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Turbulentes Jahr für Anleger geht in letztes Viertel




14.10.20 11:04
Bankhaus Carl Spängler & Co

Salzburg (www.aktiencheck.de) - Ein unruhiges Jahr geht in sein letztes Viertel, und die kommenden Wochen und Monate bergen für Anleger noch weitere Unsicherheitsfaktoren, so Nils Kottke, Vorstandsmitglied der Bankhaus Spängler.

Für das Bankhaus Spängler stünden in seinem aktuellen Ausblick neben der Corona-Pandemie vor allem der Ausgang der US-Präsidentenwahl sowie der weitere Verlauf der Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien im Zentrum der offenen Fragen. "Ein positives Zeichen ist aber in jedem Fall die langsame, aber doch spürbare Erholung der Wirtschaft", meine Kottke.

"Der wirtschaftliche Aufschwung findet in mehreren Etappen statt, wobei die erste Phase bereits hinter uns liegt. Diese zeichnete sich durch die v-förmige Erholung nach dem Einbruch im Frühjahr aus", so Kottke. "In der aktuellen zweiten Phase sehen wir weiterhin positive Tendenzen, obwohl sich das Tempo verlangsamt. Eine dritte Phase wird erst eintreten, wenn ein Impfstoff verfügbar ist und eine Normalisierung über alle Branchen hinweg einsetzt. Im Einklang mit der Erholung haben sich die Anleihen- und Aktienmärkte in den letzten Monaten positiv entwickelt, wenngleich zwischen den Sektoren erhebliche Unterschiede erkennbar sind."

Im dritten Quartal hätten die Aktienmärkte ein typisches Korrektur- und Erholungsmuster gezeigt. "Auch erkennbar in dieser Bewegung ist die Orientierung am wirtschaftlichen Momentum - läuft der Konjunkturmotor wieder an, laufen die Aktienmärkte", erkläre der Spängler-Vorstand. Klare Gewinner der Krise seien die Technologiewerte, die mit ihren massiven Marktkapitalisierungen die Performance der US-Indices tragen würden. Kleine und mittelgroße Unternehmen hingegen seien in unsicheren Zeiten weniger gefragt und würden zurückbleiben. "In Summe ist das Momentum für die Aktienmärkte seit Krisenbeginn aber gut. Der Nachrichtenfluss - hinsichtlich Impfstoff-Fortschritte oder Neuinfektionen - wird bestimmend für das kurzzeitige Marktgeschehen bleiben", so Kottke.

Seit Beginn der Corona-Krise sei Gold seinem Ruf als sicherer Hafen gerecht geworden. Die Kursrally sei zwischenzeitlich sogar so weit gegangen, dass das glänzende Edelmetall im August die Marke von 2.000 US-Dollar pro Feinunze kurzzeitig überschritten habe. "Gold neigt in Zeiten von hoher Unsicherheit und sinkenden Zinsen zur Outperformance und gewinnt an Bedeutung als Beimischung in diversifizierten Portfolios", habe Spängler-Vorstand Kottke gesagt.

"Der ursprüngliche Nachteil von Gold, keine Zinsen zu zahlen, ist in Anbetracht negativer Renditen bei vielen Staatsanleihen, zu einem Vorteil geworden." Ob sich der Gold-Bullenmarkt auch in den kommenden Monaten fortsetze, hänge mitunter davon ab, wie sich das Umfeld entwickle. Wenn die Unsicherheiten abnehmen würden, könnte die Goldrally an Schwung verlieren. Mittelfristig dürfte das anhaltende Niedrigzinsumfeld und der Wunsch der Notenbanken nach einer höheren Inflation die Nachfrage allerdings stützen.

Die Entwicklung weiterer Faktoren mit Einfluss auf die Kapitalmärkte:

- Konjunktur: Die konjunkturelle Erholung sei auf Kurs. Nichtsdestotrotz würden sich nach wie vor schwache Branchen (z.B. Hotels, Reiseveranstalter, Airlines, Flugzeughersteller, etc.) erst erholen, sobald ein Impfstoff vorliege.

- Geldpolitik: Die Notenbanken würden auch zukünftig auf eine expansive Geldpolitik setzen. Anleihekaufprogramme und tiefe Leitzinsen würden eingesetzt, um die Wirtschaft zu stützen.

- Unternehmensgewinne: Die Q3-Gewinnausweise hätten teils positive Überraschungen gebracht - ausgehend von krisenbedingt zurückhaltenden Einschätzungen. Der Ausblick für 2021 bessere sich, obwohl eine Rückkehr zu den Niveaus aus 2019 fraglich sei.

- Bewertung: Die Aktien-Bewertungen seien nach den Kursanstiegen weiterhin relativ hoch. Sollten sich die Märkte zu weit von der Realwirtschaft entfernt haben, sei mit höherer Volatilität zu rechnen. Bestimmend sei auch der weitere Nachrichtenfluss (Covid-Fallzahlen, US-Wahlen, Brexit). (14.10.2020/ac/a/m)



 
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