Erweiterte Funktionen


US-Kongresswahlen: Auswirkungen für den Aktienmarkt nur sehr gering




07.11.18 14:04
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Die Auswirkungen für den Aktienmarkt werden aus Sicht der Analysten der Raiffeisen Bank International AG nur sehr gering, weil:

- Ergebnis (Demokraten würden Kontrolle im Repräsentantenhaus übernehmen, Republikaner würden Mehrheit im Senat behalten) wie allgemein erwartet (Überraschung wäre z.B. eine Übernahme auch des Senats durch die Demokraten gewesen, diese sei ausgeblieben)

- Mit Mehrheit der Demokraten nur im Repräsentantenhaus sei ein Impeachment des Präsidenten nicht umsetzbar - die politische Unsicherheit für die Börsen steige dadurch also nicht (noch weiter)

- "Gridlock", also unterschiedliche Parteien die Präsident bzw. Kongress würden dominieren, seien die Regel (in den letzten 50 Jahren in 72% der Jahre die Norm).

Kurzfristig wäre ein Sieg der Republikaner im Repräsentantenhaus (und damit Fortsetzung des Status-Quo) wahrscheinlich eine Spur bullisher für die Aktienmärkte gewesen, da weitere "Zuckerl" für die US-Unternehmen damit zumindest theoretisch möglich geblieben wären (die es mit den Demokraten wohl kaum geben werde). Der fiskalische Spielraum sei dafür aber inzwischen so gering, dass darauf ohnehin nur wenig Hoffnung bestanden habe. Das Risiko eines Government Shut-Downs sei mit dem Ergebnis zwar gestiegen - ein solcher würde aus Sicht der Analysten aber maximal ein kurzes Störfeuer für den Aktienmarkt darstellen.

Mittel- und längerfristig sollte das Ergebnis für die US-Aktienmärkte keinen großen Unterschied bedeuten, wie auch der historische Vergleich nahelege. So sei die Aktienmarktperformance in den letzten 50 Jahren in Jahren mit republikanisch dominiertem Kongress und Präsidenten praktisch gleich hoch gewesen (im Median bei rund 11% p.a.) wie in Phasen mit "Gridlock" (detto rund 11% p.a.); selbst in Jahren mit demokratisch kontrolliertem Präsidenten und Kongress habe die Median-Performance bei rund 10% p.a. gelegen.

Ruhiger für die Aktienmärkte werde es aber damit nicht: Gerade in den beiden Bereichen, in denen der US-Präsident derzeit am meisten Unruhe stifte - Außen- und Handelspolitik -, habe er weitgehende Vollmachten und ist nicht auf Mehrheiten im Kongress angewiesen; das Wahlergebnis werde hier also nicht für eine Beruhigung sorgen, sondern könnte schlimmstenfalls sogar zu einer "Flucht nach vorne" führen (aggressivere Außenpolitik um den eingeschränkten Handlungsspielraum im Inland zu kompensieren).

Die US-Politik bleibe damit ein wichtiger Treiber für die (globalen) Börsen, die Kongresswahlen würden hier keine Änderung bringen. Derzeit notiere der US-Aktienmarktfuture (S&P 500) marginal im Plus. (07.11.2018/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...