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USA: Beste Konjunktur in der Geschichte!




05.09.18 14:25
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Fake news? In regelmäßigen Tweets feiert sich Präsident Trump selbst und schreibt die gute konjunkturelle Lage vor allem seiner Wirtschaftspolitik zu, so die Analysten der Helaba.

Dass die Stimmung im Lande so gut sei, trotz aller Irritationen und Verunsicherungen durch Trumps verbale und handelspolitische Ausfälle, sei sicher bemerkenswert. Auf der Verbraucherseite würden Strafzölle zunächst einmal unmittelbar preistreibend wirken und so die reale Kaufkraft der Haushalte senken. Ob sich mittel- bis langfristig spürbare positive Effekte einstellen, z.B. durch neue Jobs im Zuge von Produktionsverlagerungen, sei hingegen offen. Auch sei die Zahl derjenigen Unternehmen, die von den Zöllen profitieren würden (bei-spielsweise in der Stahl- und Aluminiumerzeugung) deutlich geringer als die derer, die unter ihnen leiden würden, weil sie Stahl und Aluminium als Input verwenden würden.

Zu letzteren zähle der Automobilsektor. Er werde entgegen Trumps Behauptung eines offenen Marktes in den USA derzeit durch Zölle auf SUVs und ähnliche Modelle in Höhe von 25% geschützt. Der neue Handelsvertrag mit Mexiko betreffe die US-Autohersteller möglicherweise nicht direkt negativ - die neuen Regeln zur Wertschöpfung seien für die "Big 3" in Detroit offenbar recht leicht einzuhalten. Tendenziell würden höhere Anforderungen beim Herkunftsnachweis (75% statt 62,5% Wertschöpfung innerhalb der Freihandelszone) aber einen steigenden Dokumentationsaufwand für alle Produzenten bedeuten. Zudem seien für den Fall steigender Importe aus Mexiko für diesen Sektor wohl Strafzölle vorgesehen, die sich störend auf die Lieferketten auswirken könnten. Die zeitliche Begrenzung des Vertrags verringere schließlich die Planungssicherheit für alle grenzüberschreitend produzierenden Branchen.

Klar stützend für die Konjunktur wirke hingegen aktuell die Fiskalpolitik. Wie lange die Steuersenkungen und höhere Ausgaben auf der Bundesebene noch ein Rückenwind sein würden, werde jedoch kontrovers diskutiert. Ohne zusätzliche steuerliche Entlastungen und/oder neuerliche Ausgabenerhöhungen werde aber spätestens im Jahr des Präsidentschaftswahlkampfes 2020 der Impuls von der Fiskalpolitik klar ins Negative umschlagen. Ob dies durch einen finanzpolitischen "Nachschlag" verhindert werden könne, dürfte nicht zuletzt vom Ausgang der Kongresswahlen am 6.November 2018 abhängen. Sollten die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren, hätte eine demokratische Mehrheit keinen Anreiz, durch eine expansive Fiskalpolitik Donald Trumps Wiederwahl zu erleichtern.

Erachten der Analysten der Helaba dürfte der positive Effekt der Finanzpolitik auf die Wachstumsraten bereits 2018 sein Maximum erreichen. Schon für das kommende Jahr würden sie nicht zuletzt deshalb mit einem Wachstum von nur noch 2,5% rechnen, etwas weniger als die knapp 3% 2018. Dies sei immer noch hoch genug, um die FED zunächst auf ihrem Zinserhöhungskurs zu halten. Kurzfristig bestehe fast Einigkeit an den Märkten und bei Ökonomen, dass der Leitzins weiter angehoben werde. Allerdings bleibe das mittelfristige Vorgehen der FED umstritten. Mit einer Prognose für das Leitzinsband von 3,00% bis 3,25% per Ende 2019 lägen die Analysten der Helaba über den Markterwartungen und einen Zinsschritt oberhalb des Konsenses der Prognostiker. (05.09.2018/ac/a/m)






 
 
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