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Kolumnist: Hans-Jürgen Haack

US-Wahl




08.11.16 16:06
Hans-Jürgen Haack

Liebe Leser,
die US-Wahl hält die Märkte im Griff Je nach Prognose-Stand sprangen die Kurse zuletzt Hin und Her. Aktuell scheint Clinton vorne zu liegen, was zu einer kräftigen Erholung führte. Doch ist den Prognosen zu trauen? Der Brexit zeigte, dass man da schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden kann. Hier nun das Risiko klein zu halten, dürfe richtig sein.

Beim Wahlausgang differenzieren

Man muss übrigens beim Wahlausgang (Ergebnis wohl um 05.00 Uhr, erste Hochrechnungen um 0.00 Uhr) differenzieren. Sicherlich ist ein Clinton-Sieg für die Tendenz des Mittwochs besser als ein Trump-Erfolg. Doch falls die Demokraten auch im Repräsentantenhaus und im Senat die Mehrheit halten, wäre ein gewisser Links-Ruck zu befürchten. Dann könnte eine Rally schnell versanden. Am schlimmsten wäre wohl ein Patt bzw. ein so knappes Ergebnis (wie seinerzeit bei Bush jun./Dole), dass Klagen, Beschuldigungen und Verschwörungstheorien die Runde machen, was das US-Volk spalten und zu Unruhen führen könnte. Dann wäre ein anhaltender Kursrückgang zu befürchten. Dagegen würde ein Trump-Sieg wohl nur einen kurzen Rutsch (der aber 7 bis 10 % betragen kann) zur Folge. Im Wochenverlauf dürften sich dann die Kurse stabilisieren, anschließend Ruhe einkehren und eine Aufwärtsbewegung bis zur Amtseinführung im Januar folgen. Für Trader wäre diese Variante wohl die mit dem meisten Gewinn-Potential. Insgesamt wäre aber die „beste“ Variante wohl ein Clinton-Sieg und die Republikaner behalten zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit. Dann kann Clinton nicht nach Gutdünken regieren, der linke Flügel hätte weniger Gewicht und die Republikaner könnten eine wirtschaftsfeindliche Politik verhindern. Dies würde den Weg frei machen für eine lange Aufwärtsbewegung.

Pfeiler der Hausse sind intakt

Politische Börsen haben zwar nur kurze Beine, aber hier ist es einfach entscheidend, ob die Politik nachhaltig bremst oder nicht. Falls nicht, wird sich die originäre Hausse (deren Grundpfeiler Unternehmensgewinne, Zins und Liquidität intakt sind) fortsetzen. Es ging z.B. gestern etwas unter, dass der Sentix-Konjunktur-Index für Europa hervorragende Zahlen lieferte. Eine gute Basis für eine längere Aufwärtsbewegung ins nächste Jahr hinein. Doch vor dem Ereignis große Positionen ohne Absicherung einzugehen oder zu halten, ist riskant. Denn den Wahlprognosen ist nicht unbedingt zu trauen. Und der S&P 500-Chart zeigt eine gewisse Brisanz. Die Unterstützungszone um 2.100/2.115 ist entscheidend! Sie muss halten!

Chart S&P 500

War der kurze Rückgang unter 2.100 eine Bärenfalle?


Kurzer scharfer Einbruch möglich

Zunächst geht es also nur um die Gefahr eines scharfen Absturzes bei einem Trump-Sieg oder einem Patt. Dabei sind 10 % Kursrückgang normalerweise kein Grund zum Einziehen einer Absicherung bei einem Aktien-Portfolio, vor allem wenn man nur einen kurzlebigen Rückgang erwartet. Doch die Gefahr lauert an einer besonderen Stelle:
Gefahr an besonderer Stelle
Bei 7, 8 oder mehr % Kursrückgang in ganz kurzer Zeit wird sich die Stimmung zügig stark verschlechtern. Horrorszenarien werden durch die Medien geistern. Die Gefahr ist groß, sich dann davon anstecken zu lassen und zum schlechten Zeitpunkt gute Aktien zu verkaufen, also eine extrem ungünstige Entscheidung zu treffen. Ist man aber abgesichert, entscheidet man aus einer ganz anderen – komfortablen – Lage heraus. Das vermindert die Gefahr von schlechten Entscheidungen ungemein.

Wenn Gefahr, dann kurzfristig

Da man den Zeitpunkt der Gefahr hier zeitlich gut eingrenzen kann (die ersten Tage nach der Wahl), braucht man nur eine kurzlaufende Absicherung. Vorteil: Diese kostet bezogen auf das Depot nur wenig. Man muss sich hier nicht per Mitte Dezember oder gar länger absichern, was deutlich teurer wäre. Die Märkte sind schnell geworden, setzen Ereignisse rasend schnell um. Die große Bewegung dürfte also in dieser Woche ablaufen. Da ich weiterhin von einer Aufwärtsbewegung weit ins nächste Jahr hinein ausgehe, empfehle ich: Mit hoher Aktienquote in die Wahl gehen (bei einer Rally wird der Einstieg sonst schwer), aber gegen einen kurzfristigen Einbruch absichern. Solch eine Absicherung zeige ich weiter unten. Natürlich sind wir so auch im HAACK-INVEST-Musterdepot aufgestellt, was für das Haack-Performance-ETI (WKN A17TAL) dann auch gilt. Mit dieser hohen Investitionsquote inkl. Absicherung können wir jedenfalls in der Wahlnacht ruhig schlafen und schauen um 06.00 Uhr in Ruhe das Ergebnis an. Hoffen wir, dass es eines gibt!

Herzlichst Ihr
Hans-Jürgen Haack




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