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USA: Mal was anderes - herbstliche Aufhellung




08.11.19 16:00
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Entgegen dem Klischee vom trüben Herbst sind in den USA die konjunkturell dunkelsten Tage möglicherweise vorüber, so die Analysten der Helaba.

Im Handelsstreit mit China, dem wichtigsten Belastungsfaktor für die Stimmung, stünden die Zeichen (endlich) auf Entspannung. Das reale Bruttoinlandsprodukt habe im dritten Quartal um 1,9% (annualisierte Vorquartalsrate) expandiert, also im Rahmen des Trends. Zwar seien die Ausrüstungsinvestitionen wie erwartet geschrumpft, aber beim Konsum seien nach wie vor kaum Bremsspuren auszumachen. Dies liege unter anderem am robusten Arbeitsmarkt, der sich auf Basis der revidierten Daten aktuell in einem besseren Licht darstelle als vor einem Monats: Der Stellenaufbau habe in den vergangenen drei Monaten im Schnitt bei 176.000 gelegen, trotz eines spürbar negativen Effekts im Oktober wegen eines Streiks in der Automobilindustrie. Die Arbeitslosenquote sei so niedrig wie zuletzt im Jahr der ersten Mondlandung, 1969. Die Durchschnittslöhne würden zwar mit rund 3% nicht mehr ganz so kräftig steigen wie im Sommer - dies gehe aber offenbar auf Sonderentwicklungen bei den Gehältern der Führungskräfte zurück. Ohne Manager würden die Löhne unverändert um 3,5% gegenüber Vorjahr zulegen.

Entscheidend für den Ausblick seien die Frühindikatoren. Hier habe der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Oktober seinen Abwärtstrend zumindest unterbrochen. Damit werde die Erwartung der Analysten der Helaba gestärkt, dass der Quartalsdurchschnitt im Herbst sein Tief verzeichne, ohne "echte" Rezessionsniveaus zu erreichen. Eine solche Wende würde für eine konjunkturelle Belebung im ersten Halbjahr 2020 sprechen. Der Index außerhalb des Verarbeitenden Gewerbes, also für den Löwenanteil der US-Wirtschaft, sei im Oktober sogar merklich von 52,5 auf 54,7 gestiegen. Damit ergebe sich für die kommenden Quartale ein positiveres Bild. Die Analysten der Helaba hätten deshalb ihre Prognose für das erste Halbjahr 2020 angehoben, so dass sie nun für das Gesamtjahr mit einem Wachstum von 2% rechnen würden (bisher: 1,7%).

Im Gegensatz zu früheren konjunkturellen Schwächephasen zeichne sich die aktuelle Entwicklung durch eine anziehende Kernteuerung aus. Dies sei keine "Stagflation" à la 1970er Jahre, sondern unter anderem durch die preistreibende Wirkung der Strafzölle bedingt. Zudem seien preisdämpfende Effekte aus dem Jahr 2018 inzwischen aus dem Vorjahresvergleich herausgefallen. Die Kernrate liege derzeit bei knapp 2,5%. Daran werde sich wohl auch in den kommenden Monaten wenig ändern. Dank des niedrigen Ölpreises bleibe aber die Gesamtteuerung mit 1,8% in diesem und rund 2% im nächsten Jahr überschaubar.

Die FED habe das Zielband für den Leitzins Ende Oktober zum dritten Mal um 25 Basispunkte gesenkt, auf jetzt 1,50% bis 1,75%. Nun sollte aber zunehmend erkennbar werden, dass sich die Lage stabilisiere, zumal es Anzeichen für Fortschritte in den Handelsgesprächen mit China gebe. Die Analysten der Helaba würden daher davon ausgehen, dass die FED nun in den Warte-Modus wechsele. Die Konjunkturdaten der nächsten Monate dürften keine Argumente für weitere Zinssenkungen liefern. Der Leitzins sollte bis Ende 2020 auf dem aktuellen Niveau verharren. (08.11.2019/ac/a/m)







 
 
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