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Kolumnist: Hans-Jürgen Haack

Tage der Notenbanken




18.03.16 13:43
Hans-Jürgen Haack

Lieber Leser,

die Überschrift ist dem – nicht besonders guten – Film „Tage des Donners“ mit Tom Cruise angelehnt. Während der vor allem durch Action und Aussehen denn durch Schauspielkunst auffallende Schauspieler als NASCAR-Fahrer einige Crashs durchleben muss, versuchen die Notenbanken gerade solche wilden Unfälle zu vermeiden. Doch die Schwankungen an den Märkten können auch sie nicht vermeiden, das zeigte sich in den letzten Tagen überdeutlich.

Nach den Notenbank-Aktionen

Die Notenbanken haben nun aus ihrer Sicht alles für die Märkte getan. Bei der EZB hat man dabei sogar den Eindruck, dass sie ihre letzte Patrone verschossen hat. Man muss ich schon fragen, warum sie derart in die Offensive geht? Ist das wirklich notwendig? Wabern unter der Oberfläche so viele Probleme, dass jedwede größere Marktkorrektur verhindert werden muss, weil ansonsten die Gefahren zu groß werden? Jedenfalls: Eine weitere Aktion wäre wohl sehr kontraproduktiv, würde den Finger in die Wunde legen, vielleicht sogar Panik auslösen. Dessen sind sich Draghi und seine taubenhaften Kumpanen wohl nicht bewusst. Leider gibt es an den Schaltstellen zu wenig mahnende Experten wie Weidmann.

Die Märkte müssen auch mal ausatmen

Auf lange Sicht sind diese Aktionen leider sehr schädlich. Fehlallokationen der übermäßig vorhandenen Liquidität und Preisblasen (Bonds, zum Teil auch Immobilien, bei Aktien könnte das ab 2017 erfolgen) sind die Folgen. Für normale Zyklen muss eine Konjunktur auch mal eine Rezession durchlaufen, Überkapazitäten abgebaut werden, die Wirtschaft sich verschlanken und gesundschrumpfen. Der Aktienmarkt korrigiert dann eben mal um 25 bis 30 % oder läuft in einer längeren Baisse. Daran ist im Normalfall überhaupt nichts Schlimmes oder Systemgefährdendes. Natürlich erleiden Aktionäre dann Verluste. Doch erst daraus erwachsen die Mega-Chancen an den Aktienmärkten. Aber das hat der überschätzte Alan Greenspan ja versucht abzuschaffen und Bernanke setzte das fort. Doch es hilft nichts: Statt lamentieren müssen wir nun versuchen, damit umzugehen. In diesem Jahr könnte es im Jahresverlauf auch nochmals zu Korrekturen kommen. Aber ich bezweifle, dass diese länger anhalten werden. Vielmehr deutet sich an, dass es 2017
nochmal zu einer Übertreibung (ähnlich 1999 bis März 2000) kommen wird. Ob die Startbasis im Herbst bei 9.300, 8.000 oder gar 7.200 im DAX liegen wird, muss man sehen.

Erste Folgen

Zunächst lassen sich diese Folgen aus den „Tagen der Notenbanken“ erkennen: Vor allem die Fed hat die Märkte mir ihren moderaten Tönen auf dem falschen Fuß erwischt. Zwei graduelle Zinserhöhungen noch, 2017 eher niedrigere Zinsen. Das nimmt dem US-$ die Fantasie eines nachhaltig hohen Zinsvorsprungs. Der US-$ dürfte schwach tendieren. Spekulation darauf siehe unten. Das würde dann auf den DAX mit seinen vielen Exportwerten drücken. Eine Under-Performance des DAX ist zu erwarten. Gold profitiert langfristig vom Kurs der Notenbanken. Der Zins ist schon lange kein Konkurrent mehr. Und da die Rohstoffe sich erholen, dürften demnächst die Inflationszahlen anziehen. Aber Vorsicht: Das Kursverhalten von Gold, die (negative) Positionierung der Commercials und das (zu optimistische) Stimmungsbild lassen zunächst im Gold eher eine Korrektur, mindesten aber eine Konsolidierung erwarten. Kommt es dazu, wären aber Goldminen „der Kauf“ für 2016! In der HAACK-INVEST liegen wir mit einem Limit für einen Goldproducer-ETF auf der Lauer.

Herzlichst Ihr
Hans-Jürgen Haack



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