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USA: Geht ab wie eine Rakete!




03.05.21 10:10
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Wachstumszahlen für das Q1 fielen deutlich besser aus als erwartet, so die Analysten der Helaba.

Die Wirtschaftspolitik gieße prozyklisch Öl ins Feuer und der Impffortschritt lasse eine weitgehende Öffnung des öffentlichen Lebens näher rücken. Vor diesem Hintergrund würden die Analysten der Helaba ihre Wachstumsprognose für die USA spürbar nach oben nehmen. Die Daten der Berichtswoche sollten dies untermauern.

Mit einer annualisierten Rate von 6,4 % habe das Wachstum in Q1 die meisten Prognosen übertroffen. Der Konsum habe mit Hilfe der Stimuluspakete gar zweistellig zugelegt. Der Zuwachs beim BIP wäre noch höher ausgefallen, wenn die Produktion näherungsweise mit der Nachfrage hätte mithalten können. Der Lagerabbau (-2,6 Prozentpunkte) habe ebenso wie die Nettoexporte (-0,9 Prozentpunkt) Wachstum gekostet. Dabei sei der Übergang zu einer "Post-Pandemie-Wirtschaft" alles andere als abgeschlossen. In den kommenden Quartalen seien ebenfalls hohe Wachstumsraten wahrscheinlich. Die Analysten der Helaba würden daher ihre Wachstumsprognose für 2021 von 4,7% auf 6% anheben. Auch für 2022 sei mit 4% etwas höheres Wachstum zu erwarten als bisher (3,6%).

Der aktuelle "Policy Mix" zeichne sich durch eine extrem expansive Geld- und Fiskalpolitik, kräftig steigende Mindestlöhne und eine populistische "Buy American"-Strategie aus. Die würde von offiziellen und privaten Geldgebern in einem Schwellenland mit Argusaugen, wenn nicht gar mit erheblichem Misstrauen beobachtet werden und sei auch für das Weltreservewährungsland USA nicht unproblematisch. Die Abhängigkeit von ausländischem Kapital steige. Das Leistungsbilanzdefizit von über 3% am BIP 2020 sei das größte seit der Finanzkrise gewesen und weitere Zuwächse seien zu erwarten. Selbst FED-Chef Powell bezeichne den Aktienmarkt derzeit als "frothy" (schaumig). Die Risikoprämien seien ungewöhnlich niedrig und die Hauspreise würden vielerorts kräftig steigen. Gleichzeitig sei das Risiko einer deutlich anziehenden Teuerung seit langem nicht mehr so hoch wie heute gewesen.

Die Daten der Berichtswoche sollten das Bild einer aktuell sehr hohen konjunkturellen Dynamik bestätigen. Tatsächlich könne die Angebotsseite kaum mit der boomenden Nachfrage mithalten. Immer mehr Unternehmen würden wohl auf "bottlenecks" stoßen, also fehlende Inputfaktoren, die eine ansonsten mögliche, noch stärkere Ausweitung der Produktion verhindern würden. Dazu würden - trotz der erhöhten Arbeitslosigkeit -auch immer mehr fehlende qualifizierte Arbeitskräfte zählen. Sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungsbereich sei die Stimmung durch die Decke gegangen. Die Einkaufsmanagerindices lägen auf langjährigen Höchstständen. Aus den Unternehmen seien vor allem Klagen über zu niedrige oder ganz fehlende Vorproduktbestände und lange Lieferzeiten zu hören. Für April dürften die beiden Indices des ISM mit 65 eine enorm hohe Dynamik anzeigen. Diese sei auch am Arbeitsmarkt zu beobachten, wo nach einem Beschäftigungsaufbau um über 900.000 im März für den April mit einem ähnlich hohen Zuwachs gerechnet werde. Die Arbeitslosenquote dürfte weiter fallen - laut Verbraucherfrage des Conference Board hätten die Teilnehmer den Arbeitsmarkt im April wieder als so gut eingeschätzt wie 2018, als die Quote nicht bei knapp 6%, sondern bei etwa 4% gelegen habe. (03.05.2021/ac/a/m)






 
 
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