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Kolumnist: Hans-Jürgen Haack

Time to say goodbye




24.02.19 08:02
Hans-Jürgen Haack

Werter HAACK-WEEKLY-Leser,


adieu Aktienmarkt, sich aus Aktien verabschieden? Dies empfiehlt Mark Kiesel von Pimco (Quelle: www.marketwatch.com). Er nennt das steigende US-Defizit, der Handelskonflikt (der ja tatsächlich auch mit China noch nicht gelöst ist und mit der EU auch noch schwelt) und die Verlangsamung des globalen Wachstums als Hauptgründe, warum die Volatilität in Zukunft wieder ansteigen wird.


Ich würde nicht so weit gehen wollen und den Verkauf aller Aktien empfehlen. Aber in unserem Musterdepot fahren wir eine hohe Liquiditätsquote! Das Chancen/Risiko-Verhältnis stimmt aktuell einfach nicht mehr. So stark die Wall Street auch tendierte, der S&P 500 läuft nun in eine massive Widerstandszone hinein.

Und der DAX? Trotz Break über 11.350/11.400 fehlte hier im Anschluss die Dynamik und der Abwärtstrend ist weiterhin intakt. Dieser letzte Break droht also zur Bullenfalle zu werden. Besonders im DAX ist die Erholung bis jetzt nur als Bärenmarkt-Rally zu werten. Solche mehrwöchigen Erholungen von über 10 % sind in Bärenmärkten durchaus üblich, ändern aber  nichts an der Gesamttendenz. Und die eingekehrte Gelassenheit, die fehlende Angst, passt recht gut zum Ende einer solchen Bärenmarkt-Rally. Im Vergleich zur Wall Street zeigt der DAX auf mittlere Sicht klare relative Schwäche. Bitte nicht auf ein etwaiges Nachholpotential setzen! Meist hat relative Schwäche ihren Grund und setzt sich länger fort als man gemeinhin denkt.



Überhaupt scheint es mir so, dass man allgemein die Gefahren leichtfertig unterschätzt. Schlechte Konjunktur-Daten werden noch ignoriert, das Ganze auf den Government Shutdown und den Zollstreit geschoben. Sicherlich: Bleibt die Konjunktur robust, können Aktien stabil bleiben. Das Potential steht aber auf einem anderen Blatt. Und ein Deal USA/China könnte zu nochmals 3 oder 4 % Anstieg führen. Indes: 1. Ist ein „Buy the rumor, sell the fact“ gut vorstellbar. Eine Einigung erscheint doch zum großen Teil eingepreist. Und sollte man in einem Kompromiss zu viele Makel finden, würde man ein positives Ergebnis wieder auspreisen – sprich, die Kurse würden fallen. Was bei einem „No deal“ geschieht, mag man sich auf dem erreichten Niveau gar nicht vorstellen.


Mittelfristig auch wichtig: Das Enttäuschungspotential bezüglich der Konjunktur ist für die nächsten Monate sehr groß. Denn man geht davon aus, dass sich eine Robustheit durchsetzt. Aber die Frühindikatoren wie Einkaufsmanager-Indizes oder auch ifo-Geschäftserwartung deuten klar auf einen Abschwung hin. Hier liegt die Gefahr für die Märkte.

Und wo liegt die Chance? Außer durch „Animal spirits“ (hier: Gier bzw. die Angst etwas zu verpassen – „FOMO“ genannt) oder Short-Eindeckungen sehe ich keine großen Kurstreiber. Die Unternehmensgewinne werden langsamer wachsen, die Notenbanken stehen zwar Gewehr bei Fuß, große Verwerfungen zu verhindern, aber eine massive Liquiditätszufuhr wie in den letzten Jahren ist nicht mehr zu erwarten – schon gar nicht bei stabilen Aktienmärkten. Woher also soll die nachhaltige Fantasie kommen? Dennoch müssen Sie dem Aktienmarkt nicht „arrivederci“ sagen. Goldminen sind nun sehr interessant, bieten über 30 % Perspektive.

Herzlichst Ihr
Hans-Jürgen Haack



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