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Türkei: Großer Erdgasfund im Schwarzen Meer




16.09.20 13:20
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.aktiencheck.de) - Die Türkei sorgte in den vergangenen Wochen mit Kampfansagen an Griechenland, Zypern und die EU für Schlagzeilen, so die Analysten von Raiffeisen Capital Management im aktuellen "emreport".

Dabei gehe es einerseits um potenzielle Öl- und Gaslagerstätten im Mittelmeer, wo die Türkei die aktuellen Grenzziehungen als ungerechtfertigt ansehe und diese notfalls einseitig ändern möchte. Diesbezüglich schrecke man wohl auch vor militärischen Mitteln nicht zurück. Zum anderen nutze Präsident Erdogan das nationalistische außenpolitische Säbelrasseln, um von den innenpolitischen und volkswirtschaftlichen Problemen abzulenken. Im Zuge der Pandemie leide die Türkei bekanntlich sehr stark unter dem massiven Einbruch im Tourismus. Das schlage sich sowohl in der Binnenkonjunktur negativ nieder als auch in den Deviseneinnahmen und die Notwendigkeit ständiger ausländischer Kapitalzuflüsse sei ja seit jeher die Achillesferse der türkischen Volkswirtschaft. Die türkische Lira (TRY) sei daher seit längerem unter Druck und auch wenn der türkische Wirtschaftsminister sehr viel Optimismus für das kommende Jahr verbreite, sehe es aktuell nicht berauschend aus.

Gleichwohl sollte man die Rhetorik bezüglich der Neuregelung der Mittelmeergrenzen nicht überbewerten. Sowohl die Türkei als auch Griechenland dürften an einer Verhandlungslösung interessiert und dazu prinzipiell auch in der Lage sein. Da jedwede Kompromisslösung für die Türkei eine Verbesserung gegenüber der aktuellen Lage wäre, könnte Präsident Erdogan hier relativ leicht punkten. Priorität hätte die Ausbeutung etwaiger Öl- und Gasvorkommen in dieser Region für die Türkei derzeit wohl ohnehin nicht. Denn im August habe die türkische Führung den bisher größten Erdgasfund in der Geschichte des Landes im - nicht umstrittenen - Schwarzen Meer verkündet. Rund 320 Mrd. Kubikmeter Gas solle das Reservoir enthalten und bereits ab 2023 Teile des türkischen Gasbedarfs decken. Das wäre einerseits positiv für die Zahlungsbilanz aufgrund verringerter Gasimporte und würde andererseits auch die türkische Verhandlungsposition gegenüber Gaslieferanten stärken. Analysten seien allerdings skeptisch und würden anmerken, dass sich genaue Aussagen zur tatsächlich förderbaren Menge zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht tätigen lassen würden und dass Dauer und Kosten der Erschließung noch unklar seien. Dabei würden sie auf einen Erdgasfund Rumäniens vor acht Jahren in unmittelbarer Nähe verweisen, der bis heute noch nicht vollständig erschlossen sei.

Der türkische Aktienmarkt habe im August gegen den globalen Trend deutlich nachgegeben. Rund 4% habe der Aktienindex in Istanbul verloren und hinzugekommen sei ca. 5% Kursverfall der Lira. (Ausgabe September 2020) (16.09.2020/ac/a/m)





 
 
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