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USA: Starkes Beschäftigungsplus im August, Lohnwachstum zieht an




10.09.18 08:35
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Das Bureau of Labor Statistics gab bekannt, dass die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im August um 201.000 angestiegen ist, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Das liege nur knapp über der Konsensschätzung. Die Analysten seien deutlich vorsichtiger gewesen. Für Juni und Juli sei das zunächst gemeldete Plus aber in Summe um 50.000 nach unten revidiert worden. Die Arbeitslosenquote habe bei 3,9% verharrt.

US-Staatsanleihen seien nach Veröffentlichung der Zahlen unter Druck gekommen. Die Rendite zweijähriger Treasuries habe 5 Basispunkte auf 2,69% zugelegt, die Rendite zehnjähriger Treasuries sei um 4 Basispunkte auf 2,92% gestiegen. Der Dollar habe zum Euro 0,5 Cent auf EUR/USD 1,157 gewonnen.

Anders als in den letzten Jahren sei der Beschäftigungszuwachs im August nicht unterdurchschnittlich ausgefallen. Das schwache Juliergebnis erkläre sich zudem zu einem Teil durch die Insolvenz einer großen US-Spielwarenkette und dem damit verbundenen Arbeitsplatzverlust von gut 30.000 Mitarbeitern. Der US-Arbeitsmarkt laufe damit weiter heiß. Das durchschnittliche monatliche Beschäftigungsplus für das laufende Jahr liege trotz des schwächeren Juliwerts bei 207.000. Das sei spürbar mehr als im Jahresdurchschnitt 2017 (182.000) und 2016 (195.000). Die Beschäftigungsdynamik bleibe also hoch. Das sei insofern überraschend, als dass sich die anekdotische Evidenz (Beige Book, ISM Umfrage) mehre, derer zufolge Unternehmen in bestimmten Branchen oder Regionen nicht mehr ausreichend gut qualifizierte bzw. überhaupt noch Mitarbeiter finden würden. Da sich die Konjunktur in den nächsten zwei bis drei Quartalen weiter sehr solide entwickeln dürfte, werde sich dieses Problem wohl noch verschärfen.

Etwas überraschend sei vor diesem Hintergrund der seit Herbst 2017 leicht ins Stocken geratene Rückgang der Arbeitslosenquote. Zwar sei die Zahl der Arbeitslosen laut Haushaltsumfrage im letzten Monat um 46.000 gesunken, gleichzeitig habe allerdings auch die Zahl der Beschäftigten um 423.000 abgenommen. Die Arbeitslosenquote habe damit knapp über 3,85% verharrt. Die Beschäftigungsentwicklung laut Haushaltsumfrage sei deutlich volatiler als gemessen an der Unternehmensumfrage. In der Vergangenheit sei auf Monate mit einem starken Minus eine Reihe von Monaten mit einem kräftigen Beschäftigungsplus gefolgt. Die Analysten würden davon ausgehen, dass das auch dieses Mal so sein werde. Sie seien daher weiter zuversichtlich, dass ihr Ziel von 3,5% für die Arbeitslosenquote per Jahresende noch erreicht werden werde.

Bewegung scheine dagegen in die Lohnentwicklung zu kommen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne hätten im August um 0,4% p.m. zugelegt. Die Vorjahresrate sei auf 2,9% geklettert. Das sei der höchste Wert seit Juni 2009. Angesichts der immer offensichtlicher werdenden Überauslastung am Arbeitsmarkt würden die Analysten einen weiteren Anstieg als äußerst wahrscheinlich ansehen. Spätestens im November dürfte das Lohnwachstum bei über 3% p.a. liegen. 2019 solle es dann zügig Richtung 3,5% p.a. gehen.

Die US-Notenbank dürfte den Arbeitsmarktbericht als weitere Bestätigung dafür ansehen, dass sich die Konjunktur gemäß ihrer Erwartungen entwickle, sprich die Wirtschaft dynamisch wachse und sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessere. Der Druck auf die FED bleibe damit hoch, den Leitzins weiter anzuheben. Sollte sich das kräftige Lohnwachstum im August nicht als Ausreißer herausstellen, dürften auch die Diskussionen zunehmen, ob die FED nicht "hinter die Kurve" zu fallen drohe. Vor diesem Hintergrund würden die Analysten den nächsten Zinsschritt auf der Sitzung am 26. September als äußerst wahrscheinlich ansehen. (Ausgabe vom 07.09.2018) (10.09.2018/ac/a/m)






 
 
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