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USA: Wahlkampfmanöver




06.11.18 09:37
La Financière de l´Echiquier

Paris (www.aktiencheck.de) - Zum Ende des Monats Oktober schlossen die Aktienmärkte mit einer deutlichen Erholung, so Olivier de Berranger, Chief Investment Officer und Enguerrand Artaz, Fondsmanager La Financière de L’Echiquier.

Eine Entwicklung, die im Wesentlichen durch technische Faktoren sowie gute Unternehmensergebnisse bedingt gewesen sei, und später - einmal ist keinmal - zusätzlich durch Äußerungen von Donald Trumps gestützt worden sei.

Der US-Präsident habe am vergangenen Donnerstag verkündet, dass die Handelsgespräche mit China Fortschritte machen würden und er sich beim nächsten G20-Gipfel in Argentinien mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping treffen wolle. Glaube man der chinesischen Presse, hege auch Xi Jinping diesen Wunsch. Natürlich bestehe deshalb noch kein Anlass zu voreiliger Freude, denn die Beziehungen beider Länder zueinander hatten seit dem Ausbruch des "Handelskrieges" zahlreiche Wendungen durchlaufen. Auch wenn man den chinesischen Quellen durchaus Glauben schenken könne, müsse man doch wegen des Timings von Donald Trumps Äußerungen wenige Tage vor den Zwischenwahlen Hintergedanken vermuten.

Die Midterm Wahlen am heutigen 6. November würden vor allem die Karten für die 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu mischen, aber auch 35 von 100 Sitze im Senat würden neu verteilt. Der US-Präsident habe sich stark im Wahlkampf engagiert, denn für das republikanische Lager gehe es um sehr viel. Laut aktuellen Prognosen dürfte die Partei Trumps ihre knappe Mehrheit im Senat behaupten, doch im Repräsentantenhaus scheine ein Verlust der Mehrheit bevorzustehen. Die Rückeroberung der Macht im Unterhaus durch die Demokraten könnte die bisherige Politik des Präsidenten stark hemmen.

Dabei sei der Extremfall, dass ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten eingeleitet werde, wenig wahrscheinlich, denn hierfür sei eine Zweidrittelmehrheit im Senat erforderlich. Zu befürchten wären jedoch eine Lähmung des Parlaments, eine Blockade bei der Ernennung von Richtern oder neue Untersuchungen.

Aus Marktsicht würde eine Machtübernahme der Demokraten im Repräsentantenhaus zunächst wohl als gute Nachricht aufgenommen werden. Denn neben den von Trump vermeldeten Fortschritten würden die neuen Mehrheitsverhältnisse die Chance auf eine diplomatische und handelspolitische Entspannung gegenüber China deutlich erhöhen. Trotzdem sei die Aussicht auf eine Konfrontation zwischen demokratischem Repräsentantenhaus und republikanischem Senat nur wenig verheißungsvoll. Die Reaktion der Märkte auf diese Wahlen erscheine daher vorerst kaum absehbar. (06.11.2018/ac/a/m)






 
 
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