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Kolumnist: Feingold-Research

Tencent, Alibaba und die großen Fragenzeichen




24.09.18 12:06
Feingold-Research

Unsere Newsletter-Abonnenten - hier geht es zur Anmeldung – bekamen die spannende Analyse rund um die chinesische Wirtschaft bereits im Voraus. Nun wollen wir Ihnen den Inhalt natürlich auch nicht vorenthalten.  Denn im Thema Handelsstreit spielt China gerade eine entscheidende Rolle und auch wenn es so aussieht, als wenn China von einem Handelskrieg stärker betroffen wäre als die USA, zeigen Analysen, dass die chinesische Wirtschaft heute weniger abhängig vom Export ist als noch zuvor.



Wir blicken auf die Analystenmeinung von First State Investments:


Gemessen am nominalen BIP ist China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Im Laufe des kommenden Jahrzehntes soll das Land die Vereinigten Staaten überholt haben. Bezogen auf die Kaufkraft hat China die USA sogar bereits übertroffen. Im Vergleich zwischen den relativen Bevölkerungsgrößen der beiden Länder scheint dies jedoch selbstverständlich.


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Das Ertragsniveau chinesischer Konsumenten steigt weiter an, was ihnen erlaubt mehr Geld ausgeben zu können – sowohl im In- als auch Ausland. Im Jahr 2018 dürfte das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik primär durch das Einkommenswachstum und dem Wunsch nach hochwertigen Qualitätsprodukten angetrieben werden. Die Angst vor einer möglichen Abkühlung des Marktes spielt dabei gegenwertig keine Rolle. Dies spiegelt sich derzeit auch in den chinesischen Aktien von gelisteten Unternehmen wider, die momentan zu den beliebteren Investitionsobjekten zählen.


„Trotz der Fortschritte Chinas auf dem Weg zu einer marktorientierten Wirtschaft werden Unternehmen oder Sektoren, die im Zentrum der nationalen Wirtschaftssicherheit stehen oder von nationaler Bedeutung sind, weiterhin unter staatliche Kontrolle gestellt,“ sagt Martin Lau, Managing Partner bei First State Stewart Asia, an. „Auch in Zukunft wird die chinesische Regierung eine größere Rolle bei wirtschaftlichen Entscheidungen des Landes spielen. Das Ziel: Die Marktmacht soll in einigen wenigen einheimischen Unternehmen gebündelt werden, damit diese ‚Mega-Firmen‘ in der Lage sind, mit internationalen Wettbewerbern zu konkurrieren.


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Auf den ersten Blick sieht dies nach einem Rückschritt aus. Jedoch ist das Durchsetzen marktorientierter Reformen im staatlichen Sektor durch gemischte Eigentumsverhältnisse eine positive Entwicklung. Auf diesem Weg kann der Privatsektor bewährte Praktiken der Unternehmensführung etablieren, die Entscheidungsfindung beeinflussen, die Effizienz steigern und die Erträge der Aktionäre verbessern. Gleichzeitig erhält der Staat nützliche Zinsen.


Erste Resultate zeigen sich bereits: Die Marktkonsolidierung hat zu Kosteneinsparungen und weiteren Synergien geführt, während die Verkäufe von Assets die Produktivität erhöht haben. Im vergangenen Jahr meldeten Chinas bedeutendste Staatsunternehmen, welche ein geschätztes Gesamtvermögen von rund 9 Billionen US-Dollar haben, Profite in Rekordhöhe und ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 15 Prozent – das höchste in fünf Jahren.


Zum Jahresbeginn wurde es aus unserer Sicht zunehmend schwieriger Qualitätsunternehmen zu einem angemessenen Kurs zu kaufen, da die Marktrally chinesische Aktienbewertungen angetrieben hat. An der Börse in Shanghai gelistete Blue-Chips waren besonders gefragt. Insbesondere die augenscheinliche wirtschaftliche Erholung und die Aussicht auf eine Aufnahme von auf Renminbi lautende Aktien in MSCI-Indizes haben die Situation begünstigt. Wir profitierten derzeit von Gewinnen aus vorteilhaft bewerteten Aktien und verwenden liquide Mittel für Investitionen in qualitativ hochwertige und gut geführte Unternehmen, die an den Börsen in Hongkong und Taiwan notiert sind.


Der Margendruck auf Mid- und Downstream-Unternehmen hat sich unseres Erachtens aufgrund eines starken Anstiegs der Rohstoffpreise intensiviert. Vor diesem Hintergrund zeigen vor allem Unternehmen mit starken Marken eine gute Entwicklung, die diese Kosten verkraften.


An der Oberfläche sieht es so aus, als wäre China durch einen Handelskrieg stärker gefährdet als die USA. Heute ist die chinesische Wirtschaft jedoch weniger abhängig von Exporten. Infolge steigender Einkommen und dem Bestreben, die Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen, trägt der Binnenkonsum derzeit am stärksten zum chinesischen Wirtschaftswachstum bei. Die von den USA erlassenen Einfuhrzölle auf über 800 chinesische Waren (Quelle: Bloomberg), die bereits Anfang Juli in Kraft getreten sind, machen allerdings nur einen Bruchteil des chinesischen BIP und wenige Prozent des Gesamtexportes des Landes aus. Unserer Ansicht nach könnten amerikanische Strafzölle gegen China – und umgekehrt – das weltweite Handelsvolumen senken. Dies gilt nicht nur für China, sondern würde auch zu einem gedämpften Geschäftsklima und Investitionen auf den globalen Märkten führen.“


Quelle: First State Investments, eigene Recherche



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