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US-Wahl: Ökonomen setzen Hoffnungen auf den neuen Präsidenten Biden




19.11.20 17:05
aktiencheck.de

München (www.aktiencheck.de) - Am 3. November 2020 haben die US-Amerikaner gewählt: Der Demokrat Joe Biden gewinnt. In einem Wahlkrimi setzt er sich gegen den Republikaner Donald Trump durch und leitet ab dem kommenden Jahr als 46. Präsident die Regierungsgeschäfte der USA, so das ifo-Institut in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Was heißt das für Deutschlands Wirtschaft? Wie wird sich in Zukunft die internationale Zusammenarbeit unter dem designierten US-Präsidenten Biden entwickeln? Das 32. Ökonomenpanel beschäftigt sich mit der US-Wahl sowie der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung der Wahl für Deutschland.

Ökonomen erwarten positive wirtschaftliche Entwicklung

Eine deutliche Mehrheit von jeweils über 70% der teilnehmenden Ökonomen erwartet eine "stark positive" oder "eher positive" wirtschaftliche Entwicklung in den USA, in der EU und in Deutschland während der ersten Amtszeit Bidens (2021-2024). Rund ein Fünftel sieht keinen Einfluss der ersten Amtszeit Bidens auf die wirtschaftliche Entwicklung in der EU oder in Deutschland; für die USA erwarten nur 13% keinen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum. Während kaum Ökonomen mit einem negativen Einfluss Bidens auf die Wirtschaft in Deutschland oder der EU rechnet, sehen immerhin 12% die wirtschaftlichen Aussichten in den USA "eher negativ".

Hoffnung auf Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit unter Biden

Die Arbeit der Trump-Administration (2017-2020) im Bereich der internationalen Zusammenarbeit wird mehrheitlich "sehr negativ" bewertet. Besonders schlecht kommt die Trump-Administration bei der Bewertung der Maßnahmen gegen den Klimawandel, der Handelspolitik und der generellen Zusammenarbeit in internationalen Organisationen weg. Auch die Kooperation bei Migrationsfragen und in der Entwicklungshilfe wird von den teilnehmenden Ökonomen negativ beurteilt. Am besten schneidet die Trump-Administration noch bei der Wahrung von Frieden und Sicherheit in der Welt ab: rund ein Zehntel bewertet die Arbeit "eher positiv", 3% sogar "sehr positiv". Die große Mehrheit der Ökonomen (80%) beurteilt die Arbeit allerdings "eher negativ" oder "sehr negativ".

Ganz anders sind die Erwartungen an die erste Amtszeit Bidens: Die teilnehmenden Ökonomen versprechen sich von der Biden-Administration eine deutlich bessere Zusammenarbeit in internationalen Organisationen und stärkere Maßnahmen gegen den Klimawandel. Jeweils mehr als 60% erwarten eine "eher positive" Entwicklung in diesen Bereichen der internationalen Zusammenarbeit; rund 20% sogar eine "sehr positive". Eine deutliche Mehrheit erwartet auch mehr Frieden und Sicherheit in der Welt. Zurückhaltender sind die teilnehmenden Ökonomen bei der Handelspolitik und der Kooperation in der Entwicklungshilfe sowie bei Migrationsfragen. Dennoch sind auch bei diesen Themenfeldern die Erwartungen überwiegend positiv oder neutral. Negative Erwartungen gibt es kaum; am ehesten sind sie mit knapp 10% bei der Handelspolitik verbreitet.

Trumps Amtszeit hatte negativen Effekt auf deutsche Wirtschaft

Die erste Amtszeit Trumps hatte einen negativen Effekt auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Diese Meinung vertreten 60% der teilnehmenden Ökonomen und begründen dies mit der restriktiven US-Handelspolitik und der großen politischen Unsicherheit durch Trump. Von einem sehr negativen Effekt gehen 7% aus. An einen positiven Effekt der Trump-Amtszeit auf die deutsche Wirtschaft glauben 12%, da die unter Trump stark wachsende US-Wirtschaft auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft in Deutschland gehabt habe. Ein knappes Fünftel der teilnehmenden Ökonomen kann keinen Effekt erkennen; teils, weil sich angekündigte negative Interventionen in Grenzen gehalten hätten und teils, weil sich positive und negative Effekte ausglichen.

Ökonomen uneinig bei der Entwicklung der deutschen Außenhandelsbilanz

Im Jahr 2019 lag der Saldo der Außenhandelsbilanz Deutschlands mit den USA bei etwa 47,3 Milliarden Euro. Zwei Fünftel der befragen Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Außenhandelsbilanz unter Biden nicht wesentlich verändern wird, da hierfür weniger handelspolitische Entscheidungen als vielmehr makroökonomische Entwicklungen entscheidend seien. An einen steigenden Saldo glaubt gut ein Fünftel und begründet das mit einer Verbesserung der weltweiten Handelsbeziehungen und mehr deutschen Exporten in die USA. Rund 13% erwarten aufgrund fortgeführter Handelsrestriktionen und verminderter wirtschaftlicher Aktivität in den USA einen sinkenden Saldo. Für einen hohen Grad an Unsicherheit unter den teilnehmenden Ökonomen spricht der vergleichsweise hohe Anteil an "Weiß nicht"-Antworten (26%).

Keine Veränderung des Euro-Dollar-Wechselkurses erwartet

Zwei Fünftel der befragten Ökonomen erwartet keine Veränderung des Euro-Dollar-Wechselkurses durch den Wahlsieg Bidens: Die Notenbankpolitik bleibe weitgehend unverändert , da der Wechselkurs viele Treiber habe und mögliche Effekte bereits eingepreist seien. Immerhin 18% glauben an eine schwache Aufwertung des Dollars gegenüber dem Euro und begründen dies mit wachsendem Vertrauen in die US-Politik und Wirtschaft. Demgegenüber stehen 13% der teilnehmenden Ökonomen, die aufgrund einer erwarteten expansiven Fiskal- und Geldpolitik mit einer Abwertung des Dollars gegenüber dem Euro rechnen. Für eine hohe Unsicherheit spricht erneut die große Zahl an "Weiß nicht"-Antworten (29%).

Ökonomen glauben nicht an eine Reduzierung der US-Staatsschuldenquote

Dass Präsident Biden versuchen wird, die US-Staatsverschuldungsquote zu reduzieren, erwarten nur gut ein Viertel der teilnehmenden Ökonomen. Gelingen könne ihm das vor allem mit Steuererhöhungen. Ausgabenkürzungen werden eher nicht erwartet. Rund 64% rechnen nicht mit einem Versuch Bidens, die Staatsschuldenquote zu reduzieren. Dazu fehle inmitten der Corona-Pandemie und aufgrund der bevorstehenden Klimakrise der finanzielle Spielraum. Zusätzlich würde der Druck der Wähler und des linken Parteiflügels innerhalb der Demokratischen Partei Bewegungen in diese Richtung verhindern. Außerdem könne sich die USA beliebig und günstig am Kapitalmarkt verschulden und eine Verringerung der Staatsverschuldung sei kein primäres Ziel Bidens.

Mehr Details unter:

https://www.ifo.de/node/59581 (19.11.2020/ac/a/m)







 
 
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