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USA: Noch keine Anzeichen für ein Auslaufen des Aufschwungs




05.12.18 17:08
Postbank Research

Bonn (www.aktiencheck.de) - Die USA blicken auf ein Boom-Jahr zurück, so die Analysten von Postbank Research.

Das BIP-Wachstum habe sich auf voraussichtlich 2,9% beschleunigt. Ein höherer Wert sei zuletzt 2005 erreicht worden. Diese Entwicklung sei umso bemerkenswerter, als sich der Aufschwung 2018 bereits zum neunten Mal jährt und damit ein Alter erlangt habe, in dem die Auftriebskräfte üblicherweise deutlich nachlassen würden oder sogar bereits eine konjunkturelle Talfahrt eingesetzt habe. Befeuert worden sei das Wachstum durch die zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Steuersenkungen. Diese hätten den privaten Verbrauch unterstützt, der um 2,7% zugelegt und damit seine ohnehin schon hohe Dynamik nochmals gesteigert habe.

Die Bruttoanlageinvestitionen hätten ihre Rolle als zweites zentrales Standbein der US-Konjunktur noch ausgebaut. Sie seien um schätzungsweise 5,3% gestiegen, getragen vor allem von einem kräftigen Plus von 7,3% bei den Ausrüstungsinvestitionen. Der Staatsverbrauch sei moderat um 1,6% ausgeweitet worden, nachdem er im Vorjahr noch stagniert habe. Exporte und Importe hätten jeweils spürbar, aber auch nicht sonderlich kräftig angezogen. In der Summe habe der Außenhandel das BIP-Wachstum um 0,2 Prozentpunkte gedrückt. In diesem sehr robusten binnenwirtschaftlichen Umfeld habe sich auch der Boom am Arbeitsmarkt fortgesetzt. Die Zahl der Beschäftigten habe um gut 2,5 Mio. zugelegt. Die Arbeitslosenquote sei auf 3,7%, ihr niedrigstes Niveau seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, gefallen.

Das Wachstumstempo, das insbesondere im 2. und 3. Quartal 2018 erreicht worden sei, werde wohl nicht durchzuhalten sein. Die Impulse der Steuersenkungen sollten allmählich auslaufen. Zudem würden sich zunehmend Engpässe am Arbeitsmarkt zeigen, die sich auch bereits in einer höheren Lohndynamik niederschlagen würden. Signale für ein Auslaufen des Aufschwungs seien aber auch noch nicht zu erkennen. Die Analysten von Postbank Research gehen deshalb davon aus, dass die bisherigen Auftriebskräfte weiter wirken. Der Zuwachs des privaten Konsums könnte sich angesichts stärker steigender Löhne sogar nochmals leicht erhöhen, während die Analysten bei den Investitionen angesichts steigender Zinsen eine nachlassende Dynamik erwarten würden. Staatsverbrauch, Außenhandel und Lagerinvestitionen sollten jeweils keine stärkeren BIP-Effekte generieren. Zwar würden die Analysten für 2019 mit einer Verflachung der Wachstumskurve gegenüber dem Vorjahr rechnen. Letztlich dürfte das BIP-Plus im Gesamtjahr aber nur marginal auf 2,8% zurückgehen, weil der Wachstumsüberhang, der aus 2018 mitgenommen werde, außerordentlich hoch ausfallen sollte.

Die US-Inflationsrate sei 2018 ölpreisbedingt von 2,1% auf voraussichtlich 2,5% gestiegen. Energieseitig sei im kommenden Jahr kein großer Impuls zu erwarten. Jedoch dürften angesichts des zunehmenden Lohndrucks die Kernverbraucherpreise etwas stärker zulegen. Letztlich dürfte die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2019 aber sogar leicht auf 2,4% zurückgehen. (Perspektiven 2019) (05.12.2018/ac/a/m)






 
 
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