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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Steigende Kurse, sinkende Gewinnerwartungen – ein heikler Mix




14.02.19 09:30
Sven Weisenhaus

Die Berichtssaison in den USA zum 4. Quartal 2018 läuft wie erwartet. Die zuvor heruntergeschraubten Analystenschätzungen (siehe Börse-Intern vom 17. Januar) können wie üblich übertroffen werden. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen aus dem S&P 500 haben inzwischen über ihre Geschäftszahlen berichtet. Und davon konnten 71 % die Gewinnerwartungen übertreffen. Das entspricht ziemlich genau dem 5-Jahres-Durchschnitt. Insofern sehen wir also bislang eine völlig normale Berichtssaison.


Insgesamt liegen die Gewinne dabei aktuell um 4 % über den Schätzungen. Beim Umsatz sind es 1,2 %, wobei hier 62 % der Unternehmen über den Erwartungen liegen. Die Gewinnwachstumsrate liegt derzeit bei +13,3 %, nachdem Mitte Januar ein Plus von 10,6 % erwartet wurde. Beim Umsatzwachstum lauten die entsprechenden Zahlen +7,0 % (aktuell) gegenüber +5,9 % (Mitte Januar).


Gewinnerwartungen für 2019 deutlich nach unten revidiert


Berauschend sind diese Ergebnisse nicht. Aber sie helfen zumindest, die Kurserholung an den Aktienmärkten aufrechtzuerhalten. Allerdings stellt sich die Frage, wie lange diese noch anhalten kann. Denn gleichzeitig werden die Wachstumserwartungen für das laufende Jahr immer weiter nach unten revidiert – und das zum Teil drastisch.


Lagen zum Beispiel die Erwartungen für das Gewinnwachstum im 1. Quartal 2019 Ende des vergangenen Jahres zumindest noch bei +6,0 % (siehe Börse-Intern vom 06.11.2018), so gehen Analysten inzwischen sogar von einem Gewinnrückgang in Höhe von 1,7 % aus.


S&P 500: Umsatz- und Gewinnerwartungen 1. und 2. Quartal 2019


Diesen Rückgang kann man durchaus auch auf den Shutdown zurückführen, der ja fast den gesamten Januar über angehalten hatte. Doch auch für die weiteren Quartale sind die Erwartungen inzwischen deutlich gedämpft (siehe zum Beispiel 2. Quartal rechts in der Grafik oben). Für das Gesamtjahr wurden die Prognosen zum Gewinnwachstum vom Hoch aus gesehen mehr als halbiert (siehe folgende Grafik).


S&P 500: Umsatz- und Gewinnerwartungen 2019


Vor diesem Hintergrund erscheint der Anstieg der Aktienkurse in den USA inzwischen schon wieder deutlich übertrieben.


Dow Jones: +18 % binnen nur 7 Wochen


Doch bisher leisten sich die US-Indizes nur kurze Pausen und kaum Schwäche. Der Dow Jones hat zum Beispiel zwar jüngst auf eine gebrochene Abwärtstrendlinie (rot im folgenden Chart) leicht zurückgesetzt, konnte sich dann aber sehr schnell bis auf ein neues Hoch weiter hocharbeiten (siehe grüner Pfeil).


Dow Jones - Chartanalyse


Damit wurde der Bruch dieser Linie getestet und bestätigt, womit wir wieder ein Puzzleteil für das Ende der Korrektur erhalten haben. Das ist natürlich sehr positiv.


Doch ein Anstieg um 18 % binnen nur 7 Wochen erscheint völlig übertrieben. Die US-Indizes sind schon wieder völlig überkauft. Mit Short-Positionen sollte man sich gegen einen derart starken Trend nicht stellen, aber neue Long-Positionen würde ich nun auch nicht mehr eingehen. Stattdessen gilt weiterhin der Tipp, bestehende Long-Positionen laufen zu lassen und erneut enger abzusichern. Im Dow Jones bietet sich dazu das jüngste (Zwischen-)Tief (grüner Pfeil) an.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage


Ihr
Sven Weisenhaus


(Quelle: www.stockstreet.de)



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