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Technologieschätze abseits der FAANG




14.09.21 12:30
Capital Group

Los Angeles (www.aktiencheck.de) - Facebook (ISIN US30303M1027/ WKN A1JWVX), Amazon (ISIN US0231351067/ WKN 906866), Apple (ISIN US0378331005/ WKN 865985), Netflix (ISIN US64110L1061/ WKN 552484) und Google (kurz die FAANGs) sind bei Investoren allseits bekannt und beliebt

Doch wer abseits des Rampenlichts der Tech-Branche suche, könne auch in anderen Branchen führende Technologieunternehmen finden. Dieser Überzeugung ist Christophe Braun, Investmentdirektor für Aktien bei Capital Group. Denn: "Heute sind alle Unternehmen Technologieunternehmen. Das wird vom Markt aber noch nicht vollständig verstanden", sage Braun. Er spiele dabei auf die hohen Ausgaben der globalen Wirtschaft für die digitale Transformation von etablierten Unternehmen an. Nach Zahlen von Statista würden Unternehmen bis 2024 rund 2,4 Billionen US-Dollar ausgeben, um ihr Geschäft durch Automatisierung, Online-Verkauf, maschinelles Lernen und andere Prozesse zu verändern. Technologieaffine Investoren sollten dem Experten zufolge vor allem auf diese zukunftsträchtigen Branchen schauen:

1. Industrie: Innovativer Motor der Energiewende

Wenn von Kohlenstoffemissionen die Rede sei, würden die meisten Menschen zuerst an Kraftfahrzeuge denken. Der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen seien jedoch Gebäude. Betrieb und Bau von Gebäuden seien weltweit für mehr als ein Drittel des Kohlenstoffausstoßes verantwortlich. Das liege zum Teil daran, dass Heiz- und Klimasysteme, die sogenannten HLK-Anlagen, ineffizient seien. "Die Verschiebung der Energieprioritäten von Regierungen und der Öffentlichkeit könnte zu einem schnelleren Austauschzyklus für Heiz- und Klimaanlagen führen", analysiere Braun. "Dies könnte ein Rückenwind für HLK-Unternehmen sein, die schnell sauberere Systeme entwickeln und einführen können." Die Corona-Pandemie habe zudem neue gesundheitliche Aspekte des Wohnens in den Vordergrund gerückt. Das bedeute eine weitere, große Chance für Unternehmen, die etwa innovative Luftfiltersysteme herstellen würden.

2. Einzelhandel: Neues organisches Wachstum

"Click-to-Brick" heiße exemplarisch einer der Ansätze, die Einzelhändler rund um die Welt mittlerweile anwenden würden: Kunden würden online ein Produkt kaufen und es anschließend im Geschäft selbst abholen. Es sei eine Mischung aus On- und Offlinekanal. "Die erfolgreichsten Einzelhändler bieten ein einheitliches Kundenerlebnis auf allen Plattformen", sage Braun. Das sei ein großer Wandel in der Denkweise der Einzelhändler, die nun das Kundenerlebnis über alle digitalen und physischen Kanäle hinweg als Ganzes begriffen hätten. Traditionelle Händler könnten so durch neue Technologien organisch wachsen.

3. Luxusgüter: Exklusivität trotz Massenmedium Internet

Was für die Einzelhändler ein Segen sei, könnte für Luxusmarken zur Gefahr werden: Mit einem digitalen Verkaufskanal könnten auf einen Schlag exponenziell mehr Kunden erreicht werden. Luxusunternehmen würden aber von der Exklusivität ihrer Produkte leben. Dass eine digitale Strategie aber keine Verwässerung der Marke bedeuten müsse, zeige etwa der französische Luxuskonzern LVMH (ISIN FR0000121014/ WKN 853292). Dieser habe unter anderem ein digitales Tool zur Verfolgung der eigenen Waren eingeführt. Damit werde seither die Echtheit der gekauften Produkte überprüft und die Gefahr von Diebstahl minimiert. Einige LVMH-Marken würden außerdem künstliche Intelligenz nutzen, um das Online-Erlebnis individuell zu gestalten. Der intelligente Spiegel von Sephora ermögliche es Kundinnen zum Beispiel, Make-up mit Augmented Reality auszuprobieren. "Obwohl das Unternehmen seine Reichweite online vergrößert hat, haben seine Marken ihre Attraktivität weltweit beibehalten", so Braun.

4. Restaurants und Gastronomie: Onlinebestellungen würden Chancen eröffnen

Der Pizzalieferant Domino's (ISIN US25754A2015/ WKN A0B6VQ) habe bereits Monate bevor die Welt von Corona erfahren habe mit der kontaktlosen Lieferung und dem Lieferservice am Auto begonnen. Dafür habe das Unternehmen sein Technologiepersonal aufgestockt und ein eigenes Online-Bestellsystem für alle digitalen Plattformen entwickelt. Das Unternehmen verfüge über eine firmeninterne "Innovationswerkstatt", die die GPS-Bestellverfolgung und kürzlich eine "Null-Klick-Bestellfunktion" in ihrer App entwickelt habe. Das komme bei den Kunden gut an. So habe Domino's seine Zuwächse bei den Auslieferungen auch während der Wiedereröffnung der US-amerikanischen Wirtschaft beibehalten können. "Es ist ein Beispiel dafür, wie die von Corona besonders stark betroffene Gastronomie durch den Einsatz neuer Technologie gestärkt zurückkommen kann", erläutere Braun. (14.09.2021/ac/a/m)







 
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