Erweiterte Funktionen


USA: Summer of 2018




31.08.18 14:19
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Wird man in der Zukunft auf den Sommer von 2018 - der in den USA inoffiziell mit dem Labor Day am 3. September endet - zurückblicken als den Beginn eines Handelskrieges, der die Globalisierung der vorangegangenen Jahrzehnte ausbremste? Oder vielleicht als die Phase, in der auch bei Skeptikern Zweifel aufkamen, ob sich die US-Wirtschaft nicht doch in einem nachhaltigen "Trump-Boom" befinden könnte, fragen die Analysten der Helaba.

Die Daten der Berichtswoche würden hierzu wichtige Informationen liefern. Über die Beurteilung des Handelsdeals zwischen den USA und Mexiko lasse sich trefflich diskutieren. Am 23. August seien in den USA und in China zusätzliche Strafzölle in Kraft getreten, Verhandlungen über Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen seien ergebnislos verlaufen. Dessen ungeachtet würden die amerikanischen Aktienindices neue Höchststände verzeichnen. Die Geldpolitik sei noch immer expansiv und die Fiskalpolitik schiebe die Konjunktur sowohl über die Ausgaben- wie die Steuerseite spürbar an. Angesichts dieser Politikkonstellation sei es schwierig einzuschätzen, inwiefern die unterliegende Dynamik nach den eher verhaltenen Zuwachsraten in dieser Expansion nun vielleicht angezogen habe.

Habe Präsident Trump den Knoten platzen lassen? Zumindest die Stimmungsindikatoren würden diesen Eindruck entstehen lassen. Das Verbrauchervertrauen sei auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2000, der NFIB-Index für kleine und mittlere Unternehmen liege praktisch auf einem Allzeithoch. Selbst die wichtigen ISM-Einkaufsmanagerindices hätten bis in den Sommer hinein mit sehr hohen Werten überrascht - trotz Beschwerden der Umfrageteilnehmer über die Unsicherheit in der Handelspolitik. Im Juli habe eine Korrektur eingesetzt. Die spannende Frage in der Berichtswoche sei, ob sich diese Abkühlung im August fortgesetzt habe. Die Analysten würden mit einem leichten Rückgang des Index für die Industrie rechnen.

Zumindest am Arbeitsmarkt reflektiere die aktuelle Entwicklung mehr Kontinuität mit als Unterschiede zur Obama-Zeit: Die Arbeitslosenquote falle weiter, die Anspannung am Arbeitsmarkt nehme zu. Auch an der überraschend gedämpften Dynamik der Lohnentwicklung habe sich nichts geändert. Laut den wohl aussagekräftigsten Daten für die Privatwirtschaft (dem Arbeitskostenindex) habe der Lohnanstieg im zweiten Quartal 2,9% betragen. Dies sei der höchste Wert seit 2008, aber noch immer deutlich unter den Raten in vorangegangenen Phasen mit einer so niedrigen Arbeitslosigkeit.

Die auch in den ISM-Umfragen und im FOMC-Protokoll immer wieder zum Ausdruck kommenden Probleme der Arbeitgeber, in ausreichendem Maße qualifizierte Mitarbeiter zu finden, würden zunehmen - trotz des andauernden Anstiegs der Beschäftigung um über 200.000 pro Monat. Hier würden wohl zunehmend die Anforderungen gesenkt, was den sowieso schon niedrigen Produktivitätszuwachs weiter drücken sollte. Eine offene Frage sei, welche Rolle die geringere Mobilität der US-Bevölkerung spiele: Sie sollte eigentlich den Lohndruck erhöhen, weil Unternehmen nur noch im "lokalen Pool fischen" könnten. Umso stärker der Stellenaufbau regional konzentriert sei, desto größer könnte ein kompensierender Abwärtsdruck auf die Löhne in den schwachen Regionen sein. (31.08.2018/ac/a/m)







 
Finanztrends Video zu


 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...