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Kolumnist: Feingold-Research

Starbucks – kein kalter Kaffee




16.07.19 15:42
Feingold-Research

Die US Amerikanische Kaffeehauskette Starbucks weist weiterhin ein starkes globales Wachstum auf. Trotz eines vermehrten Konkurrenzkampfes in China und Verhandlungen über eine mögliche Kaffeekartellbildung kann Starbucks seine Umsätze steigern. Vontobel bietet eine Protect-Aktienanleihe (VF7CAHmit 6 Prozent Rendite für Anleger an. Über 12 Prozent Rendite bietet der Discounter KA1NRA der Citi. 


Gegründet in Seattle von drei Universitätsfreunden eröffnete die erste Starbucks Kaffeerösterei im März 1971. Zunächst bestand das Geschäftsmodell lediglich aus dem Vertrieb selbst gerösteter grüner Kaffeebohnen. Nachdem der damalige Marketing Director von Starbucks, Howard Schultz, die Mehrheit am Unternehmen den drei Gründern abkaufte, begann zugleich die aggressive Wachstumspolitik von Starbucks. Als die beliebte Kaffeehauskette im Jahr 1992 an die Börse ging belief sich die Anzahl der Cafés auf insgesamt 140 Läden – verteilt in allen Staaten der USA. Zum aktuellen Zeitpunkt betreibt Starbucks mehr als 30.000 weltweit verteilte Filialen mit über 291.000 Mitarbeitern.


Ein Blick auf die Zahlen

Am 25. April veröffentlichte Starbucks die Zahlen des zweiten Quartals. Durch eine starke Expansionspolitik und starkem „In-Store Sales“ Wachstum in den Hauptmärkten USA und China, konnte Starbucks weiterhin mit starkem Umsatzwachstum glänzen, so CEO Kevin Johnson. Insgesamt konnte die amerikanische Kaffeehauskette ihren Umsatz um 5% im Vorjahresvergleich auf USD 6.3 Mrd. erhöhen. Dies wurde vor allem durch gestiegene Absatzzahlen im Ostasiatischen Markt und Performance Steigerungen durch neueröffnete Filialen getrieben.


Betrachtet man die globalen Segmente im Einzeln fällt auf, dass die Entwicklung im europäisch-afrikanischen Raum (EMEA) um 9 Prozent im Vorjahresvergleich auf USD 227.5 Mio. eingebrochen ist. Grund hierfür sind hauptsächlich negative Einflüsse durch starke Währungsschwankungen, welche die stark positive Wachstumspolitik (in den letzten 12 Monaten wurden mehr als 300 neue Filialen im EMEA Raum eröffnet) überschattete. In den Regionen Amerika bzw. Pazifik konnten die Umsätze um jeweils 8 Prozent angehoben werden, was in einem Quartalsumsatz von jeweils USD 4.3 Mrd. im US Amerikanischen Raum und USD 1.3 Mrd. im pazifischen Raum resultiert. Für das gesamte Fiskaljahr 2019 wird eine Erhöhung der globalen Umsätze von ungefähr 3-4% erwartet, so CEO Johnson. Der nächste Quartalsbericht steht am 25. Juli nach Marktschluss an.


Konkurrenz in Asien und Mindestlohnverhandlungen in Afrika

Trotz anhaltendem starken Wachstum im asiatischen Markt könnte der größte Absatzmarkt China zu den aktuellen Problemkindern zählen – Das Wachstum der chinesischen Cafékette „Luckin Coffee“ scheint derzeit ungebremst weiterzugehen. Luckin Coffee’s Geschäftsmodell unterscheidet sich grundlegend von dem Geschäftsmodell von Starbucks – Während Starbucks Cafés klar als Treffpunkte und teilweise Lunch-Cafés auftreten, spezialisiert sich Luckin Coffee lediglich auf die Verarbeitung der per Online-App eingegangen Bestellungen zur Abholung. Dennoch wächst Luckin Coffee mit ungeheurem Tempo – Nach der Eröffnung der ersten Filiale im Juni 2017 in Beijing, existieren zum heutigen Zeitpunkt bereits 2370 Cafés in 28 verschiedenen chinesischen Großstädten. Um dem Neuling der chinesischen Kaffeekultur entgegentreten zu können, müsste Starbucks seine Strategie dem chinesischen Markt anpassen, zum Beispiel anhand einer stärkeren Digitalisierung im Smartphone und App Bereich – so Jeffrey Towson, Professor der Peking-Universität.


Neben Konkurrenzkampf in China macht die aktuelle Entwicklung im Kaffeemarkt der Branche zu schaffen. Die großen Kaffeeanbauländer überlegen zurzeit eine Art OPEC für Kaffee einzuführen. Bei rund 30 Ländern wäre ein Kartell dieser Art relativ schwer zu organisieren, da alle zusammen an einem Strang ziehen und Entscheidungen treffen müssten, so das US-Magazin Fortune. Dennoch ist der Gedanke der Kaffeebauern ein Kartell einführen zu wollen nicht fernliegend – Kaffeebohnenkäufer wie Starbucks und Nestle haben die Verantwortung mit Lieferanten und Kaffeebauern zusammenzuarbeiten die ein Gehalt an ihre Angestellten zahlen sollten, welches zum Überleben ausreichend ist. Nächste Woche findet das World Coffee Producers Forum in Brasilien statt, bei dem das Thema eines Kaffeekartells und weitere aktuelle Probleme behandelt werden sollen. Getrieben von dem Erfolg der Kakaobohnenbauern aus Ghana und der Elfenbeinküste, welche zuletzt im Mai eine Mindestpreisgrenze für Kakao aushandeln konnten, erhofft man sich auch im Rahmen der Kaffeebauern rasch eine ähnliche Lösung finden zu können.



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