Erweiterte Funktionen


Steht an den Aktienmärkten die große Umwälzung bevor?




18.11.20 10:37
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.aktiencheck.de) - Die Börse ist immer für Überraschungen gut, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Ein aktuelles Beispiel aus dem DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900): Seit den guten Impfstoffnachrichten von BioNTech (ISIN: US09075V1026, WKN: A2PSR2, Ticker-Symbol: 22UA, NASDAQ-Symbol: BNTX) und Pfizer (ISIN: US7170811035, WKN: 852009, Ticker-Symbol Deutschland: PFE, NYSE-Ticker-Symbol: PFE) habe die eigentlich als klassischer Quarantänengewinner gehandelte Aktie des Lieferdienstes Delivery Hero (ISIN: DE000A2E4K43, WKN: A2E4K4, Ticker-Symbol: DHER) mehr als 15% ihres Werts verloren. Ganz anders die von der Corona-Pandemie stark gebeutelten deutschen Autobauer: VW (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) 15,1% im Plus, BMW (ISIN: DE0005190003, WKN: 519000, Ticker-Symbol: BMW, NASDAQ OTC-Symbol: BAMXF) 14,4% und Daimler (ISIN: DE0007100000, WKN: 710000, Ticker-Symbol Deutschland: DAI, NASDAQ Other OTC-Ticker-Symbol: DDAIF) immerhin noch 11,8%.

Verkehrte Welt? Nicht für Marko Behring, Leiter Asset Management der Fürst Fugger Privatbank. Er sehe auch in den USA ein ähnliches Bild: "Die einstigen Börsenlieblinge stagnieren oder verlieren, dagegen holen verprügelte Branchen auf. Zu ihnen zählen im S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) etwa Energieunternehmen und Versorger. Abgestraft wurden sogenannte "Stay-at-Home"- Aktien und - das mag überraschen - auch Pharmaunternehmen."

Hier habe es insbesondere Pfizer erwischt, die ja gemeinsam mit BioNTech bei der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffes gegenwärtig die Nase mit ganz vorne hätten. Marko Behring sehe für den Abverkauf einen simplen Grund: "Viele Investoren fürchten, dass das Geschäft mit den Covid-19 Impfstoffen kleiner ausfallen könnte, als zunächst gedacht." Schließlich seien die lukrativsten Medikamente in der Vergangenheit stets die gewesen, die von den Patienten in einem relativ kurzen Turnus immer wieder benötigt würden, am besten täglich oder wöchentlich.

"Auch die noch zu erwartende Zahl an Wettbewerbern, die mit einer eigenen Impfung auf den Markt kommen, kann die Impfstoffpreise langfristig unter Druck setzen", so Behring. "Das dämpft die Gewinnphantasie einiger Investoren und sie sehen sich in anderen Branchen um." Vor diesem Hintergrund stellt sich für ihn die Frage, wie die jüngsten Rotationen bei einigen Branchen sind: "Wir glauben, dass wir hier keine Eintagsfliege sehen, sondern die Grundlage für den Beginn eines länger anhaltenden Umschwungs der Bewertungen."

Zwar halte Marko Behring die Anstiege für etwas verfrüht und teilweise auch sehr optimistisch und weise darauf hin, dass selbst mit einer Impfung ein Back-To-Normal so schnell nicht kommen werde. Dennoch: "Es zeichnet sich ein Trend ab, den wir nicht ignorieren dürfen", meine Behring. "Gegenwärtig kann man mehr Qualität zu vernünftigen Preisen einkaufen, wenn man auf Branchen schaut, die die letzten Monate gelitten haben und nun erste Anzeichen einer Erholung zeigen."

Was bedeute das für die Depots der Anleger?

Marko Behring sehe beispielsweise Aufholpotenzial in der Automobilzulieferbranche: "Im Gegensatz zu den bereits gut gelaufenen Autobauern findet man in der Zulieferbranche nicht selten gesündere Bilanzen und kann im Falle einer breiten konjunkturellen Erholung auf einen höheren Hebel hoffen." Außerdem hätten viele Automobilzulieferer den schönen Kursanstieg der Autobauer bislang noch nicht komplett nachvollzogen. Eine weitere interessante Branche sehe Behring in der Versicherungswirtschaft. "Bei den Versicherern locken vor allem die auskömmliche Dividendenrendite und die trotz Covid-19 nach wie vor stabile Ertragsentwicklung. Auch das ein oder andere Energieunternehmen ist interessant, und angesichts hoher Dividendenrenditen einen zweiten Blick wert." Gleiches gelte auch für Versorger, die von der Fürst Fugger Privatbank bereits vor einigen Monaten positiv eingeschätzt worden seien.

Zitate Marko Behring, Leiter Asset Management der Fürst Fugger Privatbank

"Die einstigen Börsenlieblinge stagnieren oder verlieren, dagegen holen verprügelte Branchen auf. Zu ihnen zählen im S&P 500 etwa Energieunternehmen und Versorger. Abgestraft wurden sogenannte "Stay-at-Home"- Aktien und - das mag überraschen - auch Pharmaunternehmen."

"Viele Investoren fürchten, dass das Geschäft mit den Covid-19 Impfstoffen kleiner ausfallen könnte, als zunächst gedacht."

"Auch die noch zu erwartende Zahl an Wettbewerbern, die mit einer eigenen Impfung auf den Markt kommen, kann die Impfstoffpreise langfristig erheblich unter Druck setzen. Das dämpft die Gewinnphantasie einiger Investoren und sie sehen sich in anderen Branchen um."

"Wir glauben, dass wir hier keine Eintagsfliege sehen, sondern die Grundlage für den Beginn eines länger anhaltenden Umschwungs der Bewertungen."

"Gegenwärtig kann man mehr Qualität zu vernünftigen Preisen einkaufen, wenn man auf Branchen schaut, die die letzten Monate gelitten haben und nun erste Anzeichen einer Erholung zeigen."

"Im Gegensatz zu den bereits gut gelaufenen Autobauern findet man in der Zulieferbranche nicht selten gesündere Bilanzen und kann im Falle einer breiten konjunkturellen Erholung auf einen höheren Hebel hoffen."

"Bei den Versicherern locken vor allem die auskömmliche Dividendenrendite und die trotz Covid-19 nach wie vor stabile Ertragsentwicklung. Auch das ein oder andere Energieunternehmen ist interessant, und angesichts hoher Dividendenrenditen einen zweiten Blick Wert." (18.11.2020/ac/a/m)






 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...