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USA: Kräftiger Beschäftigungszuwachs im Juni




06.07.18 16:49
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Das Bureau of Labor Statistics gab heute bekannt, dass die Beschäftigung in den USA außerhalb der Landwirtschaft im Juni um 213.000 angestiegen ist, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Sie hätten mit einer Zunahme um 222.000 gerechnet, der Konsens habe bei 195.000 gelegen. Für April und Mai sei das zunächst gemeldete Plus in Summe um 37.000 nach oben revidiert worden. Die Arbeitslosenquote sei auf 4,0% gestiegen.

Marktreaktion: US-Staatsanleihen hätten mit leichten Gewinnen auf die Daten reagiert. Der Dollar habe zum Euro knapp 0,5 Cent an Wert verloren.

Einschätzung: Für das erste Halbjahr ergebe sich auf Basis der heute vermeldeten Zahlen bei der Beschäftigung ein durchschnittliches Monatsplus von 215.000. Das sei spürbar mehr als im Jahresdurchschnitt 2017 (182.000) und 2016 (195.000). Die Beschäftigungsdynamik scheine also nicht mehr abzunehmen, sondern im Gegenteil sie nehme sogar wieder zu. Das sei insofern überraschend, als dass sich die anekdotische Evidenz (Beige Book, ISM Index) mehre, derer zufolge Unternehmen in bestimmten Branchen oder Regionen nicht mehr ausreichend gut qualifizierte bzw. überhaupt noch Mitarbeiter finden würden. So könnten dem amerikanischen Lastwagentransportverband (ATA) zufolge derzeit beispielsweise 51.000 Stellen für Lastwagenfahrer nicht besetzt werden. Da sich die Konjunktur in den nächsten Quartalen weiter sehr solide entwickeln dürfte, werde sich dieses Problem wohl noch verschärfen.

Nachdem die Arbeitslosenquote im Mai mit 3,8% ein Nachrezessionstief und zugleich den niedrigsten Stand seit Dezember 1969 erreicht habe, sei sie im Juni auf 4,0% geklettert - und das obwohl die Beschäftigung laut Haushaltsumfrage um 102.000 zugenommen habe. Da aber gleichzeitig die Zahl der Erwerbspersonen um 601.000 nach oben gesprungen sei, habe sich eine Zunahme der Arbeitslosenzahl um 499.000 ergeben. Die Partizipationsquote sei um 0,2 Prozentpunkte auf 62,9% geklettert. Wegen der demografischen Entwicklung stehe die Partizipationsquote unvermindert unter strukturellem Abwärtsdruck. Offenbar seien die zyklischen Kräfte derzeit aber so groß, dass diese strukturellen Effekte überlagert würden. Sprich die konjunkturelle Entwicklung scheine so gut zu sein, dass verstärkt Menschen auf den Arbeitsmarkt gezogen würden, die eigentlich nicht (mehr) hätten arbeiten wollen. Insofern würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG die heutigen Zahlen nicht als Ausweis einer Abschwächung am Arbeitsmarkt ansehen, sondern im Gegenteil als Beleg dafür, wie überhitzt die US-Konjunktur bereits sei. Sie hätten keinen Zweifel daran, dass die Beschäftigung in den nächsten Monaten weiter kräftig wachsen werde. Die Arbeitslosenquote werde dann zwangsläufig weiter sinken, denn derzeit müssten lediglich 80.000 bis 100.000 Menschen im Monat einen Arbeitsplatz finden, um die Quote konstant zu halten. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden daher an ihrer Prognose eines Rückgangs der Arbeitslosenquote auf 3,5% bis zum Jahresende festhalten.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne hätten um 0,2% p.m. zugelegt. Die Vorjahresrate habe knapp bei 2,7% verharrt. Das Lohnwachstum nehme zwar weiter nur quälend langsam zu, angesichts der immer offensichtlicher werdenden Überauslastung am Arbeitsmarkt würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG einen weiteren Anstieg allerdings als äußerst wahrscheinlich ansehen. Bis Jahresende würden sie mit einer Vorjahresrate von 3% rechnen.

Implikationen Geldpolitik: Die US-Notenbank dürfte den Arbeitsmarktbericht als weitere Bestätigung dafür ansehen, dass sich die Konjunktur gemäß ihrer Erwartungen entwickele, sprich die Wirtschaft ordentlich wachse und sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessere. Den Anstieg der Arbeitslosenquote dürften die Währungshüter unkritisch sehen, sondern im Gegenteil wegen der Umstände des Anstiegs sogar begrüßen. Der Druck auf die FED bleibe damit hoch, den Leitzins weiter anzuheben. Das eher verhaltene Lohnwachstum erlaube ihr aber, dies auch in Zukunft maßvoll zu tun. Vor diesem Hintergrund würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG den nächsten Zinsschritt auf der Sitzung am 26. September als äußerst wahrscheinlich ansehen. (06.07.2018/ac/a/m)







 
 
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