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USA: "Best economy ever" oder Rezession ante portas?




31.05.19 12:50
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - In der Berichtswoche stehen wieder wichtige Konjunkturdaten an, vor allem die ISM-Einkaufsmanagerindices und der Arbeitsmarktbericht, so die Analysten der Helaba.

Donald Trump feiere sich alle vier Wochen angesichts neuer Zahlen zum Arbeitsmarkt als Erschaffer "der besten Wirtschaft jemals". Gleichzeitig würden sich an den Finanzmärkten aber zum Teil gestiegene Unsicherheit und Verunsicherung zeigen.

Terminmarkt und Zinsstrukturkurve würden Erwartungen baldiger und deutlicher Zinssenkungen seitens der FED signalisieren - ein Szenario, das letztlich eine bevorstehende oder zumindest akut drohende Rezession impliziere. Hierzu würden jedoch kaum die geringen Risikoprämien bei den Unternehmensanleihen oder die US-Aktienindices passen, die noch immer nicht weit unterhalb ihrer historischen Hochs notieren würden. Was würden die Konjunkturdaten sagen?

Die Einkaufsmanagerindices des ISM würden zeigen, insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe, seit einigen Monaten einen Schwungverlust an. Dieser dürfte zum einen dem Auslaufen der erheblichen fiskalpolitischen Impulse von 2018 und zum anderen den andauernden Irritationen und Belastungen durch den Handelsstreit geschuldet sein. Die bisher vorliegenden regionalen Stimmungsbarometer für den Mai hätten sich trotz der abrupten Wende Donald Trumps an der Handelsfront erstaunlich robust gezeigt. Auch wenn die Unternehmen bereits seit über einem Jahr im Rahmen von Umfragen über den Handelsstreit klagen würden, habe dessen jüngste Verschärfung (noch) nicht zu einer spürbaren Eintrübung der Daten geführt. Die Analysten der Helaba würden für den ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Mai sogar mit einem leichten Anstieg von 52,8 auf 53,5 rechnen. Außerhalb der Industrie würden sie ebenfalls ein leichtes Plus (56,0 nach 55,5) erwarten. Diese Indexstände seien zwar deutlich niedriger als vor Jahresfrist, sie würden aber immer noch zu Wachstumsraten oberhalb des Trendwerts von 2% passen.

Der Arbeitsmarkt habe bis zuletzt im Trend positiv überrascht. Die Zahl der Beschäftigten habe in den drei Monaten bis zum April im Schnitt um rund 170.000 pro Monat zugelegt. Dies stelle einen leichten Schwungverlust dar, der mit den schwächeren Stimmungsindikatoren harmonisiere. Die Zunahme der Beschäftigung liege aber weiterhin deutlich höher als die rund 100.000 Personen, um die das Erwerbspersonenpotenzial jeden Monat steige. Entsprechend gehe die Arbeitslosenquote weiter zurück und habe im April mit 3,6% ein Fünfzigjahrestief erreicht. Die Erwerbsquote - also der Anteil der Beschäftigten und Arbeitslosen am Erwerbspersonenpotenzial - sei im April nach einigen Monaten mit erhöhten Niveaus wieder zurückgefallen. Erwartungen, auch in der FED, dass sich die Erwerbsquote mittelfristig nicht nur stabilisieren, sondern sogar wieder anziehen könnte, hätten dadurch an Plausibilität verloren. Angesichts des starken demografischen Abwärtsdrucks sei eine mittelfristig stabile Erwerbsquote wohl das beste denkbare Szenario. Dies bedeute aber, dass der Arbeitsmarkt schneller und härter an seine Kapazitätsgrenzen stoßen werde, als einige Geldpolitiker erwarten würden. Für den Mai würden die Analysten der Helaba mit einem Stellenaufbau um rund 200.000, einer unveränderten Arbeitslosenquote und einem Lohnauftrieb von 3,2 % gegenüber Vorjahr rechnen. (31.05.2019/ac/a/m)






 
 
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