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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Sollten man weiterhin auf steigende Kurse setzen?




28.02.13 12:26
Sven Weisenhaus


Gestern hatte ich hier auf Stock-World geschrieben, dass die Signale aus den Konjunkturdaten sicher noch nicht geeignet sind, “um über ein Ende der Krise zu berichten. Lediglich einige Frühindikatoren geben Grund zu der Annahme, dass es in 2013 endlich zu einer leichten Erholung kommen könnte.“ Doch was für Frühindikatoren sind da eigentlich gemeint?


Es handelt sich um sogenannte Stimmungsindikatoren, also um umfragebasierte Meinungsbilder. Jetzt werden Sie vielleicht fragen: “Stimmungsindikatoren? Wie können diese denn positiv ausfallen, wo die Stimmung im Bezug auf Europas Wirtschaft doch grottenschlecht ist?! Was für Idioten wurden denn da befragt?“ Ich werde es Ihnen verraten.


ZEW-Index - Finanzmarktexperten glauben an das Allzeithoch

Bereits am 22. Januar berichtete ich in meinem kostenlosen Newsletter Wave Daily über den ZEW-Index. Hier werden Finanzexperten vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nach Ihren Erwartungen an die zukünftige konjunkturelle Entwicklung befragt. Und der entsprechende Indikator für Europa konnte bereits im Januar gegenüber dem Vormonat um satte 23,6 Punkte zulegen und notierte damit bei 31,2 Punkten.


Finanzmarktexperten ließen sich durch Kursverluste nicht irritieren

Und obwohl der EuroStoxx50 seit dieser letzten Erhebung vom Hoch bei rund 2.760 Punkten zwischenzeitlich über 6% einbüßte und es dadurch durchaus möglich war, dass sich die befragten Finanzmarktexperten hiervon haben anstecken lassen, sind die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im Februar weiter gestiegen. Und das mit 11,2 Punkten sogar recht ordentlich. Der entsprechende ZEW-Indikator liegt nun bei 42,4 Punkten auf einem Stand, den er seit 3 Jahren nicht mehr gesehen hat.


Darum heißen Stimmungsindikatoren auch Frühindikatoren

Und genau das ist der Punkt. Es handelt sich um die Erwartung an den zukünftigen wirtschaftlichen Verlauf. Daher nennt man solche Stimmungsindikatoren eben auch Frühindikatoren, da Sie häufig eine zukünftige Entwicklung bereits frühzeitig anzeigen.


Wenn es kaum noch schlimmer geht, kann es nur noch besser werden

Wenn die aktuelle Stimmung, wie eingangs angegeben, grottenschlecht ist und einen vermeintlichen Tiefpunkt erreicht hat, dann ist es durchaus logisch, wenn die befragten Finanzexperten etwas zuversichtlicher in die Zukunft schaut.


Und genau das spiegelt sich auch in einer weiteren Komponente des ZEW-Index wieder. Neben den  der Erwartung an die Zukunft fragt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung nämlich auch nach der Einschätzung der aktuellen Lage. Und hier wurde ein Wert von minus 75,6 Punkten ermittelt.


Wie genau funktioniert der ZEW-Index?

Wie der ZEW-Index genau funktioniert und welchen Zusammenhang es zwischen dem Verlauf des ZEW-Index und dem Aktienmarkt gibt, habe ich am 21. Januar diesen Jahres in meinem kostenlosen Newsletter Wave Daily untersucht und genau erklärt. Sie sollten sich die Ergebnisse wirklich einmal ansehen (durch einen Klick auf den Link), wenn Sie sich für solche Konjunkturdaten interessieren und sie auch verstehen wollen.


An der Börse wird die Zukunft gehandelt

Die Börse interessiert nur die Zukunft und die Kurse nehmen zukünftige Entwicklungen vorweg. So ist es kaum verwunderlich, dass die Kurse (auch im EuroStoxx50 – dem europäischen Aktienindex) stark gestiegen sind, obwohl die konjunkturelle Entwicklung extrem schlecht war und es in Europa sogar zu einer Rezession gekommen ist.


ZEW-Index für Deutschland mit drittem Anstieg in Folge

Auch für Deutschland sind die ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar weiter gestiegen. Und dies war bereits der dritte Anstieg in Folge, womit in den nächsten Monaten immer stärker mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage gerechnet wird.


Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland ist übrigens sehr viel besser als für Europa, was aber wohl kaum verwundern dürfte.


Einkaufsmanager immer weniger pessimistisch

Eine weitere Gruppe, die gerne nach Ihrer Meinung gefragt wird, sind die Einkaufsmanager in den Unternehmen. Wer dürfte wohl einen besseren Eindruck von der aktuellen und der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung haben als die Menschen, die für ihr Unternehmen das Material für die vorhandenen Aufträge einkaufen? Ist die Auftragslage mau, wird weniger eingekauft, hat das Unternehmen einen hohen Auftragsbestand und kommen immer mehr Aufträge rein, dann werden die Einkäufer dies als wissen.


Bereits vor einigen Tagen habe ich meinen Lesern auch über dieses Indikator berichtet. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone notiert für Januar 2013 bei 48,6. Im Vormonat hatte er bei 47,2 gelegen. Und auch der Dienstleistungsindex notiert für Januar höher als im Vormonat, ebenfalls bei 48,6.


Auch wenn die Werte damit noch immer unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegen, so ist auch hier dennoch eine deutliche Erholung und eine Stimmungsaufhellung bei den Einkäufern erkennbar.


Geschäfts- und Verbraucherstimmung bessern sich stetig

Um die Liste der Stimmungsindikatoren zu vervollständigen sei noch gesagt, dass der Geschäftsklimaindex für die Eurozone und der Gesamtindex zur europäischen Geschäfts- und Verbraucherstimmung ebenfalls leicht zulegen konnten.


Stimmungsindikatoren bessern sich seit Monaten

Damit haben Sie nun die wichtigsten Stimmungsindikatoren für Europa kennengelernt. Und es scheint, dass sich die Europäische Wirtschaft auf dem Weg der Besserung befindet. Zumindest deuten einige Frühindikatoren, namentlich die Stimmungsindikatoren, darauf hin. Es handelt sich allerdings bislang nur um einen Trend. Einige dieser Daten notieren nach wie vor im negativen Bereich, was noch auf eine Schrumpfung der Wirtschaft hindeutet. Es ist daher lediglich wahrscheinlich, dass das 4. Quartal 2012 den Tiefpunkt markiert hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


 


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Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus


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