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USA: Neue Zusammensetzung des Kongresses dürfte wenig ausschlaggebend für die geopolitische Lage sein




07.11.18 15:22
Lombard Odier IM

Genf (www.aktiencheck.de) - Bisher war die Marktreaktion bescheiden. Wie erwartet, hat der US-Dollar abgewertet, da klar wird, dass im US-amerikanischen Kongress in den nächsten zwei Jahren ein ernsthafter Stillstand zu erwarten ist, so Dr. Salman Ahmed, Chief Investment Strategist bei Lombard Odier Investment Managers.

Die Experten würden einen Abwärtstrend bei den US-Zinssätzen sehen, da die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Stimulus gegen Null gehe und eine Tendenz zu einer flacheren Kurve bestehe. Bei Aktien würden die Experten möglicherweise sektorspezifische Auswirkungen (wie Gesundheitswesen) sehen, aber insgesamt seien die Auswirkungen wahrscheinlich gering, wobei andere wichtige Faktoren zusammen mit einem weitgehend konsensfähigen Ergebnis zu erwarten seien.

Wir müssen bis ins Jahr 1986 zurückblicken, um eine ähnliche Konstellation der politischen Macht in den USA zu finden: Republikanischer Präsident, republikanischer Senat und demokratischer Kongress, so die Experten von Lombard Odier IM. Jedoch würden die bisherigen Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Unterstützung für die Republikanische Partei stärker sei, als ursprünglich von den Meinungsforschern prognostiziert.

Bei genauerer Betrachtung der Ergebnisse sei ein weiters Polarisieren der US-Politik sehr wahrscheinlich. Die geografische Kluft bleibe bestehen, da die Republikaner ihre Unterstützung in ländlichen Gebieten konsolidiert hätten, während die Demokraten die Unterstützung in den Städten für sich behauptet und zudem Siege in Vororten und schnell wachsenden Gebieten erzielt hätten. Viel wichtiger sei jedoch, dass viele der Amtsinhaber, die eine Wiederwahl nicht bestanden hätten, moderate Kandidaten gewesen seien. Sie hätten näher am Zentrum gestanden und seien durch radikalere Anwärter ersetzt worden. Dies dürfte zu einer weiteren Spaltung und Konfrontation im Kongress führen, und damit eine Kompromissfindung in vielerlei Hinsicht erschweren. Deshalb sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein politischer Stillstand nicht auszuschließen und die Gefahr eines Shutdowns der Regierung während der nächsten Haushaltsverhandlungen erheblich gestiegen.

Da die Demokraten fortan die Kontrolle für einige wichtige Ausschüsse des Abgeordnetenhauses übernehmen würden, könnten hier nach Erachten der Experten unmittelbarere Angriffe auf Präsident Trump erfolgen. Nichtsdestotrotz, ungeachtet der momentan lauteren Stimmen, würden sie davon ausgehen, dass das Risiko einer Amtsenthebung für Trump gegen Null tendiere. Für diese wäre eine zwei Drittelmehrheit des Senats erforderlich. Die von den Republikanern im Senat erzielten Gewinne würden jedoch auch bedeuten, dass sich der Bestätigungsprozess für Vorschläge zum Amt des Präsidenten einfacher gestalten ließe.

Die Experten würden erwarten, dass die neue Zusammensetzung des Kongresses wenig ausschlaggebend für die geopolitische Lage sowie die Handelsstreitigkeiten mit China sein werde. Denn sowohl die Republikaner als auch die Demokraten seien China kritisch gegenüber eingestellt. So werde dies höchstwahrscheinlich ein Thema für die Exekutive bleiben, wenngleich Verzögerungen bei NAFTA 2.0 zu erwarten seien. Währenddessen würden die Experten weitere Steuersenkungen, wie von Präsident Trump angekündigt, für ausgeschlossen erachten - wenn überhaupt, würden sie erwarten, Versuche einige der Parameter anzupassen.

Es könnte jedoch sein, dass sich in Washington D.C. beim Thema Infrastrukturausgaben ein gemeinsamer Nenner ergeben könnte. Bislang hätten die Demokraten diese Bemühungen bisher traditionell unterstützt. Aufgrund der starken Konfrontation während des Nominierungsprozesses für den Supreme Court sei es jedoch höchst unwahrscheinlich, dass die Demokraten so kurz vor der nächsten Präsidentschaftswahl Trump ihre Unterstützung aussprechen würden. Um aber gemeinsame Kompromisse ausarbeiten zu können, müssten sich nach Meinung der Experten die allgemeinen Konditionen substantiell verbessern, was sie derzeit ebenfalls als unwahrscheinlich betrachten würden. (07.11.2018/ac/a/m)







 
 
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