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Steckt mehr in der US-Wachstumsstory als Facebook, Amazon & Co.?




09.07.18 12:06
T. Rowe Price

Baltimore (www.aktiencheck.de) - Auch jenseits der FAANG-Titel Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google/Alphabet finden sich für Investoren interessante US-amerikanische Wachstumstitel. Dieser Auffassung ist Taymour Tamaddon, Portfoliomanager des Large-Cap-Growth-Teams im Bereich US-Aktien bei T. Rowe Price.

"Entgegen landläufiger Meinung ist der Preisanstieg der US-Wachstumswerte keine reine FAANG-Story", unterstreiche Tamaddon. Aufmerksame Anleger würden neben den fünf Technologieriesen viele diversifizierte Alpha-Quellen finden.

Der Erfolg des FAANG-Segments resultiere aus deren innovativen und disruptiven Geschäftsmodellen, die ihre jeweilige Branche grundlegend verändert hätten. Doch auch jenseits dieser Tech-Riesen gebe es Wachstumsunternehmen mit ähnlichen Merkmalen. "Obwohl sie bislang außerhalb des öffentlichen Scheinwerferlichts geblieben sind, halten wir sie für gut positioniert, um wesentliche Anteile in etablierten Märkten zu gewinnen und einen hohen, freien Cashflow zu generieren", so der Portfoliomanager.

Zu diesen Wachstumstiteln zähle Tamaddon den Software-Anbieter Intuit. Dieser wälze mit seinen Steuererklärungsprogrammen und Buchhaltungslösungen für kleinere Unternehmen derzeit den gesamten Sektor um. "Dank seiner IT-Architektur konnte das Unternehmen seine Online-Abonnement-Services in diesen Bereichen mit einer relativ geringen Kapitalintensität ausbauen", sage Tamaddon. Das sei bei den Anwendern beliebt und binde Kunden.

Ein weiteres Unternehmen sei Red Hat, ein Anbieter von Open-Source-Software, die den nahtlosen Zugriff auf Vor-Ort-Datenbanklösungen und externe Cloud-Datenbankdienste ermögliche. "Unser zentrales Anlageargument liegt darin, dass Unternehmen in Zukunft sowohl lokale als auch externe Datenbanklösungen unterhalten müssen", kommentiere Tamaddon. "Über Red Hat sind Firmen in der Lage, den Cloud-Anbieter ihrer Wahl zu nutzen, da die Red-Hat-Software Schnittstellen zu AWS, Microsoft Azure und Google Cloud bietet."

Im Gesundheitssektor identifiziere Tamaddon Stryker als innovatives Wachstumsunternehmen, das sich auf Hüft- und Kniegelenk-Ersatzoperationen spezialisiert habe. "Stryker ist führend im 3D-Druck von Hüft- und Knieimplantaten und bei der Entwicklung von Operationsrobotern und hat die Behandlungsergebnisse von Patienten dramatisch verbessert", begründet der Portfoliomanager seine Wahl. "Derzeit gewinnt das Unternehmen enorme Marktanteile, die eine höhere Rentabilität zur Folge haben werden."

Anlagechancen würden sich auch beim Luft- und Raumfahrtunternehmen Boeing bieten. Obwohl das Unternehmen vom Markt weder als Innovator noch als Wachstumstitel wahrgenommen werde, würden gerade in dieser Fehleinschätzung Investmentmöglichkeiten liegen. "Unserer Meinung nach ist Boeing das führende Unternehmen in einem globalen Duopol, und wir schätzen das Geschäft des Konzerns für weit weniger zyklisch ein, als am Markt gemeinhin angenommen wird", argumentiere Tamaddon. Die weltweiten Fluggastzahlen würden sich positiv entwickeln und mit der Boeing 787 und ihrem Rumpf aus Verbundwerkstoffen verfüge das Unternehmen über das derzeit innovativste und treibstoffeffizienteste Produkt der Branche. "Das Modell zieht daher eine starke Nachfrage auf sich und generiert einen erheblichen, freien Cashflow", so der Portfoliomanager.

"T. Rowe Price hält ein Engagement in den Aktien des FAANG-Segments, und in der T. Rowe Price US Large Cap Growth Equity-Strategie bestehen in einigen dieser Unternehmen seit geraumer Zeit bedeutende Positionen. Der relative Performancebeitrag dieser Aktien muss jedoch relativiert werden: In den letzten fünf Jahren erwirtschafteten die FAANG-Aktien insgesamt nur 21% unserer Outperformance gegenüber der Benchmark, während der weitaus größte Teil des generierten Alpha aus Quellen außerhalb dieses Segments stammt", verweise Tamaddon auf die Rolle weiterer Wachstumstitel.

"Wir befinden uns eindeutig in einer späten Phase des US-Marktzyklus. Dennoch werden aktuelle Aktienbewertungen nach wie vor durch das solide Wachstum und die geringe Inflationsrate ausreichend unterstützt", schätze der Portfoliomanager die makroökonomische Situation ein. Die Gewinnerwartungen der Unternehmen seien 2018 aufgrund der US-Steuerreform gestiegen. Doch selbst bei Bereinigung um diesen Sondereffekt hätten viele Unternehmen im letzten Quartal ein Umsatz- und Gewinnwachstum oberhalb der Konsensschätzungen gemeldet.

"In diesem Umfeld finden wir nach wie vor viele Beispiele, die dem Typus des innovativen, disruptiven und Cashflow generierenden Unternehmens entsprechen - die Mehrheit außerhalb des viel zitierten FAANG-Segments", resümiere Tamaddon. (09.07.2018/ac/a/m)






 
 
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