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Systemwandel erforderlich!




09.09.21 13:45
BNY Mellon IM

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Schätzungsweise 80 Prozent der weltweiten fossilen Brennstoffe befinden sich im Besitz oder unter der Kontrolle souveräner Staaten, so die Experten von BNY Mellon Investment Management.

Der kürzliche Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, Weltklimarat) habe noch einmal deutlich gemacht, dass der Klimawandel durch menschliches Handeln verursacht werde. Das Netto-Null-Ziel könne nur erreicht werden, wenn Regierungen weltweit für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen würden, sage Andrew Parry, Head of Sustainable Investment bei Newton Investment Management - einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management.

Obwohl die Internationale Energieagentur in ihrem Bericht "2050 Path to Net Zero" feststelle, dass kein Bedarf an weiteren Investitionen in neue fossile Brennstoffe bestehe, würden Regierungen weltweit weiterhin Tausende Öl- und Gasbohrungen genehmigen. Außerdem sollten zahlreiche neue Kohlebergwerke gebaut werden. Diese Investitionen würden zwar sicherlich kurzfristige wirtschaftliche Vorteile bringen. Sie stünden aber im Widerspruch zu den inzwischen unbestrittenen wissenschaftlichen Erkenntnissen des IPCC-Berichts. Darüber hinaus könnten die Anlagen aufgrund des hoffentlich eintretenden Umschwenkens in Richtung Klimaschutz weltweit zu "Stranded Assets" werden.

Allerdings könnten beim derzeitigen Stand der Dinge die für 2030 gesteckten Emissionsziele nicht erreicht werden. Wir befinden uns an einem potenziellen Wendepunkt für erneuerbare Energien - in Bezug auf Kosten, Kapazitätssteigerung, technologische Entwicklung und gesellschaftliche Anforderungen, so die Experten von BNY Mellon Investment Management.

Es gebe keine Einzellösung, die die Klimakrise bewältigen und aus der durch Corona verursachten Rezession herausführen würde. ESG, grünes und nachhaltiges Investieren allein würden den Klimawandel nicht aufhalten, trotz des starken Signals, das sie aussenden würden. Engagement und eine konsequente und offensive Abstimmung von Regierungen weltweit seien entscheidend. Ohne eine solche konzertierte Aktion laufe man Gefahr, die Klimaziele weiterhin zu verfehlen - die Auswirkungen würden unumkehrbar sein.

Nur wenige Bedrohungen seien für die Welt drängender als die, die durch den ungebremsten Klimawandel entstünden. Er stelle zwar ein großes systemisches Risiko für die Finanzmärkte dar. Die Folgen würden aber weit über die wirtschaftlichen Auswirkungen hinausgehen und möglicherweise die Lebensgrundlage auf diesem Planeten bedrohen. Es sei ein Systemwandel erforderlich. Das ideale Ergebnis des bevorstehenden UN-Klimagipfels (COP 26) in Glasgow wären aus Sicht der Experten verbindliche Anreize zur Entwicklung und Förderung von erneuerbaren Energien und sauberer Energie sowie entsprechende Sanktionen zu schaffen. (09.09.2021/ac/a/m)






 
 
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