gelte als wahrscheinlich. Dass die Diskussion darüber nach der Wahl wieder massiv entbrennen werde, sei ziemlich sicher.

Nur: Wie sei dem beizukommen? Die Blockchain-Technologie könnte solche Versuche in Zukunft unterbinden, unter technischen Gesichtspunkten allemal. Blockchain sei grundsätzlich in der Lage, eine Wahl manipulationssicherer zu machen. Erste Pilot-Versuche gebe es bereits. So habe West Virginia für seine im Ausland stationierten Soldaten eine Möglichkeit geschaffen, mittels Smartphones und Blockchain-Technologie bei den Zwischenwahlen ihre Stimme abzugeben. Auch Länder wie Russland, Japan und die Schweiz hätten ähnliche Pläne.

In einer grundsätzlichen Frage seien sich die Experten jedoch uneinig: Einige würden glauben, dass die Präsenz im Wahllokal bei einer Wahl unabdingbar sei. Schon die traditionelle Briefwahl werde mit Skepsis betrachtet. Wer wolle schon nachweisen, wer wirklich das Kreuz gemacht habe, oder ob sich der Wähler nicht zu einer Wahlentscheidung habe drängen lassen? Andere jedoch würden dagegen halten und argumentieren, dass mit einem Online-Voting ein deutlich größerer Wählerkreis erreicht werden könnte und so die Demokratie tendenziell gestärkt werden würde. Übrigens könne man auch vom Smartphone Abstand nehmen und die Stimmabgabe vor Ort im Wahllokal mittels Blockchain sicherer machen. Sollte es tatsächlich zu massiven Manipulationsversuchen bei den US-Zwischenwahlen kommen, würden Blockchain-unterstützte Wahlverfahren spätestens bis zur nächsten Präsidentenwahl ein heißes Thema werden.

Bis dahin sei allerdings noch ein weiter Weg. Blockchain-Wahlen würden viel früher im nicht-politischen Bereich zum Einsatz kommen. Unternehmen wie Broadridge aus den USA machen es vor: Sie würden mittlerweile Blockchain-basierte Abstimmungsverfahren im Finanzsektor praktizieren. So wandere das Voting bei Aktionärsversammlungen bereits jetzt auf die Blockchain. (05.11.2018/ac/a/m)






 
 
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