TAG Immobilien für weitere operative Entwicklung sehr positiv gestimmt


16.11.11 09:30
aktiencheck.de EXKLUSIV

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Die Hamburger TAG Immobilien AG (ISIN DE0008303504 / WKN 830350) fungiert als Holding eines diversifizierten Immobilienkonzerns, dessen Aktivitäten sowohl den Wohn- und Gewerbeimmobilienbereich umfassen, als auch den kompletten Dienstleistungssektor. Der Fokus der Gesellschaft liegt auf dem Immobilienmarkt, vor allem in den Metropolregionen wie Hamburg, Berlin, München, in Sachsen und in Nordrhein-Westfalen. Die TAG Immobilien AG ist ein Bestandshalter und realisiert Wertsteigerungspotenziale innerhalb des Portfolios durch aktives Asset Management und strategische Akquisitionen attraktiver Objekte.

aktiencheck.de EXKLUSIV führte ein kurzes Interview mit Herrn Rolf Elgeti, dem CEO der TAG Immobilien AG.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die TAG Immobilien AG konnte in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2011 dank der erstmaligen Konsolidierung der Colonia Real Estate AG (ISIN DE0006338007 / WKN 633800) einen deutlichen Ergebniszuwachs verzeichnen. Sind die Synergieeffekte zwischen beiden Unternehmen inzwischen größtenteils ausgeschöpft oder erwarten Sie hiervon auch in den kommenden Quartalen einen spürbaren positiven Einfluss auf das Ergebnis der TAG Immobilien AG?

TAG Immobilien: In den Q3-Ergebnissen war erst ein kleiner Teil der Synergien zu sehen. Die Einsparungen auf administrativer Ebene, die insgesamt ca. 11 Mio. EUR betragen, sind zum Beispiel zu ungefähr der Hälfte bereits in den Quartalzahlen sichtbar gewesen. Der Rest kommt in den folgenden Quartalen. Die Synergien aus dem Asset Management Geschäft (ca. 3 Mio. EUR p.a.) und der Tatsache, dass wir das Property Management eingesourct haben (ca. 4 Mio. EUR p.a.) werden im Wesentlichen ab dem ersten Quartal 2012 sichtbar sein. Und die positiven Effekte aus niedrigeren Leerständen, höheren Mieten, geringeren Betriebs- und Instandhaltungskosten werden über die nächsten drei Jahre verteilt in den Quartalszahlen erscheinen. Wir haben also, grob gesprochen, mit den Q3-Zahlen erst ca. ein Sechstel der Synergieeffekte gesehen. Deswegen sind wir auch für die weitere operative Entwicklung sehr positiv gestimmt.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die TAG Immobilien AG vergrößert in letzter Zeit kontinuierlich ihr Portfolio um Wohnimmobilien im nahezu gesamten Bundesgebiet. So hat Ihre Gesellschaft in den vergangenen Monaten zahlreiche Wohnobjekte z.B. in Norddeutschland, Berlin und in Sachsen erworben und weitere Akquisitionen könnten bald folgen. Ihr Unternehmen wird damit immer mehr zu einem gewichtigen Spieler auf dem Wohnimmobilienmarkt. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf das Gewerbeportfolio der TAG Immobilien AG? Ist die Veräußerung des gesamten Gewerbeportfolios langfristig eine ernstzunehmende Option für Ihre Gesellschaft?

TAG Immobilien: Zunächst erweitern wir unser Portfolio nur an vier Standorten: Berlin und den Großräumen Hamburg, Leipzig und Düsseldorf. Wir planen auf absehbare Zeit nicht mit weiteren Standorten und sind somit trotzdem ein recht fokussierter Player, was auch für unsere operative Rentabilität sehr wichtig ist. Das Gewerbeportfolio steht strategisch weniger im Fokus, erwirtschaftet aber ebenfalls sehr gute Renditen. Wir haben vor einigen Wochen eine Münchener Gewerbeimmobilie zu fast 50% über dem Buchwert verkauft und werden auch weiterhin versuchen, für jede einzelne Immobilie - Wohnen wie Gewerbe - das Optimale für unsere Aktionäre zu tun. Ein sorgfältiges Management, Objekt für Objekt, erscheint aber sinnvoller als ein Verkauf der ganzen Gewerbeimmobilien-Gesellschaft. Wir stehen aber natürlich ständig in Verhandlungen mit potenziellen Interessenten für viele unserer Immobilien.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die Leerstandsquote in Ihrem Portfolio ist mit 4,1% relativ niedrig, doch ein stärkerer Rückgang ist demnächst wohl nicht zu erwarten. Vor allem im Hinblick auf die Risiken infolge der negativen demografischen Entwicklung in Salzgitter sowie in den nördlichen und FraconoWests Portfolio-Standorten dürfte eine schnelle Reduzierung kaum möglich sein. Wie sieht die Strategie der TAG Immobilien AG in dieser Hinsicht aus? Welche Leerstandsquote ist Ihr langfristiges Ziel und wie wollen Sie das erreichen?

TAG Immobilien: Die TAG hat in Berlin und Hamburg jeweils einen Leerstand von 3,4%. Da ist in der Tat wenig Luft nach unten - ein bisschen jedoch schon. Bei der FranconoWest liegen wir bei 7,2%, da sollte eine Reduzierung unter 6% schon machbar sein. Und Salzgitter ist natürlich ein Standort mit einer etwas anderen Dynamik. Aber hier muss man sehen, dass wir das Portfolio mit einem Leerstand von 24,4% von der Colonia übernommen haben und aktuell einen Leerstandsabbau von etwa 30 Wohnungen pro Monat vorweisen können. Der Leerstand in der Stadt Salzgitter insgesamt liegt bei ca. 10%, daran sieht man, dass es sich auch um ein operatives Managementproblem gehandelt hat. Die TAG hat aber in den letzten Jahren bewiesen, dass sie Leerstände auch in schwierigen Portfolien abbauen kann - und das auch bei steigenden Mieten. Aktuell vermieten wir in Salzgitter sogar zu etwa 10% über den Mieten, die die Colonia vor unserer Übernahme erreicht hat. Das unterstreicht das enorme Potenzial vor Ort. Ein solides Asset- und Property Management wird sich langfristig auszahlen.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Schon jetzt wächst Ihre Gesellschaft sehr dynamisch und sie investiert auch viel Geld in ihr zukünftiges Wachstum. Diese Zukunftsinvestitionen erfordern natürlich eine solide Finanzierung. Wie wollen Sie die ständige Marktexpansion der TAG Immobilien AG künftig finanzieren (Kapitalerhöhung, Unternehmensanleihen, Bankkredite etc.)?

TAG Immobilien: Wir sind aktuell mit einer Beleihung unserer Immobilien recht konservativ unterwegs. Dazu kommt, dass zwei unser drei ausstehenden Wandelanleihen bereits tief im Geld sind, was bei der damit zu erwartenden Konversion unsere Bilanz weiter stärkt. Somit haben wir für Akquisitionen einiges an Möglichkeiten, ohne auf externes Geld zurück greifen zu müssen. Letztlich ist die solideste Finanzierung für Wachstum in unser Branche immer frisches Eigenkapital. Dieses werden wir immer erst und nur dann aufnehmen, wenn wir auch einen Deal haben, in den wir das investieren können. Unsere Maxime dabei wird immer bleiben, dass ein Wachstum mit Ausgabe neuer Aktien nur Sinn macht, wenn es auch unseren inneren Wert der Aktie steigert und nicht verwässert. Dass das sehr gut funktionieren kann, haben wir ja auch in den letzten zwei Jahren sehr schön unter Beweis gestellt.

aktiencheck.de EXKLUSIV bedankt sich für dieses Interview und wünscht der TAG Immobilien AG weiterhin viel geschäftlichen Erfolg. (16.11.2011/ac/e/i)






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