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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Stillhalter-Stress am Verfallstag




19.02.19 12:56
Sven Weisenhaus

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,


die Verfallstagsprognose der Vorwoche bestätigte sich wieder einmal eindrucksvoll. Aber während Trader davon profitieren konnten, hatten die Stillhalter vermutlich einigen Stress dabei. Und dieser hielt wortwörtlich bis zur letzten Minute an.


Eine weitere perfekte Verfallstagsprognose


Der folgende 5-min-Chart des DAX der Verfallstagswoche zeigt das deutlich:


DAX 5min-Chart KW 07/2019 


Noch am Montag notierte der DAX in relativ komfortabler Entfernung zur neuralgischen 11.200er Verfallstagsmarke (siehe blauer Pfeil). Am Dienstag sprang er zwar bereits zu Handelsbeginn dichter an die rote Linie, blieb danach aber noch in respektvollem Abstand dazu. Erst am Mittwoch und Donnerstag attackierten die Bullen dann ernsthafter die 11.200-Punkte-Marke (siehe blaue Ellipsen).


Auslöser dafür war übrigens – wie von mir schon am Montag vermutet – die Meldung, dass eine Einigung im US-Haushaltsstreit bevorstehen könnte. Dazu kam es dann zwar tatsächlich, aber unmittelbar danach verkündete US-Präsident Trump in puncto Einwanderung den „nationalen Notstand“, um die umstrittene Grenzbefestigung nach Mexiko doch noch durchzudrücken. Das ließ den DAX am Donnerstagnachmittag wieder deutlich zurückfallen.


Zu früh gefreut


Zu diesem Zeitpunkt sah es demnach so aus, als hätten die Stillhalter das Schlimmste überstanden, zumal der DAX am Freitagmorgen zunächst weiter nachgab. Doch zu früh gefreut: Denn plötzlich startete eine fulminante Kurzfrist-Rally (siehe grüner Pfeil) und der DAX schoss ohne Pause bis auf 11.200 Punkte nach oben. Dort mussten die Stillhalter dann in der letzten Viertelstunde vor dem Verfallstermin nochmals dagegenhalten, um zu verhindern, dass die große Call-Position bei 11.200 Punkten quasi in letzter Minute ins Geld läuft.


Das gelang ihnen auch – der DAX wurde am Freitag schließlich rund 15 Punkte tiefer abgerechnet. Und erst nach dem Verfallstermin konnte der Kurs ungehindert über die rote Linie ausbrechen. Allerdings sieht man am folgenden Kursverlauf deutlich, dass es tatsächlich vor allem ein Verfallstagseffekt war: Schon bald stockte der Anstieg und seitdem läuft der Kurs wieder seitwärts. Offenbar fehlen den Anlegern jenseits der Verfallstagsziele die Perspektiven für den DAX.


Falls Sie auch die Verfallstagspositionierung für Ihr Trading verwenden wollen, dann nutzen Sie unser kostenloses Tool dafür! Sie finden die jeweils aktuelle Verfallstagsgrafik auf unserer Webseite unter: https://www.stockstreet.de/verfallstag-diagramm/


Die weiteren kurzfristigen Perspektiven im DAX


Chart- bzw. stimmungstechnisch ist die aktuelle Konsolidierung jedoch noch unkritisch: Der steile Anstieg vom Freitag kann eine solche Konsolidierung durchaus verkraften. Zudem war gestern in den USA ein (Börsen-Feiertag (Presidents Day), so dass dem DAX die üblichen Impulse der US-Börsen fehlen. Auch das führt häufig zu einer „unerklärlichen“ Unentschlossenheit der europäischen Aktienmärkte.


Die jüngsten Kursbewegungen sind also durchaus bullish zu werten, was die Frage nach den weiteren kurzfristigen Perspektiven des DAX aufwirft. Dazu der Blick auf den gestrigen Tageschart:


DAX - Tageschart seit März 2018 


Nach dem Anstieg im Januar sind die bisherigen Kursbewegungen im Februar als Konsolidierung zu werten, die aktuell in Form eines symmetrischen Dreiecks verläuft (grau schattiert). An dessen Oberkante verläuft auch eine wichtige Parallellinie des übergeordneten roten Abwärtstrends, an welcher der DAX schon zweimal gescheitert ist (siehe rote Pfeile).


Warum eine Trendwende weiterhin nicht in Sicht ist


Dennoch besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die Ende 2018 gestartete Aufwärtsbewegung in Form einer zweiten Welle weitergeht. Charttechnisch wäre dies ein Measured Move, der theoretisch die gleiche Ausdehnung haben sollte, wie der erste (siehe blaue Rechtecke). Für den DAX könnte es dabei bis knapp 12.000 Punkte nach oben gehen.


Natürlich müsste der DAX dabei einige hohe Hürden überspringen: neben der schon erwähnten roten Parallellinie (strichpunktiert) auch die blaue Abwärtslinie sowie die Widerstandszone bei 11.800 Punkten (grün). Speziell letztere dürfte ein harter Brocken sein, so dass wir damit rechnen sollten, dass der DAX sein theoretisches Potenzial nicht ausschöpft, sondern in der grünen Zone hängenbleibt. Aber das zeigt sich natürlich erst im weiteren Verlauf genauer.


Übergeordnet würde ein solcher Anstieg jedoch nichts ändern: Solange der DAX unterhalb der oberen roten Linie und damit in dem intakten Abwärtstrend seit dem Hoch vom Januar 2018 läuft, behalten die Bären die Oberhand. Eine bullishe Trendwende ist damit im DAX weiterhin nicht in Sicht.


Mit besten Grüßen


Ihr Torsten Ewert


(Quelle: www.stockstreet.de)



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